{"id":4788,"date":"2023-03-18T16:10:34","date_gmt":"2023-03-18T15:10:34","guid":{"rendered":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=4788"},"modified":"2023-03-29T05:54:15","modified_gmt":"2023-03-29T04:54:15","slug":"unterrichtsrezepte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/verwendungszweck\/unterrichtsrezepte\/","title":{"rendered":"Unterrichtsrezepte"},"content":{"rendered":"<p>Den gr\u00f6ssten Teil meines Berufslebens habe ich in der p\u00e4dagogisch-didaktischen Forschung verbracht. Forschung in diesem Bereich verfolgt grob das Ziel, Denkwerkzeuge zu schaffen, um Unterricht wirksamer zu machen. Auf den ersten Blick k\u00f6nnte man dabei von einem technischen Interesse sprechen. Genauer betrachtet sind aber die Charakteristika des technischen Interesses nicht gegeben. Unter dem technischen Interesse werden normierte Situationen hergestellt, die durch entsprechend geschulte Personen beliebig herstellbar sind und f\u00fcr die bekannt ist, welche Reaktion eine bestimmte Aktion ausl\u00f6st. Das ist bspw. f\u00fcr den Abschuss einer Kanonenkugel oder f\u00fcr das Schalten eines elektronischen Steuerelements machbar.<\/p>\n<p>Man kann versuchen, Unterricht aus dieser Perspektive anzugehen und von den Lehrpersonen erwarten, dass sie normierte Situationen herstellen. Aber ihr \u201eMaterial\u201c sind nicht Kanonenkugeln, sondern Menschen. Und diese entziehen sich jeder Normierung, sowohl einzeln als auch in der Gruppe. Lehrpersonen sind daher st\u00e4ndig mit Situationen konfrontiert, die zwar immer wieder gewisse \u00c4hnlichkeiten haben, aber doch immer wieder so unterschiedlich sind, dass sie nach einer ganz spezifischen Reaktion verlangen. Lehrpersonen improvisieren st\u00e4ndig, was u.a. auch dazu f\u00fchrt, dass man sie nicht in dem Sinne schulen kann, wie man bspw. einem Kanonier das Einstellen des Abschusswinkels beibringen kann. Lehrpersonen werden das, was man ihnen in der Ausbildung oder in einer Weiterbildung mitgibt, nie genau so nutzen, wie es ihnen vermittelt wurde, sondern sie werden p\u00e4dagogische Theorien und Rezepte h\u00f6chstens als Grundlage f\u00fcr ihre Improvisationen verwenden. Denkwerkzeuge, die die p\u00e4dagogische Forschung schafft, m\u00fcssen also Improvisationen der Lehrpersonen derart unterst\u00fctzen, dass die Lernenden qualitativ m\u00f6glichst gut lernen \u2013 was auch immer darunter zu verstehen ist. Technische Regeln k\u00f6nnen dies nicht leisten.<\/p>\n<p>Die Ziele p\u00e4dagogisch-didaktischer Denkwerkzeuge decken sich aber auch nicht eins zu eins mit den Zielen des pragmatischen und\/oder des emanzipatorischen Interesses. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Lehrpersonen in einem gewissen Sinn die Lernenden verstehen, damit sie mit ihnen interagieren k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus brauchen sie aber auch Mittel, um die Lernenden sinnvoll anzuleiten. Und sicher kommt es vor, dass einzelne Lernende ihr Potenzial nicht abrufen k\u00f6nnen und so etwas wie eine \u201eTherapie\u201c brauchen. Aber die Aufgabe der Lehrperson endet nicht hier. Ist der \u201eKnopf\u201c bei den Lernenden einmal gel\u00f6st, brauchen diese immer noch Anleitung, wie sie jetzt, befreit von alten Ideen, lernen sollen.<\/p>\n<p>Alles in allem scheint es mir daher gerechtfertigt, von einem \u201ep\u00e4dagogischen Interesse\u201c zus\u00e4tzlich zu den drei von Habermas herausgearbeiteten zu sprechen (mehr dazu: <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/lehrerbildung\/denkwerkzeuge-fuer-unterrichtende\/\">Denkwerkzeuge f\u00fcr Unterrichtende<\/a>).<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/denkwerzeuge\/verwendungszweck\/\">Verwendungszweck<\/a>]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den gr\u00f6ssten Teil meines Berufslebens habe ich in der p\u00e4dagogisch-didaktischen Forschung verbracht. Forschung in diesem Bereich verfolgt grob das Ziel, Denkwerkzeuge zu schaffen, um Unterricht wirksamer zu machen. 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