{"id":4139,"date":"2019-01-28T11:00:21","date_gmt":"2019-01-28T10:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=4139"},"modified":"2019-01-28T11:30:09","modified_gmt":"2019-01-28T10:30:09","slug":"kalkulation-im-forstwesen-in-acht-schritten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/didaktisches-grundmodell\/acht-schritte\/beispiele\/kalkulation-im-forstwesen-in-acht-schritten\/","title":{"rendered":"Kalkulation im Forstwesen \u2013  in Acht Schritten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Hintergrund\/Acht%20Schritte\/Kalkulation_im_Forstwesen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Ausf\u00fchrlicher als PDF<\/em><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4148 aligncenter\" src=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Blaetter_Kalkulation_Forst.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Blaetter_Kalkulation_Forst.jpg 460w, https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Blaetter_Kalkulation_Forst-300x224.jpg 300w, https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Blaetter_Kalkulation_Forst-401x300.jpg 401w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p>Roger Maurer und Daniel Sennrich haben ihre Ausbildung zur Berufsschullehrperson am EHB absolviert. Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend, so dass die Studierenden gleich versuchen k\u00f6nnen und sollen, das Behandelte in ihrem Unterricht umzusetzen. Roger Maurer hat sich in diesem Zusammenhang an einen Versuch mit den <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=2414\"><em>Acht Schritten<\/em><\/a> gewagt. Daniel Sennrich hat ihn dabei begleitet (im Folgenden Roger und Daniel).<\/p>\n<p><em>Die im Folgenden in Normalschrift gesetzten Texte stammen aus einer umfangreichen Dokumentation, welche die beiden zusammen \u00fcber diesen Versuch angelegt haben. Die kursiven Kommentare dazwischen sind von Hansruedi Kaiser.<\/em><\/p>\n<h2><strong>Bedeutung der Situation<\/strong><\/h2>\n<p>Die Forstwart-Lernenden arbeiten momentan in Ausbildungsbetrieben, die mit einer extrem schlechten wirtschaftlichen Lage zu k\u00e4mpfen haben. Umso wichtiger erscheint es uns, dass die Lernenden in diesem Bereich grosse Unterst\u00fctzung von allen drei Lernorten erhalten, damit das Kosten-Nutzen Verst\u00e4ndnis ein hohes Niveau erreicht und die Lernenden auf die zunehmend schlechten wirtschaftlichen Situationen vorbereitet sind.<\/p>\n<p>Forstwarte, die Rapporte und Kalkulationen nicht sachgem\u00e4ss erstellen k\u00f6nnen, haben auf dem forstlichen Stellenmarkt fast keine Chance. Beides sind Arbeiten, die ein Forstwart t\u00e4glich korrekt ausf\u00fchren muss. Darum m\u00f6chten wir in diesen Lektionen mit den Lernenden die M\u00f6glichkeiten der Kalkulationen genau ansehen. Diese erstellen die Lernenden haupts\u00e4chlich in ihren Arbeiten im Rahmen der Lerndokumentation<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a>. Diesen Bereich m\u00f6chten wir mit praktischen \u00dcbungen f\u00f6rdern, damit die Lernenden f\u00fcr ihre Aufgabe in der Lerndokumentation und im sp\u00e4teren Berufsleben gut vorbereitet sind.<\/p>\n<h2><strong>Erfahrungen der Lehrperson<\/strong><\/h2>\n<p>Da Roger w\u00e4hrend 22 Jahren ein grosses Forstrevier im Kanton Baselland geleitet hat, sind seine pers\u00f6nlichen Erfahrungen im ausgew\u00e4hlten Unterrichtsthema auf einem guten Stand. Er f\u00fchlt sich sicher und kompetent genug, um die Lernenden in diesem Thema anzuleiten und zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2><strong>Die Lernenden<\/strong><\/h2>\n<p>Die Forstwart-Klasse 3, bei der das ausgew\u00e4hlte Thema unterrichtet wird, besteht aus 24 m\u00e4nnlichen