{"id":783,"date":"2013-02-06T09:57:09","date_gmt":"2013-02-06T08:57:09","guid":{"rendered":"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=783"},"modified":"2020-07-27T08:59:55","modified_gmt":"2020-07-27T07:59:55","slug":"die-sicht-der-schafe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/lernen-durch-mitmachen\/simulation\/die-sicht-der-schafe\/","title":{"rendered":"Die Sicht der Schafe"},"content":{"rendered":"<p>Im Gegensatz zu echten Schafen, die man einfach auf die Weide stellt und dann oft l\u00e4ngere Zeit sich selbst \u00fcberl\u00e4sst, muss man bei simulierten Schafen alles selbst machen. Hier ein paar \u00dcberlegungen, \u00fcber welche Eigenschaften die simulierten Bewohner der Spielwelt verf\u00fcgen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>A Zust\u00e4nde<\/h2>\n<p>Jedes Schaf muss zu jedem Zeitpunkt rein physisch in einem bestimmten Zustand sein. M\u00f6glich w\u00e4re z.B.<\/p>\n<h3>A.1 Ungerichtet<\/h3>\n<p>Einzige Information zu jedem Mitspieler ist das Feld, auf dem er sich gerade befindet.<\/p>\n<p>S1: B7<br \/>\nS4: I8<\/p>\n<h3>A.2 Gerichtet<\/h3>\n<p>Zu jedem Mitspieler gibt es zwei Informationen: Das Feld auf dem er sich befindet und die Richtung, in die er blickt.<\/p>\n<p>S1: (B7, SO)<br \/>\nS3: (E8, SW)<\/p>\n<h2>B Zustands\u00e4nderungen<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich bleiben diese Zust\u00e4nde nicht immer gleich, das w\u00e4re ja langweilig. Am einfachsten ist es, wenn man in der Spielwelt einen Takt (Welttakt) einf\u00fchrt und so festlegt, wann Zustands\u00e4nderungen m\u00f6glich sind. Davon zu unterscheiden ist der Takt, der durch die Spielregeln vorgeben wird (Spieltakt).<\/p>\n<p><strong>Welttakt<\/strong>: In einem Welttakt kann jeder Mitspieler genau eine Aktion machen (Bewegung, \u00c4usserung) und erh\u00e4lt dann als Wahrnehmungsinput die neue Konstellation (visuell) plus die gemachten \u00c4usserungen.<\/p>\n<p><strong>Spieltakt<\/strong>: Die Regeln diktieren, dass immer entweder der Wolf oder die Schafe an der Reihe sind. Wer nicht an der Reihe ist, darf keinen Schritt machen, hingegen allenfalls sich drehen oder etwas \u00e4ussern. Der Takt wechselt hier, wenn die Partei, die an der Reihe ist, einen Schritt macht. Ein Spieltakt kann also im Prinzip eine unbestimmte Anzahl von Welttakten dauern.<\/p>\n<p><strong>Zeitliche Einschr\u00e4nkungen<\/strong>: Um die Schafe zu zwingen, ihr Vorgehen etwas zu optimieren, kann die Anzahl Welttakte, die pro Spieltakt erlaubt sind, beschr\u00e4nkt werden. Diese Beschr\u00e4nkung kann mit zunehmender Erfahrung versch\u00e4rft werden.<\/p>\n<h2>C Visuelle Wahrnehmung<\/h2>\n<p>Die Schafe sollen etwas sehen, so dass sie wissen, wo der b\u00f6se Wolf gerade steht. M\u00f6gliche Varianten des visuellen Inputs, den die Schafe zu Beginn jedes Welttakts erhalten, w\u00e4ren etwa:<\/p>\n<h3>C.1 Rundumblick<\/h3>\n<p>Der Blick schweift beginnend mit Norden in alle acht Richtungen unbeschr\u00e4nkt. Gesehen wird ein Objekt (Oa, Ob, ..) oder eine Wand (W, entspricht dem Spielfeldrand) mit Distanzangabe.<\/p>\n<p>Schaf1: (W1, W1, Oa1, Ob3, W6, W1, W1, W1)<br \/>\nSchaf2: (W1, Oa1, W4, W4, W6, W4, Ob1, W1)<\/p>\n<p>Die Beispiele hier wie auch in den folgenden Abschnitten stammen alle aus derselben Spielsituation. Frage: Wo stehen der Wolf und die einzelnen Schafe?<\/p>\n<h3>C.2 Gerichteter Blick<\/h3>\n<p>Blickfeld auf drei Richtungen beschr\u00e4nkt. Sonst wie oben:<\/p>\n<p>Schaf1 (Blick nach S\u00fcden): (Oa3, W6, W1)<br \/>\nSchaf2 (Blick nach SW): (W6, W4, Oa1)<\/p>\n<p>Damit wird eine &#8222;Vorw\u00e4rts-Richtung&#8220; definiert und sinnvollerweise sollten sich die Schafe auch immer nur in eine dieser drei Richtungen bewegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>C.3 Rundum kurzsichtig<\/h3>\n<p>Beginnend mit Norden alle acht angrenzenden Felder. Objekt oder Wand oder Nichts ohne Distanzangabe.