{"id":5287,"date":"2023-07-16T18:37:29","date_gmt":"2023-07-16T17:37:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=5287"},"modified":"2023-07-30T10:10:16","modified_gmt":"2023-07-30T09:10:16","slug":"fakten-in-den-medien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/fakten-in-den-medien\/","title":{"rendered":"Fakten in den Medien"},"content":{"rendered":"<p>Vieles, was man in den Medien lesen, h\u00f6ren oder sehen kann, kommt nicht als \u00dcberlegungen von Expert:innen daher, sondern als Fakten. Aber auch Fakten wie: \u201eGestern wurde in der Zukunftsstrasse ein Fahrradfahrer angefahren\u201c sind Versuche, einen Ausschnitt der Welt zu fassen, und wir k\u00f6nnen sie gleich wie andere Denkwerkzeuge behandeln.<\/p>\n<div style=\"background-color: lavenderblush;\">\n<p><a name=\"_Toc127785096\"><\/a><strong>Rekordmann Lewandowski und Jubilar M\u00fcller f\u00fchren Bayern zum Sieg<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Website von SRF am 17.12.2021 um 22:28\u00a0Uhr aufgeschaltet<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eBeim souver\u00e4nen 4:0-Sieg \u00fcber passive Wolfsburger erleben gleich zwei Bayern-Akteure einen besonderen Abend.<\/p>\n<p>Lange sah es so aus, als ob Liga-Topskorer Robert Lewandowski einen weiteren Rekord auf der Zielgeraden verpassen w\u00fcrde. Der Pole ging mit 42 Bundesliga-Toren im 2021 in das letzte Spiel des Kalenderjahres. In der 87. Minute gelang ihm schliesslich der 43. Treffer und damit eine neue Bestmarke, die er zuvor mit \u00abBomber\u00bb Gerd M\u00fcller geteilt hatte, dem 1972 ebenfalls 42 Tore gelangen.<\/p>\n<p><strong>Bayern mit Blitzstart<\/strong><\/p>\n<p>Nur gerade 7 Minuten ben\u00f6tigte hingegen Thomas M\u00fcller in seinem 400. Bundesliga-Spiel, um die Bayern gegen das krisengebeutelte Wolfsburg in F\u00fchrung zu schiessen. Der Jubilar traf nach einem Abstauber aus kurzer Distanz. Wenige Augenblicke sp\u00e4ter verzeichnete Wout Weghorst die beste M\u00f6glichkeit f\u00fcr die G\u00e4ste, doch der Niederl\u00e4nder scheiterte aus aussichtsreicher Position an Manuel Neuer.<\/p>\n<p>M\u00fcller lieferte auch die Vorlage beim 2. Treffer. Seine butterweiche Flanke konnte Dayot Upamecano in der 57. Minute zum 2. Treffer verwerten. Keine 2 Minuten sp\u00e4ter entschied Leroy Sane mit einem sehenswerten Schlenzer die Partie endg\u00fcltig zugunsten der M\u00fcnchner. [\u2026]\u201c<\/p>\n<p>Bei Wolfsburg, das damit die vergangenen sieben Pflichtspiele verloren hat, wurde Renato Steffen nach einer guten Stunde ausgewechselt. Kevin Mbabu kam bei den \u201aW\u00f6lfen\u2018 zu einem Kurzeinsatz.\u201c<\/p>\n<p>Zum gleichen Spiel auf ntv<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eAlles andere als ein Sieg des FC Bayern zum Auftakt des 17. Spieltags der Fu\u00dfball-Bundesliga w\u00e4re angesichts der Vorleistungen eine Sensation gewesen. Der VfL Wolfsburg setzt also seine schlimme Serie fort. Und das, obwohl Robert Lewandowski \u00fcberraschend lange mit dem Toreschiessen warten muss.<\/p>\n<p>Herbstmeister FC Bayern M\u00fcnchen hat es im 400. Bundesligaspiel von Thomas M\u00fcller zum Jahresabschluss gegen den Krisenclub VfL Wolfsburg noch einmal krachen lassen. Drei Tage nach dem 5:0-Sch\u00fctzenfest beim VfB Stuttgart beendeten die in dieser Saison extrem torhungrigen M\u00fcnchner Fu\u00dfballstars die Hinrunde mit einem standesgem\u00e4\u00dfen 4:0 (1:0) in der zuschauerlosen Allianz Arena. 56 Treffer nach einer Halbserie sind Rekord. Jubilar M\u00fcller konnte schon in der 7. Minute sein 134. Tor in der Fu\u00dfball-Bundesliga bejubeln. Der Ur-Bayer staubte erfolgreich ab, nachdem VfL-Keeper Koen Casteels einen Flatterball von Serge Gnabry nach vorne abklatschen lie\u00df. Das erste Tor von Dayot Upamecano im Bayern-Trikot legte M\u00fcller zudem auf (57.). Der agile Leroy San\u00e9 erh\u00f6hte mit seinem sehenswerten Distanzschuss auf 3:0 (59.).