Lernenden. Davon haben 5 Lernende einen Abschluss Sekundarstufe\u00a0I\u00a0P (progymnasiale Anforderungen), 9 Lernende einen Abschluss Sekundarstufe l E (erweiterte Anforderungen) und die restlichen 10 Lernenden einen Abschluss Sekundarstufe l A (allgemeine Anforderungen). Roger ist der Meinung, dass er die Lernenden gut kennt und ihre Leistungen ebenfalls gut einsch\u00e4tzen kann. Wenn die jungen Lernenden nun nach zwei Jahren genauer angeschaut werden, erkennt man immer noch dieselben positiven Eigenschaften. Die meisten in der Klasse haben begriffen, worum es im dritten Lehrjahr geht. Sie m\u00f6chten alle ihre F\u00e4higkeitsausweise erhalten und geben sich dementsprechend M\u00fche. Bei einigen kann man eine gewisse Nervosit\u00e4t bez\u00fcglich des nahenden QV (Abschlusspr\u00fcfung) feststellen. Mit einem Lernenden wurde diesbez\u00fcglich auch schon ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt. Die Lage scheint sich ein bisschen beruhigt zu haben, nachdem wir am Anfang des 6. Semesters die Ziele und unser Vorgehen in Bezug auf das QV genau besprochen haben.<\/p>\n<p>Wir arbeiten in Gruppen, einzeln und in Teams. Lernaufgaben, Arbeitsbl\u00e4tter und Postenarbeiten kennen die Lernenden vom Unterricht. Unterrichtsmaterialien wie Anschauungsmaterial, B\u00fccher, Plakate, Bilder usw. sind vorhanden. Beamer, Visualizer, Flip-Chart, Computer und Whiteboard stehen den Lernenden zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Ankn\u00fcpfungspunkte sind die eigenen T\u00e4tigkeiten der Lernenden in der Praxis und die Erkenntnisse aus den Arbeitsberichten der Lerndokumentation. Weitere Ankn\u00fcpfungspunkte sind die Erfahrungen der Holzschlag-Kalkulationen in den \u00fcberbetrieblichen Kursen (\u00dcK) des dritten Lehrjahres.<\/p>\n<h1>1 Warten, bis die Lernenden mit der Situation schon Erfahrungen gemacht haben<\/h1>\n<p>Wie erw\u00e4hnt, warten wir mit dem Thema Kalkulationen bis im dritten Lehrjahr. Die Lernenden kommen mit diesem Thema eigentlich erst dann so richtig in Kontakt, weil dann im \u00dcK-C diese Thematik erst richtig behandelt wird. Der \u00dcK-C \u201eHolzernte Kurs\u201c beinhaltet die rationelle und systematische Ausf\u00fchrung von Holzschl\u00e4gen. Dieses Fachgebiet bildet die optimale Grundlage, um den Lernenden anhand von eigens auszuf\u00fchrenden Holzschl\u00e4gen die Kalkulation praxisorientiert n\u00e4her zu bringen. Auch die Erfahrungen mit diesem Thema im Lehrbetrieb sind im dritten Lehrjahr am gr\u00f6ssten und k\u00f6nnen f\u00fcr die Lernenden gute Verkn\u00fcpfungspunkte darstellen. Meistens ist es aber so, dass die wenigsten Lernenden bereits eigene Nach- oder Vorkalkulation schriftlich ausgef\u00fchrt haben. Unsere Erfahrungen zeigen auch, dass die Lernenden mit der Kalkulations-Arbeit in der Lerndokumentation zuwarten, bis dieses Thema im dritten Lehrjahr behandelt wurde.<\/p>\n<p>Vorg\u00e4ngig hat Roger die Betriebsorganisation, den Betriebsplan und das Rapportwesen thematisiert, damit die Lernenden einen Einblick in die organisatorischen Bereiche der Themen erhalten. Die Kalkulationen kommen vom praktischen Ablauf her zuletzt und werden anschliessend an die anderen Themen unterrichtet. Alles in allem sind f\u00fcr die vorgesehenen Themen ca. 10 Lektionen vorgesehen. Wichtige Begriffe sind: Organigramm, Offertwesen, Betriebsabrechnung, Budget, Arbeitsrapporte, Vor- und Nachkalkulationen. Einige Begriffe wurden schon im ersten Lehrjahr im Kapitel 3, Holzernte und Holzmessen, vermittelt.