<\/p>\n<p>S1 (-,-,-,-,-,-,-, -)<br \/>\nS3 (W, W, -, -, -, Oa, -, W)<\/p>\n<h3>C.4 Gerichtet kurzsichtig<\/h3>\n<p>S1 (Blick nach S\u00fcden): (-, -, -)<br \/>\nS3 (Blick nach Norden): (W, W, W)<\/p>\n<h3>C.5 Blinde Flecken<\/h3>\n<p>Objekte, die nicht direkt in einer der acht Hauptrichtungen liegen, werden nicht gesehen. Objekte, die sich hinter einem anderen Objekt verbergen, werden nicht gesehen.<\/p>\n<p>Diese M\u00f6glichkeit kann mit allen vier oben skizzierten Varianten kombiniert werden.<\/p>\n<h3>C.6 Unscharfe Richtungswahrnehmung<\/h3>\n<p>Als Alternative zu den blinden Flecken werden alle Objekte gesehen. Objekte, die nicht direkt in einer der Hauptrichtungen liegen, werden in der Hauptrichtung gesehen, der sie am n\u00e4chsten liegen. In jeder Richtung wird also eine (evtl. leere) Liste von Objekten gesehen.<\/p>\n<h2>D Akustische Wahrnehmung<\/h2>\n<p>Auch h\u00f6ren sollen die Schafe etwas. Dies vor allem, damit sie sich unterhalten k\u00f6nnen. Auch hier ein paar m\u00f6gliche Varianten:<\/p>\n<h3>D. 1 Ungerichtet<\/h3>\n<p>Beliebig viele gleichzeitig ankommende beliebig lange Strings als Liste, in der die Reihenfolge keine Bedeutung hat.<\/p>\n<p>S2: (&#8222;Ich sehe den Wolf&#8220;, &#8222;Du solltest nach links gehen&#8220;, &#8222;Wie w\u00e4r&#8217;s mit Plan B?&#8220;)<\/p>\n<h3>D.2 Gerichtet absolut<\/h3>\n<p>Beginnend mit Norden je Richtung maximal ein beliebig langer String. Kommen mehre \u00c4usserungen aus derselben Richtung, wird nur die von der am n\u00e4chsten stehenden Quelle geh\u00f6rt. \u00c4usserungen, die nicht genau aus einer der acht Hauptrichtungen kommen, werden aus der Hauptrichtung geh\u00f6rt, der sie am n\u00e4chsten liegen.<\/p>\n<p>S2: (&#8222;&#8220;, &#8222;Wie w\u00e4r&#8217;s mit Plan B?&#8220;, &#8222;Du solltest nach links gehen!&#8220;, &#8222;&#8220;, &#8222;&#8220;, &#8222;&#8220;, &#8222;Ich sehe den Wolf&#8220;, &#8222;&#8220;)<\/p>\n<h3>D. 3 Gerichtet relativ<\/h3>\n<p>Beginnend mit der Blickrichtung je Richtung maximal ein beliebig langer String. Kommen mehre \u00c4usserungen aus derselben Richtung, wird nur die von der am n\u00e4chsten stehenden Quelle geh\u00f6rt. \u00c4usserungen, die nicht genau aus einer der acht Hauptrichtungen kommen, werden aus der Hauptrichtung geh\u00f6rt, der sie am n\u00e4chsten liegen.<\/p>\n<p>S2: (&#8222;&#8220;, &#8222;&#8220;, &#8222;Ich sehe den Wolf&#8220;, &#8222;&#8220;,&#8220;&#8220;, &#8222;Wie w\u00e4r&#8217;s mit Plan B?&#8220;, &#8222;Du solltest nach links gehen!&#8220;, &#8222;&#8220;)<\/p>\n<h2>E Bewegungen<\/h2>\n<p>Da das Ziel des Spiel darin liegt, dem Wolf auf den Pelz zu r\u00fccken, m\u00fcssen sich die Schafe bewegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>E.1 Acht Richtungen<\/h3>\n<p>Beginnend mit Norden je eine Aktion f\u00fcr einen Schritt in die entsprechende Richtung. Ist das Zielfeld besetzt oder eine Wand, funktioniert der Schritt nicht. Dass w\u00e4hrend des Spiels die weissen Felder nicht betreten werden d\u00fcrfen, muss aber erst gelernt werden. Sinnvollerweise wird dies mit einem Rundumblick kombiniert.<\/p>\n<p>Aktionen: 1 (=N), 2 (=NO), 3 (=O), 4 (=SO), 5 (=S), 6 (=SW), 7 (=W), 8 (=NW)<\/p>\n<h3>E.2 Vier Richtungen<\/h3>\n<p>Beginnend mit NO je eine Aktion f\u00fcr einen Schritt in jede erlaubte Richtung. Ist das Zielfeld besetzt oder eine Wand, funktioniert der Schritt nicht. Blick: rundum.