<\/p>\n<p>Ein sp\u00e4ter Jubelabend war es f\u00fcr Robert Lewandowski. Der Pole jagte seinen 43. Bundesliga-Tor im Jahr 2021 bis zur 87. Minute vergeblich nach, dann traf er nach Vorarbeit von Jamal Musiala. Zuvor drosch er den Ball aus guter Position dr\u00fcber (66.) und schoss auf Zuspiel von Gnabry VfL-Torwart Casteels an (76.). Lewandowski \u00fcberbot damit die Bestmarke der k\u00fcrzlich verstorbenen Bayern-Legende Gerd M\u00fcller, die 1972 ebenfalls 42 Tore im M\u00fcnchner Trikot erzielt hatte. Es war der 24. Treffer des Polen im 21. Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg. Nur Gerd M\u00fcller hatte einen offensichtlicheren Lieblingsgegner: Der verstorbene Torj\u00e4ger traf in seiner Laufbahn 27-mal gegen den Hamburger SV. Alles andere als ein Lewandowski-Treffer w\u00e4re also die \u00dcberraschung des Abends gewesen. [\u2026]\u201c<\/p>\n<\/div>\n<p>K\u00f6nnen wir diese Nachricht als brauchbare Darstellung dessen akzeptieren, was bei diesem Spiel geschehen ist? Diese Frage wirft wie immer zuerst die andere Frage auf: Brauchbar wof\u00fcr?<\/p>\n<p>Nehmen wir an, unser Interesse ist es, am anderen Tag beim Mittagessen mit Kollegen \u00fcber das Spiel zu sprechen und uns dabei nicht zu blamieren. Ist das Interesse, mit dem diese Darstellung verfasst wurde, dasselbe? Ich denke schon. Zwar ist das Hauptinteresse solcher News-Plattformen, die Leser:innen an sich zu binden. Das k\u00f6nnen sie u.a. erreichen, indem sie Denkwerkzeuge anbieten, die sonst nirgends zu haben sind. SRF versucht das mit der Anmerkung zu Renato Steffen und Kevin Mbabu, speziell ausgerichtet auf das schweizerische Publikum. n-tv als deutsche Plattform geht nicht darauf ein, wartet hingegen mit Details zu Gerd M\u00fcller auf.<\/p>\n<p>Da aber auch viele andere Plattformen \u00fcber dieses Spiel berichten, ist es schwierig, hier Kundenbindung \u00fcber Exklusivit\u00e4t zu erreichen. Daher muss es vielmehr das Ziel sein, etwas anzubieten, das dem Interesse einer grossen Teil der Leserschaft entspricht, und das d\u00fcrfte mit meinem Wunsch, das Spiel mit Kollegen zu diskutieren, identisch sein.<\/p>\n<p>Verschiedene Angaben wie das 4:0 Resultat, Lewandowskis Treffer in der 87. Minute oder M\u00fcllers Treffer in der 7. Minute fallen in den Bereich, in dem wir als Menschen <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/den-eigenen-augen-trauen\/\">unseren eigenen Augen trauen<\/a> k\u00f6nnen. Wenn wir annehmen, dass die Darstellungen auf Berichten von Personen basieren, welche das Spiel gesehen haben und sich dabei <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/den-eigenen-erinnerungen-trauen\/\">Notizen gemacht haben<\/a>, k\u00f6nnen wir in diesen Punkten die Darstellung als brauchbar ansehen. Wir m\u00fcssen nicht erwarten, dass wir uns blamieren, wenn wir diese Punkte so beim Gespr\u00e4ch mit Kollegen erw\u00e4hnen. Wir brauchen dazu nicht einmal mehrere Berichte zu vergleichen.<\/p>\n<p>Wobei, wie alle wissen, die sich regelm\u00e4ssig mit Fussball besch\u00e4ftigen, \u201eM\u00fcnchen hat vier Tore geschossen\u201c heisst nur, dass der Schiedsrichter vier Mal auf Tor entschieden hat. Und offenbar gab es auch keinen gr\u00f6sseren Protest dagegen \u2013 aber ob der Ball jeweils wirklich in vollem Umfang \u00fcber der Torlinie war? Man hat ja den Video-Schiedsrichter eingef\u00fchrt, weil das nicht immer so unbestritten ist.