<\/p>\n<p><em>Die Platzierung der Lerneinheit im Ausbildungsablauf ist in diesem Fall optimal. Es wird damit gewartet, bis die Lernenden mit der im Fokus stehenden Situation Erfahrungen gesammelt haben. Wie das Beispiel illustriert, m\u00fcssen die Lernenden nicht zwingend schon selbst Kalkulationen durchgef\u00fchrt haben, damit man mit ihnen die Situation bearbeiten kann. Wichtig ist nur, dass sie Situationen erlebt haben, in der eine Kalkulation gemacht wurde, so dass sie unter anderem auch eine Idee davon haben, wie sich diese in den ganzen Betriebsablauf einf\u00fcgen.<\/em><\/p>\n<h1>2 Die Lernenden schildern ihre Erfahrungen<\/h1>\n<p>F\u00fcr diesen Bereich haben wir den Lernenden den Auftrag gegeben, eigene Kalkulationen von Arbeiten, bei denen sie dabei waren, mitzubringen. Diese Unterlagen der Lehrbetriebe sind gute Grundlagen f\u00fcr den Austausch in der Gruppe und dienen der Wissenserweiterung, weil jede Kalkulation andere Arbeiten und Werte beinhaltet. Die Gruppen haben den Auftrag erhalten, sich w\u00e4hrend dreissig Minuten mit den mitgebrachten Unterlagen auseinander zusetzen und ihre Erkenntnisse auf einem Flip-Chart dem Plenum zu pr\u00e4sentieren. Aus dieser \u00dcbung sind viele Fragen und Diskussionen hervorgegangen, bei denen sich die Lernenden im gegenseitigen Austausch, selber helfen konnten und praktizierbare L\u00f6sungen pr\u00e4sentierten. Fragen, wie Berechnungen zu l\u00f6sen sind, waren h\u00e4ufig. Welche Komponenten f\u00fcr eine Kalkulation zu gebrauchen sind, waren auch Fragen, die durch den wichtigen Austausch entstanden sind.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Dieser Schritt erm\u00f6glicht es den Lernenden, ihr Vorwissen anzuwenden und dieses im Austausch in der Gruppe zu erweitern und zu diskutieren. Die Lernenden werden aktiviert und profitieren so von der Gruppe. Verschiedene Erfahrungen werden dadurch sehr schnell und effizient zusammengetragen. Erste Probleme werden ausdiskutiert.<\/li>\n<li>Schritt 2 dient auch der Teambildung um das Verhalten und die Regeln einer Gruppenarbeit erneut zu testen und zu festigen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtungen Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>Roger hat einen kurzen Einstieg zum Thema Kalkulation gemacht und die Lernenden nach ihrer Erfahrung gefragt. Direkter Praxisbezug gesucht und Lernende sofort abgeholt. Toller Einstieg!<\/li>\n<li>Tipp: Es muss nicht zwingend m\u00fcndlich sein. Andere M\u00f6glichkeiten wie Pinnwand ausprobieren.<\/li>\n<li>Die Lernenden zeigen ihre Kalkulationsunterlagen und tauschen sie in der Vierer-Gruppe aus. Roger \u00fcberl\u00e4sst die Gruppeneinteilung der Klasse. Dies dauerte fast 5 Minuten.<\/li>\n<li>Tipp: Digitale Gruppeneinteilung mit Learning App. So kannst Du Zeit gewinnen und Gruppen werden heterogener.<\/li>\n<li>Zwei Lernenden hatten keine Unterlagen dabei. Roger hat in seiner ruhigen Art den Lernenden ins Gewissen geredet und ihnen klar aufgezeigt, dass er dies nicht toleriert.<\/li>\n<li>Sicherlich auch ein Vorteil von diesem Modell; Lernende k\u00f6nnen trotzdem teilnehmen und bei den folgenden Schritten mitarbeiten.<\/li>\n<li>Roger geht von Gruppe zu Gruppe und unterst\u00fctzt die Lernenden.<\/li>\n<li>Gruppen pr\u00e4sentieren ihre Erkenntnisse den anderen Gruppen mit Flip-Chart.<\/li>\n<li>Tipp: Auch hier k\u00f6nnte man versuchen weitere Methoden der \u201eMediendidaktik\u201c zu nutzen und so eine gr\u00f6ssere Vielfalt an Pr\u00e4sentationstechniken zu erlangen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fazit:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Zeit war knapp berechnet. Wie viel Zeit will ich im Schritt 2 einsetzen?