{"id":695,"date":"2013-02-03T14:44:01","date_gmt":"2013-02-03T13:44:01","guid":{"rendered":"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=695"},"modified":"2013-02-08T18:49:36","modified_gmt":"2013-02-08T17:49:36","slug":"20-fachhochschulunterricht-1994-1998","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/iml2\/das-buch\/entstehungsgeschichte\/20-fachhochschulunterricht-1994-1998\/","title":{"rendered":"20. Fachhochschulunterricht (1994-1998)"},"content":{"rendered":"<h3>Mensch-Computer-Interaktion<\/h3>\n<p>Mensch-Computer-Interaktion war nicht nur eine Thema, dass mich als Anwendungsfeld f\u00fcr das entstehende Lernmodell interessierte, MCI war auch ein Fach, dass ich \u00fcber einige Jahre f\u00fcr Informatiker an Fachhochschulen in der regul\u00e4ren Ausbildung und im Nachdiplombereich unterrichtete. Nach einem kurzen Unterbruch war dies nach meiner Lehrt\u00e4tigkeit an einem universit\u00e4ren psychologischen Institut mein zweiter Versuch direkt zu unterrichten.<\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich war ich in derselben Situation, wie bereits anl\u00e4sslich meines universit\u00e4ren <a title=\"12 Unbedarfter Unterricht (1982 -1987)\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=674\">Unterrichts<\/a> geschildert. Das Gebiet war f\u00fcr mich z.T. so neu wie f\u00fcr die Studierenden selbst und ich war stark damit besch\u00e4ftigt, f\u00fcr mich selbst eine geeignete Darstellung des Stoffs zu finden. Das Problem wurde insofern verst\u00e4rkt, als ich in den ersten Jahren keine befriedigenden Lehrb\u00fccher fand.<\/p>\n<p>Mit der Zeit stabilisierte sich dann aber die Situation. Ich wusste, was ich erz\u00e4hlen wollte, und es tauchten auch immer mehr geeignete Lehrb\u00fccher auf. Von da an experimentierte ich mit einem Arrangement, das drei Lernstationen umfasste: Verstehen, \u00dcben und Anwenden.<\/p>\n<p>Die Instruktion bei Verstehen geschah einerseits durch kurze Inputs meinerseits, in denen ich meinen pers\u00f6nlichen Zugang zum jeweiligen Thema und seine Bedeutung aus meiner Sicht schilderte. Andererseits erhielten die Lernenden eine kommentierte Leseliste. \u00dcben und Anwenden wurden durch Bl\u00e4tter mit geeigneten Aufgaben realisiert. Die Lernenden waren frei, zwischen diesen drei Stationen hin und her zu pendeln. Wenn sie Lust hatten, konnten sie gleich mit einer Anwendungsaufgabe beginnen und erst bei Bedarf Verstehen und vielleicht \u00dcben nachholen. D.h. auch meine pers\u00f6nlichen Inputs, die f\u00fcr viele den Auftakt zu jeweils einem Nachmittag Arbeit bedeuteten, waren freiwillig und ich war bereit, einzelnen auch sp\u00e4ter Rede und Antwort zu stehen. \u00dcberhaupt bestand meine Aufgabe darin, allen dort zu helfen, wo sie Bedarf anmeldeten.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen mit dieser Form des Unterrichts waren gemischt. Einerseits begr\u00fcssten die meisten Studierenden die Freiheiten, die ihnen dieses Arrangement bot. Ihnen leuchtete auch grunds\u00e4tzlich sein Sinn ein. Andererseits war das Fach Mensch-Computer-Interaktion schon vom Inhalt her ein eher &#8222;weiches&#8220; Fach im Gegensatz zu den \u00fcbrigen Ingenieurf\u00e4chern und ich weigerte mich, durch st\u00e4ndige Pr\u00fcfungen k\u00fcnstlich Druck zu erzeugen. Das f\u00fchrte aber dazu, dass die Studierenden oftmals die vorgesehene Zeit f\u00fcr andere Arbeiten nutzten und viele \u00dcbungs- und Umsetzungsaufgaben liegen blieben. Ganz zentral war dabei, dass sie oft aber auch M\u00fche hatten, sich in die von mir gew\u00e4hlten Beispiele hineinzudenken und ihre Relevanz zu sehen. Beispiele, die ich als ungemein spannend und herausfordern erlebte, liessen sie oft einfach kalt.