<\/p>\n<p>Weniger eindeutig ist die Sache mit dem 43. Saisontor von Lewandowski, den 42 Toren von Gerd M\u00fcller im Jahre 1972 und dem 400. Spiel von Thomas M\u00fcller. Ob es wirklich das 43. Tor ist, sieht man nicht einfach, da muss man das ganze Jahr sorgf\u00e4ltig Buch f\u00fchren. Und vermutlich war keiner der Journalist:innen, die zu diesen Berichten beigetragen haben, 1972 dabei und hat mitgez\u00e4hlt. F\u00fcr solche Aussagen braucht es Expert:innen, welche die entsprechenden Denkwerkzeuge wie Statistiken und Jahrb\u00fccher beherrschen. Sportjournalist:innen, die ihre Berichterstattung dauernd mit solchen Statistiken anreichern, k\u00f6nnen wir als brauchbare Expert:innen betrachten, die hier erst noch \u00fcbereinstimmen. Allerdings ist nicht ganz auszuschliessen, dass alle bez\u00fcglich Gerd M\u00fcller genau dieselbe Quelle konsultiert haben und dass jene Quelle falsch liegt, weil es damals n\u00e4mlich 44 Tore waren!<\/p>\n<div style=\"background-color: lavenderblush;\">\n<p><a id=\"theater\"><\/a><strong>Der russische Angriff auf die Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Web-Site von SRF am 18.03.2022 um 16:40\u00a0Uhr aufgeschaltet:<\/p>\n<p><strong>\u201e \u201aHunderte\u2018 Personen sollen sich noch im Theater von Mariupol befinden<\/strong><\/p>\n<p>Laut dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenski konnten bisher 130 Menschen aus dem von Bomben zerst\u00f6rten Theater in der Hafenstadt Mariupol gerettet werden. \u201aHunderte\u2018 Menschen w\u00fcrden sich aber noch im Geb\u00e4ude befinden. Die Rettungsarbeiten w\u00fcrden \u201atrotz anhaltender Bombardierungen\u2018 fortgesetzt, sagte Selenski. Hunderte Zivilisten sollen vor der Bombardierung im Keller des Theaters Schutz gesucht haben.<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen zeigten sich bereits zuvor extrem besorgt \u00fcber die Lage in Mariupol. Ein Sprecher des Weltern\u00e4hrungsprogramms (WFP) sagte am Freitag in Genf: \u201aDie letzten Reserven an Essen und Wasser gehen zu Ende\u2018. Zudem fehlten Versorgungsg\u00fcter und Medikamente, was verheerende Konsequenzen haben k\u00f6nne, hiess es vom UNO-Fl\u00fcchtlingshilfswerk (UNHCR). Immer noch k\u00f6nnten keine Hilfskonvois die Stadt erreichen. Auch sonst sei die Versorgungskette nicht mehr gew\u00e4hrleistet. Aus Angst vor Sch\u00fcssen z\u00f6gerten LKW-Fahrer, sich ans Steuer zu setzen.\u201c<\/p>\n<p>Zum Beschuss des Theaters in Mariupol war an gleicher Stelle am 17.03.2022 um 13.56 zu lesen:<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>\u201eT\u00e4glich erreichen uns Meldungen aus dem Kriegsgebiet der Ukraine: Bilder, Videos, zum Teil mit Absender, zum Teil ohne. Der j\u00fcngste Fall betrifft das zerst\u00f6rte Theater der Hafenstadt Mariupol, wo eine unbekannte Anzahl Menschen Schutz gesucht haben soll, wobei Russland einen Bombenabwurf bestreitet. Stefanie Strahm geh\u00f6rt zum Kollektiv von Mitarbeitenden, die bei SRF solche Videos und Fotos pr\u00fcfen.<\/p>\n<p><strong>SRF News: Wie gehen Sie vor beim Faktencheck? K\u00f6nnen Sie herausfinden, wer geschossen hat?<\/strong><\/p>\n<p>Stefanie Strahm: Wer geschossen hat, ist tats\u00e4chlich nicht zu eruieren, weil es weder Fotos noch Videos des Angriffs gibt. Wir k\u00f6nnen nur \u00fcberpr\u00fcfen, ob es sich beim zerst\u00f6rten Geb\u00e4ude um das Theater in Mariupol handelt. Das ist der Fall. Zur \u00dcberpr\u00fcfung konsultierte ich namhafte Nachrichtenagenturen, die das Material ebenfalls publiziert haben und Fotos auch immer selber gegenchecken. Zugleich arbeitete ich mit Street View auf Google Maps. So ist auf mehreren Fotos des Theaters ein auff\u00e4llig gestalteter weisser Zaun zu sehen, der mit den \u00e4lteren Bildern auf Google Maps \u00fcbereinstimmt. Auch die Fenster und die noch bestehenden B\u00e4ume passen. Diese Art der \u00dcberpr\u00fcfung nennt sich Geolokalisierung.