<\/li>\n<li>Schauen, dass sich alle in der Gruppe beteiligen und effizient mitarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Auch hier ist optimal, dass die Lernenden Unterlagen aus den Betrieben mitbringen. Dadurch erh\u00e4lt der Austausch im Schritt 2 mehr Substanz. Wenn viel Material vorhanden ist, wie hier offenbar der Fall, macht es Sinn, dieses gruppenweise zu diskutieren \u2013 was relativ viel Zeit braucht. Sonst kann man auch einzelne Lernende ihre Erfahrungen im Plenum schildern lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim Thema \u201eKalkulation\u201c ist es naheliegend, dass die Lernenden schriftliche Unterlagen mitbringen. In anderen Situationen k\u00f6nnte man auch andere Ideen aus der \u201eMediendidaktik\u201c nutzen und die Lernenden bitten, mit ihren Smartphones Fotos oder kurze Filme zu machen und diese vorg\u00e4ngig auf eine Plattform hochzuladen.<\/em><\/p>\n<h1>3 Die Lernenden l\u00f6sen eine mittelschwere Aufgabe<\/h1>\n<p>Damit die Lernenden nun ihre Erkenntnisse aus dem Austausch in einer schriftlichen Arbeit umsetzen konnten, haben sie eine Vertiefungsarbeit erhalten, die den Anspr\u00fcchen einer mittelschweren Aufgabe entspricht (s. Anhang C). Diese Lernaufgabe haben wir im Team bearbeiten lassen, damit sich die Lernenden bei Schwierigkeiten unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. S\u00e4mtliche Angaben k\u00f6nnen die Lernenden der Lernaufgabe sowie dem Fachordner entnehmen. Der Fachlehrer unterst\u00fctzt die Lernenden bei Fragen oder Schwierigkeiten. Die Arbeit dauerte 90 Min. Einige der Lernenden waren schon etwas fr\u00fcher fertig und konnten dadurch Kollegen in ihrer Arbeit unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Hier sind die Lernenden alleine aktiv und k\u00f6nnen eine mittelschwere Aufgabe l\u00f6sen. Die Lehrperson ist weitgehend im Hintergrund und hilft nur gezielt in einzelnen F\u00e4llen. Die Lernenden k\u00f6nnen anhand ihres Fachwissens und Ausbildungstands einen ganzen Arbeitsauftrag durcharbeiten und zielorientierte L\u00f6sungen selbst\u00e4ndig finden. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Lehrb\u00fccher ist gestattet.<\/li>\n<li>F\u00fcr ein n\u00e4chstes Mal: Evtl. verschiedene Aufgaben ausgeteilt werden oder sogar im Team arbeiten lassen.<\/li>\n<li>Schritt 3 dient auch der F\u00f6rderung von Eigenst\u00e4ndigkeit, um gezielt selbst\u00e4ndig eine L\u00f6sung zu finden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtungen Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>Roger erkl\u00e4rt m\u00fcndlich die Lernaufgabe und gibt den Lernenden gen\u00fcgend Zeit, sich einzuarbeiten und Fragen zu stellen.<\/li>\n<li>Roger zieht sich zur\u00fcck und l\u00e4sst die Klasse arbeiten.<\/li>\n<li>Einige Fragen werden beantwortet, und von Zeit zu Zeit geht Roger bei den Lernenden vorbei und unterst\u00fctzt sie individuell.<\/li>\n<li>Tipp: Lernaufgabe nicht nur m\u00fcndlich erkl\u00e4ren. Versuche, in diesem Schritt die Aufgabe zu visualisieren. So kl\u00e4ren sich einige gestellte Fragen von selbst<\/li>\n<li>Fazit: Zeitfenster war angemessen. Es k\u00f6nnten auch kleinere Lernaufgaben eingesetzt werden. Erg\u00e4be wieder einen Zeitgewinn.<\/li>\n<li>Roger nimmt sich Zeit, offene Fragen mit den Lernenden zu besprechen ohne ihnen die L\u00f6sung zu pr\u00e4sentieren. Er unterst\u00fctzt, wo es n\u00f6tig ist. Die Lernenden sind aktiv und ruhig am Arbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Erw\u00e4hnenswert auf dem Aufgabenblatt ist die kurze Einleitung \u201eAusgangslage\u201c. Idealerweise ergibt sich die Bedeutung des Themas, so wie sie hier geschildert wird, aus der Diskussion in Schritt 2. Es ist aber sicher eine gute Idee, sie beim Stellen der Aufgabe in Schritt 3 schriftlich zu wiederholen.