<\/p>\n<p>Obwohl \u00fcber die Jahre meine Beispielsammlung immer weiter anwuchs, gelang es mir nicht, diese Situation wesentlich zu ver\u00e4ndern. Das war einer der Hauptgr\u00fcnde, warum ich &#8211; obwohl bei Studierenden und Schulleitung beliebt &#8211; nach einigen Jahren beschloss, diese Aufgabe abzugeben.<\/p>\n<h3>Lernen lehren<\/h3>\n<p>Im Laufe meiner Zeit an der Fachhochschule beschloss eine der Schulen, im ersten Studienjahr ein Fach Arbeits- und Pr\u00e4sentationstechniken einzuf\u00fchren und in diesem Rahmen auch Lerntechniken zu behandeln. Irgendwie gelangte ich in die Arbeitsgruppe, die dieses Fach vorbereitete, und unterrichtete dann auch ein Jahr lang eine Gruppe Studierender.<\/p>\n<p>Dies war eine ausserordentlich frustrierende Erfahrung. Einmal waren die \u00e4usseren Umst\u00e4nde schon nicht besonders g\u00fcnstig. Es handelte sich um einen Abendkurs, der von Studierenden belegt wurde, die tags\u00fcber Vollzeit arbeiteten und am Abend ein Studium als Weiterbildung belegten. Die Kurse fanden zwischen 20 Uhr und 22 Uhr statt. Entsprechend m\u00fcde waren die Studierenden und auch f\u00fcr mich war dies nicht gerade die ideale Arbeitszeit.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem lag aber darin, dass die Studierenden nicht sehen wollten, wozu sie sich mit ihrem Lernen auseinandersetzen sollten. Sie gingen davon aus, dass sie es in ihrer Schullaufbahn nun doch schon recht weit gebracht hatten, was eigentlich eher f\u00fcr als gegen ihre Kompetenz in Sachen Lernen sprach. Viele Themen, die ich mit ihnen besprechen wollte, fanden sie zwar ganz interessant. Die meisten Vorschl\u00e4ge, die sich daraus ergaben, schienen ihnen aber entweder \u00fcberfl\u00fcssig oder dann auf ihre spezielle Situation nicht anwendbar. Zudem bekamen sie, nicht zu Unrecht, je l\u00e4nger der Kurs dauerte umso mehr den Eindruck, dass ich besser ihre Dozenten als sie schulen sollte.<\/p>\n<p>Als zwei zentrale Erinnerung an diese Phase des Unterrichtens blieben: Einmal ist es ungemein schwierig, gute Beispiele zu konstruieren, die das Interesse der Lernenden zu packen verm\u00f6gen. Und zum zweiten machen Lernende manchmal hartn\u00e4ckigen Widerstand gegen Themen und Hilfestellungen, die aus der Sicht Lehrender eigentlich sehr n\u00fctzlich w\u00e4ren.<\/p>\n<p>&lt;&lt;<a title=\"19. MCI (1992 -1998)\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=693\">vorher<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a title=\"21. Reflektierende Fallstudie (1996)\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=697\">nachher<\/a>&gt;&gt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mensch-Computer-Interaktion Mensch-Computer-Interaktion war nicht nur eine Thema, dass mich als Anwendungsfeld f\u00fcr das entstehende Lernmodell interessierte, MCI war auch ein Fach, dass ich \u00fcber einige Jahre f\u00fcr Informatiker an Fachhochschulen in der regul\u00e4ren Ausbildung und im Nachdiplombereich unterrichtete. 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