<\/p>\n<p><strong>Im Netz gibt es auch Videos, die die Lage im zerbombten Theater zeigen sollen, Dunkelheit, Staub, das k\u00f6nnte irgendwo aufgenommen sein&#8230;?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist richtig. Allerdings gibt es von dieser Situation mehrere Videos aus verschiedenen Perspektiven, die von verschiedenen Usern hochgeladen wurden. Das ist f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung ein entscheidender Hinweis. Wir schauen uns zugleich genau an, wer diese Fotos oder Videos in die sozialen Medien gestellt hat: Wie schauen ihre Profile aus und seit wann gibt es sie? Welche Follower und Followerinnen haben sie und posten sie regelm\u00e4ssig aus der gleichen Gegend? Wenn sich daraus ein plausibles Gesamtbild ergibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Videos tats\u00e4chlich das zeigen, was angegeben ist.<\/p>\n<p><strong>Bei welchen Quellen verlassen Sie sich darauf, dass das Abgebildete den Angaben entspricht?<\/strong><\/p>\n<p>Es sind Fotos und Videos, die von Agenturen wie Reuters, AP oder EVN stammen. Diese Agenturen sind verl\u00e4ssliche Partner, die das Material vor der Ver\u00f6ffentlichung mit eigenen Faktenchecks \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p><strong>Im Krieg arbeiten Geheimdienste mit. Wie weit lassen sich solche F\u00e4lschungen schnell aufdecken, da das auch politische Entscheidungstr\u00e4ger beeinflussen kann?<\/strong><\/p>\n<p>Hier muss man unterscheiden. Es gibt die genannten \u201aDeepfakes\u2018, aufwendig gemachte, unechte Videos. Sie lassen beispielsweise den ukrainischen Pr\u00e4sidentin Wolodimir Selenski etwas sagen, das er gar nicht sagen w\u00fcrde. Solche Deepfake-Videos sind zum Gl\u00fcck recht selten, da sie in der Produktion ziemlich teuer sind und die Tools entsprechend viel kosten.<\/p>\n<p>Die allermeisten Fakes, denen wir im Alltag beim Netzwerk-Faktencheck von SRF begegnen, zeigen Videos und Fotos, die an sich zwar echt sind, aber in einem falschen Zusammenhang gezeigt werden. So sollte ein Foto angeblich ukrainische Fl\u00fcchtlinge aus Kiew vom 16. M\u00e4rz 2022 zeigen, doch es waren tschetschenische Fl\u00fcchtlinge im Jahr 2000. Solche Fakes k\u00f6nnen durch \u201aReverse Image Search\u2018, also eine R\u00fcckw\u00e4rts-Bildersuche, sehr schnell identifiziert werden. \u201c<\/p>\n<\/div>\n<p>Genauso wie bei eher theoretischen Gebilden wie der <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/wahrheit\/#Fall3\"><em>Flach-Erde-Theorie<\/em><\/a> ist bei Fakten nicht immer klar, mit welchem Ziel sie formuliert werden, und manchmal wird das Ziel <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/verschleierte_interessen\/\">absichtlich verschleiert<\/a>. Bei Fake-News, die als Tatsachen daherkommen, ist das Ziel nicht, uns \u00fcber die dargestellte Tatsache zu informieren, sondern bei uns Reaktionen wie Emp\u00f6rung etc. hervorzurufen. Es gibt Kontexte wie etwa in einem Krieg oder auch generell bei einer Auseinandersetzung um Machtanspr\u00fcche (wie bspw. in einem Wahlkampf) oder bei der Durchsetzung von Interessen (wie bspw. in der Werbung), wo wir solche verschleierten Absichten erwarten m\u00fcssen und daher eine besonders gr\u00fcndliche \u00dcberpr\u00fcfung angesagt ist.<\/p>\n<p>Verschleierte Interessen erkennt man auch im Zusammenhang mit Fakten, indem man die Darstellung verschiedener Experten vergleicht und dabei die Experten nach ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit gewichtet. Wie Stefanie Strahm oben sagt, betrachtet sie die Agenturen wie Reuters, AP oder EVN als so glaubw\u00fcrdig, dass sie hier keine eigene \u00dcberpr\u00fcfung vornimmt.