<\/em><\/p>\n<h1>4 Gemeinsam die L\u00f6sungen der Lernenden kritisch besprechen<\/h1>\n<p>Nach der Ausf\u00fchrung der Lernaufgabe haben wir wieder Gruppen gebildet, damit wir Schwierigkeiten oder sogenannte Stolpersteine aufdecken konnten. Die Lernenden hatte f\u00fcr diese Reflexion 30 Min. Zeit. Die Ergebnisse der Reflexion wurden auf einem Flip-Chart notiert und von den Zuh\u00f6rern auf einer Tabelle eingetragen. Die tats\u00e4chlichen Stolpersteine waren nicht wie erwartet die Rechensaufgaben, sondern die entsprechenden Werte, welche f\u00fcr die Berechnungen notwendig sind.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Lernenden tauschen in Gruppen ihre Erfahrungen mit dem Arbeitsauftrag aus. Fehler und erlebte Schwierigkeiten werden ausgetauscht und untereinander l\u00f6sungsorientiert diskutiert. Ergebnisse werden schriftlich festgehalten und danach der ganzen Klasse im Plenum vorgestellt. Die Lehrperson hat nun die M\u00f6glichkeit, auf nicht gel\u00f6ste Probleme einzugehen und diese auch kurz zu erl\u00e4utern und zu erkl\u00e4ren.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Hier werden Pr\u00e4sentationstechnicken gef\u00f6rdert und dem Plenum vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<h3>Beobachtungen Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Lernenden erkl\u00e4ren m\u00fcndlich ihren L\u00f6sungsweg. Hindernisse werden angesprochen und ausdiskutiert. Nicht beteiligte Lernende kriegen von Roger den Auftrag, Notizen \u00fcber die Spezialit\u00e4ten und Schwierigkeiten zu machen. Roger ist aktiv dabei, l\u00e4sst aber die Lernenden aussprechen, stellt allenfalls eine Verst\u00e4ndigungsfrage und fasst das Wichtigste in einem Satz zusammen.<\/li>\n<li>Tipp: Genau diese kurzen S\u00e4tze und Anmerkungen m\u00fcssen gesammelt werden und sp\u00e4ter allen zur Verf\u00fcgung stehen.<\/li>\n<li>Fazit: Kurzweilige Methode um Schwierigkeiten im Plenum zu analysieren. Idee, dass zuerst in der Gruppe und dann im Plenum diskutiert wird, dies macht das Ganze effizienter, spannender und lehrreicher.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die spannende Aussage f\u00fcr mich: \u201eDie tats\u00e4chlichen Stolpersteine waren nicht wie erwartet die Rechenaufgaben, sondern die entsprechenden Werte, welche f\u00fcr die Berechnungen notwendig sind.\u201c Das entspricht genau meinen Erfahrungen: Bei Schwierigkeiten im Bereich Mathematik\/Rechnen in der Berufsbildung ist das Problem typischerweise nicht, dass die Lernenden \u201enicht rechnen k\u00f6nnen\u201c, sondern dass sie in einer f\u00fcr sie neuen Situation lernen m\u00fcssen, wie sie das, was sie wissen, sinnvoll gebrauchen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<h1>5 Das Werkzeug an realistischem Beispiel modellhaft demonstrieren<\/h1>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4149 aligncenter\" src=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Mindmap_Kalkulation_Forst.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Mindmap_Kalkulation_Forst.jpg 460w, https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-content\/uploads\/Mindmap_Kalkulation_Forst-300x171.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p>Die anschliessende Pr\u00e4sentation des schrittweisen Vorgehens bei der Erstellung der Kalkulation war der n\u00e4chste Teil des Acht-Schritte-Modells. Anhand einer Power-Point-Pr\u00e4sentation (s. Anhang D) mit der Lernaufgabe und mit mitgebrachten Unterlagen hat Roger den Lernenden eine Kalkulation von Anfang bis zum Ende erkl\u00e4rt. Vor allem die Sammlung der n\u00f6tigen Werte, insbesondere die Umrechnung der Holzmasse, wurde hervorgehoben und am Kalkulationsbeispiel der Lernenden erkl\u00e4rt. Die Lernenden stellten Fragen zum atro-Tonnen Holzgewicht: sie wollten wissen, wie die Umrechnung vollzogen wird. Anhand eines Beispiels im Fachordner und dem Hinweis, dass es so gemacht wird, wie sie es anl\u00e4sslich einer Exkursion im Holzwerk gesehen haben, kam der n\u00f6tige Aha-Effekt. Der Bezug zur erlebten Praxis wirkte auch hier.