<\/p>\n<p>Aktionen: 1 (=NO), 2 (=SO), 3 (=SW), 4 (=NW)<\/p>\n<h3>E.3 Drehungen und Vorw\u00e4rts<\/h3>\n<p>Je eine Drehung nach links und rechts um 45\u00b0, dazu ein Schritt nach vorw\u00e4rts. Ist das andere Feld besetzt oder eine Wand, funktioniert der Schritt nicht. Blick: gerichtet.<\/p>\n<p>Aktionen: 1 (= Drehung nach links um 45\u00b0), 2 (= Drehung nach rechts um 45\u00b0), 3 (=Schritt um ein Feld in aktuelle Blickrichtung)<\/p>\n<h2>F \u00c4usserungen<\/h2>\n<p>Vermutlich braucht es eine relativ gut ausgebaute Sprache mit mindestens folgenden Elementen:<\/p>\n<p><strong>Aussagen<\/strong>: &#8222;Ich sehe den Wolf.&#8220;, &#8222;Ich bin rechts von dir.&#8220;, &#8222;Ich stehe vor einer Wand.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Aufforderungen<\/strong>: &#8222;Gehe nach rechts!&#8220;, &#8222;Alle melden, wenn sie den Wolf sehen!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Fragen<\/strong>: &#8222;Wo bist Du?&#8220;, &#8222;Was hast Du gemacht?&#8220;, &#8222;Wie bewegt sich der Wolf?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Metakommunikation<\/strong>: Aussagen, Aufforderungen und Fragen bez\u00fcglich Aussagen, Aufforderungen und Fragen. &#8222;Wer fragt &#8218;Wo bist Du?&#8216;?&#8220;, &#8222;Wir versuchen &#8218;Plan B&#8216; !&#8220;, &#8222;Ich verstehe nicht, was mit &#8218;links&#8216; gemeint ist.&#8220;<\/p>\n<p>Sicher braucht es ein Basisvokabular und eine M\u00f6glichkeit, neue Begriffe zu definieren. Wie umfangreich das Basisvokabular sein muss, ist schwierig abzusch\u00e4tzen. Vermutlich ist es am realistischsten, mindestens zwei der Mitspieler als &#8222;alte Hasen&#8220; (Schafe!!) auszustatten, die sich bestens verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, und in deren Sprachgemeinschaft dann eine oder zwei Neulinge hinein wachsen. Dabei k\u00f6nnen neue Begriffe etc. entstehen.<\/p>\n<p>Denkbare Varianten im Sprachgebrauch w\u00e4ren:<\/p>\n<h3>F.1 Absolute Benennungen<\/h3>\n<p>Mitspielende haben feste Namen und werden immer mit diesen angesprochen. Die Zuordnung zwischen den Namen und den visuell unterscheidbaren Objekten ist von Anfang an allen bekannt. Richtungsbezeichnungen sind absolute Himmelsrichtungen. Positionsangaben sind absolut in der Form &#8222;A1&#8220; bis &#8222;H8&#8220;. Ihre Bedeutung ist auch Neulingen bekannt.<\/p>\n<h3>F.2 Relative Benennungen<\/h3>\n<p>Es werden Pronomen verwendet, ebenso relative Richtungs- und Ortsangaben. Neulinge m\u00fcssen zuerst erlernen, wer wie heisst, und welche Bedeutung absolute Richtungs- und Ortsbezeichnungen haben.<\/p>\n<h2>G Transfervarianten<\/h2>\n<p>Da die Schafe ja nicht nur lernen sollen, sich auf einem bestimmten Brett in einer bestimmten Gruppe mit einem bestimmten Wolf zu vergn\u00fcgen, sondern f\u00e4hig sein sollten, auch einmal in einer anderen Konstellation etwas zu bieten, braucht es Ideen, von welcher Konstellation in welche andere ein Transfer versucht werden soll.<\/p>\n<h3>G.1 Teamwechsel<\/h3>\n<p>Erfahrene Schafe auf zwei oder mehr Teams werden zu einem neuen Team zusammengesetzt.<\/p>\n<h3>G.2 Ausbildung<\/h3>\n<p>In einem Team erfahrener Schafe wird ein Schaf durch einen Neuling ersetzt.<\/p>\n<h3>G.3 Taktikwechsel des Wolfs<\/h3>\n<p>Der Wolf wird durch einen anderen Wolf ersetzt, der eine andere Taktik verfolgt.<\/p>\n<h3>G.4 Spielfeldwechsel<\/h3>\n<p>Dasselbe Spiel wird auf einem kleineren (3*3) oder gr\u00f6sseren (5*5) Feld mit entsprechend kleineren bzw. gr\u00f6sseren Teams gespielt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gegensatz zu echten Schafen, die man einfach auf die Weide stellt und dann oft l\u00e4ngere Zeit sich selbst \u00fcberl\u00e4sst, muss man bei simulierten Schafen alles selbst machen. 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