{"id":4863,"date":"2023-03-29T09:56:42","date_gmt":"2023-03-29T08:56:42","guid":{"rendered":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=4863"},"modified":"2023-07-17T16:15:05","modified_gmt":"2023-07-17T15:15:05","slug":"copernicus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/kosten\/copernicus\/","title":{"rendered":"Kopernikus"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"_Toc127785104\"><\/a><strong>Kopernikus <\/strong><strong>viele Kreise<\/strong><\/p>\n<p>Kopernikus machte den mutigen Schritt, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen. Er konnte sich aber nicht von einer anderen \u00fcberkommenen Vorstellung trennen: Seit den Griechen galt das Dogma, dass am Himmel Perfektion herrscht, dass die perfekte geometrische Figur der Kreis ist und dass deshalb sich die Planeten auf Kreisbahnen bewegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Leider passte das schlecht zu den Beobachtungen, die man am Himmel machte, denn wie Kepler sp\u00e4ter herausfand<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, lassen sich ihre Bahnen viel besser durch Ellipsen als durch Kreise beschreiben. Im Ptolem\u00e4ischen Weltbild, dem Standardweltbild vor Kopernikus, hatte man dieses Problem so gel\u00f6st, dass man f\u00fcr jeden Planeten auf einem perfekten Kreis (dem Deferent in der Abbildung) einen Punkt um die Erde kreisen liess. Um diesen Punkt herum kreist dann, wieder auf einem perfekten Kreis, der Planet. Diese Zusatzkreise nannte man Epizykeln und typischerweise brauchte man sogar mehr als einen Epizykel, um die Bahn eines Planeten gen\u00fcgend genau abbilden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4878\" src=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Epizykeln.jpg\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"477\" srcset=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Epizykeln.jpg 468w, https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Epizykeln-294x300.jpg 294w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/p>\n<p>Abbildung: Grundmodell der Planetenbahnen vor Kopernikus und Kepler<\/p>\n<p>Kopernikus wollte eigentlich dadurch, dass er die Planeten um die Sonne kreisen liess, dieses ganze komplizierte System vereinfachen. Aber ung\u00fcnstigerweise blieb er dabei, die Bahnen mithilfe von perfekten Kreisen zu beschreiben. Und das f\u00fchrte dazu, dass er f\u00fcr sein Modell sogar anstatt wie bisher 40 ganze 48 Epizykeln ben\u00f6tigte.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Das war nat\u00fcrlich keine besonders gute Werbung f\u00fcr sein Modell. Kopernikus war sich dieses Problems bewusst und behauptete deshalb in der Einleitung zu seinem Werk einfach frech, er h\u00e4tte die Anzahl von 80 auf 34 reduziert.<\/p>\n<p>Wesentlich verbessert hat sich die Akzeptanz des heliozentrischen Weltbildes erst dann, als ein paar Jahre sp\u00e4ter Kepler die Kreise durch Ellipsen ersetzte und mit einer Ellipse pro Planet auskam.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/kosten\/\">Kosten<\/a>]<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Koestler, A. (1959). Die Nachtwandler. Das Bild des Universums im Wandel der Zeit. Bern: Scherz.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Koestler (1959) S. 169<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kopernikus viele Kreise Kopernikus machte den mutigen Schritt, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen. Er konnte sich aber nicht von einer anderen \u00fcberkommenen Vorstellung trennen: Seit den Griechen galt das Dogma, dass am Himmel Perfektion herrscht, dass die &hellip; <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/kosten\/copernicus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"parent":4857,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"sidebar-page.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4863","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4863","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4863"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4863\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5298,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4863\/revisions\/5298"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4863"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}