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Dieser Schritt dient dazu, eine kurze Sequenz von der Lehrperson zu integrieren. Die Lehrperson zeigt anhand eines komplexeren Beispiels aus der Praxis einen L\u00f6sungsweg auf. Wichtig ist, dass sie jeden L\u00f6sungsschritt kommentiert und auch dokumentiert. Unterlagen wie Lehrb\u00fccher oder andere Hilfsmittel werden von der Lehrperson gezielt eingesetzt. Am Schluss muss nicht nur das Ergebnis stimmen, sondern auch ein L\u00f6sungsweg ersichtlich sein, der f\u00fcr andere, gleichwertige Aufgaben kompatibel ist.<\/li>\n<li>Korrekte Erkl\u00e4rungen in Worten und Taten erleben. Nachvollziehbare Strategien erkennen<\/li>\n<li>F\u00fcr ein n\u00e4chstes Mal: Die Lernenden machen Notizen, die sie sp\u00e4ter auf den Spickzettel schreiben.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtungen Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>Lehrervortrag durch Roger \u00fcber eine anspruchsvollere und vielf\u00e4ltigere Kalkulation.<\/li>\n<li>Roger zeigt anhand der Kalkulation und dem Kalkulationsbeispiel der Lernenden, die einzelnen wichtigen Schritte klar und deutlich auf, nimmt Bezug auf vorher angesprochene Probleme und erl\u00e4utert diese sehr genau.<\/li>\n<li>Fazit: Kurzweilig, klar und deutlich mit Einbezug des Fachordners. Frontaler Unterricht kurzgehalten. Da keine grossen Fragen gestellt wurden, war Roger in 15 Min. fertig.<\/li>\n<li>Ganz wichtiger Schritt f\u00fcr die Lernenden. Sie generieren anhand von einem Ablaufschema in k\u00fcrzester Zeit einen Wissenszuwachs. Dies ist der einzige Schritt, bei welchem die Lernenden nicht selber aktiv sind und zus\u00e4tzliches Wissen pr\u00e4sentiert bekommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Genau, diese 15 Minuten Frontalunterricht braucht es. Die Lernenden h\u00e4tten selbst keine Chance, das professionelle Vorgehen zu \u201eentdecken\u201c, welches meist das Produkt von Erfahrungen aus hunderten von Jahren ist. Aber mehr als 15 Minuten braucht das typischerweise auch nicht. Vielmehr Zeit (die restlichen 7 Schritte) braucht es, damit die Lernenden das Vorgehen zu ihrem eigenen machen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Vorschlag, die Lernenden aufzufordern, hier bereits Notizen im Hinblick auf den Spickzettel zu machen, ist eine gute Idee. Allerdings sollte der Spickzettel dann nach Schritt 6 nur noch das enthalten, was die einzelnen Lernenden wirklich schriftlich als Ged\u00e4chtnisst\u00fctze brauchen. Was das genau sein wird, k\u00f6nnen sie hier noch nicht vorhersehen.<\/em><\/p>\n<h1>6 Die Lernenden \u00fcben mit selbst erfundenen Beispielen<\/h1>\n<p>Die \u00dcbung mit selbsterfunden Aufgaben f\u00fcr die Lernenden haben wir wieder mit dem Bezug zur Praxis in Auftrag gegeben. Zu der Zeit waren mehr oder weniger alle Forstbetriebe mit der Holzernte besch\u00e4ftigt. Diesen Aspekt haben wir f\u00fcr die Aufgabe genutzt. Alle Lernenden erhielten den Auftrag, eine erfundene Aufgabe anhand des Holzschlages, bei dessen Ausf\u00fchrung sie dabei sind, auf den n\u00e4chsten Unterrichtstag mitzunehmen. Das gegenseitige L\u00f6sen und Besprechen der Aufgaben waren die Ziele der \u00dcbung.