<\/p>\n<p>Wie Stefanie Strahm bei der \u00dcberpr\u00fcfung der Bilder des zerst\u00f6rten Theaters vorgeht, entspricht dem, was ich als <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/triangulation\/\">Triangulation <\/a>bezeichnet habe: Die Resultate verschiedener Darstellungen aus unterschiedlichen Quellen (die aktuellen Kriegsfotos und die \u00e4lteren Bilder von Street View) werden verglichen; stimmen sie \u00fcberein, steigt das Vertrauen in die Brauchbarkeit der Darstellung.<\/p>\n<p><a name=\"_Toc127130937\"><\/a><strong>Auch Fakten sind Denkwerkzeuge zu Behandlung eines bestimmten Ausschnitts der Welt. Sie k\u00f6nnen gleich beurteilt werden, wie alle anderen Denkwerkzeuge.<\/strong><\/p>\n<p>Und wie mehrfach betont, ist dabei der erste Schritt immer, abzukl\u00e4ren, mit welchem Ziel, mit welchem Interesse diejenigen arbeiten, die Werbung f\u00fcr ein bestimmtes Denkwerkzeug machen. Im folgenden Beispiel nimmt uns diese Arbeit der Polizeichef von Chicago ab.<\/p>\n<div style=\"background-color: lavenderblush;\">\n<p><a name=\"_Toc127785098\"><\/a><strong>Der Fall Jussie Smollett<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber den Fall Juissie Smollett wurde auf allen Kan\u00e4len berichtet. Hier ein kurzer Auszug aus einer Meldung auf SRF<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eVor gut drei Wochen hatte der schwarze Schauspieler Jussie Smollett bekannt gegeben, er sei in Chicago von zwei M\u00e4nnern angegriffen worden. Sie h\u00e4tten rassistische und homophobe Parolen geschrien, ihm einen Galgen um den Hals gebunden und mit Bleichmittel \u00fcbersch\u00fcttet. Nun hat die Polizei Smollett verhaftet. Er soll den Anschlag auf sich selber inszeniert haben. [\u2026] Chicagos Polizeichef Eddie Johnson rang sichtlich um Worte, als er am Donnerstag die Ermittlungsergebnisse kommentierte. Smollett habe \u00c4ngste vor rassistischen Angriffen dazu genutzt, um seine Karriere vorw\u00e4rts zu bringen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<p>Weiter lesen &gt;&gt; <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/forschung\/\">Forschung<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/sport\/fussball\/internationale-ligen\/wolfsburg-weiter-in-der-krise-rekordmann-lewandowski-und-jubilar-mueller-fuehren-bayern-zum-sieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.srf.ch\/sport\/fussball\/internationale-ligen\/wolfsburg-weiter-in-der-krise-rekordmann-lewandowski-und-jubilar-mueller-fuehren-bayern-zum-sieg<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/sport\/fussball\/Nur-Lewandowski-sorgt-fast-fuer-Uberraschung-article23007993.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.n-tv.de\/sport\/fussball\/Nur-Lewandowski-sorgt-fast-fuer-Uberraschung-article23007993.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/fake-bilder-im-ukraine-krieg-so-laeuft-der-video-und-foto-faktencheck-bei-srf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/fake-bilder-im-ukraine-krieg-so-laeuft-der-video-und-foto-faktencheck-bei-srf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/erfundenes-hass-verbrechen-smolletts-inszenierung-spielt-trump-in-die-haende\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/erfundenes-hass-verbrechen-smolletts-inszenierung-spielt-trump-in-die-haende<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vieles, was man in den Medien lesen, h\u00f6ren oder sehen kann, kommt nicht als \u00dcberlegungen von Expert:innen daher, sondern als Fakten. 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