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Der Auftrag auf n\u00e4chste Woche wird vorbereitet. Die Lernenden gehen zur\u00fcck in den Betrieb und erkundigen sich, wo sie in ihrem Betriebsumfeld das besprochene Thema vorfinden. Sie suchen sich Beispiele heraus und erstellen ihre eigene Lernaufgabe samt L\u00f6sungsweg. Hierbei ist es wichtig, dass das Fallbeispiel aus dem Betrieb stammt. So ist es dann auch m\u00f6glich, verschiedene Beispiele in der Klasse zu bearbeiten. Die Bearbeitung geschieht im 2er-Team und kann stetig ausgebaut werden.<\/li>\n<li>Der Praxisbezug wird gef\u00f6rdert und die Zusammenarbeit mit dem Betrieb verst\u00e4rkt. Informationen werden ausgetauscht und es entsteht ein gegenseitiger Informationsfluss.<\/li>\n<li>F\u00fcr ein n\u00e4chstes Mal: Hier k\u00f6nnte man auch den \u00fcK miteinbeziehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtungen Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>Roger hat die Auftragserteilung f\u00fcr n\u00e4chsten Unterricht erkl\u00e4rt und den Lernenden eine Lektion Zeit gegeben, diese im Selbststudium vorzubereiten.<\/li>\n<li>Fazit: Auftrag wird nicht nur m\u00fcndlich erteilt, sondern auch auf gemeinsamer whats-app-Plattform abgelegt. Die Lernenden haben nun auch Zeit, einmal durchzuatmen und das Gelernte pers\u00f6nlich zu verarbeiten. Sicherlich spielt hier die fortgeschrittene Uhrzeit auch eine Rolle!<\/li>\n<li>Der Ausbildungsbetrieb wird integriert und erh\u00e4lt so auch indirekt Einblick in den Berufskundeunterricht ihrer Lernenden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Interessante Idee, die Grundlagen f\u00fcr die selbst erfundenen Aufgaben im Betrieb abzuholen. Wenn Lernende M\u00fche haben, Aufgaben sozusagen aus dem hohlen Bauch heraus zu erfinden, kann das hilfreich sein. Zwingend ist es aber nicht, denn um das Ziel von Schritt 6 zu erf\u00fcllen, m\u00fcssen die Aufgaben nicht realistisch sein. Es geht hier vor allem darum, dass die Lernenden das Vorgehen im Prinzip in den Griff bekommen. Da k\u00f6nnen Details aus dem praktischen Alltag unter Umst\u00e4nden eher ablenkend als hilfreich sein.<\/em><\/p>\n<h1>7 Die Lernenden erarbeiten einen Spickzettel<\/h1>\n<p>Diesem Punkt haben wir ein spezielles Augenmerk gewidmet. Den Spickzettel als Checkliste zu verwenden, um damit die Arbeit f\u00fcr die Lerndokumentation zu erleichtern, war ein Ziel. Ein weiteres Ziel war die Verwendung eines zweiten Spickzettels f\u00fcr die anstehende Lernkontrolle.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Hier wird den Lernenden ein Zeitfenster zu Verf\u00fcgung gestellt. Es darf ein Spickzettel geschrieben werden, auf dem pers\u00f6nliche Notizen Platz haben. Dieser kann bei anstehenden Lernkontrollen eingesetzt werden und dient als Checkliste und Vertiefung des Themas.<\/li>\n<li>Vorbereitung und eigene Verarbeitung der wesentlichen Inhaltsteile. Eigene Reflexion in eigenen Worten.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Lernende haben die M\u00f6glichkeit einen Spickzettel (Checkliste) zu schreiben, den sie f\u00fcr ihre eigene Lernt\u00e4tigkeit ben\u00fctzen k\u00f6nnen. Einen zweiten Spickzettel, im Format A5, k\u00f6nnen sie f\u00fcr die Lernkontrolle schreiben. Dieses Dokument m\u00fcssen sie eine Woche vor der Lernkontrolle abgeben, und es darf dann am Zeitpunkt der Pr\u00fcfung verwendet werden. Wir geben den Lernenden manchmal die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr die Lernkontrolle ein paar von ihnen angefertigte Notizen zu erstellen, damit sie w\u00e4hrend der Lernkontrolle eine kleine Hilfe ben\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Fazit: Die Spickzettel m\u00fcssen eigenh\u00e4ndig geschrieben werden, damit die Lernenden einen Bezug dazu erhalten und den Sinn in ihnen erkennen. Der Spickzettel f\u00fcr die Lernkontrolle erm\u00f6glicht eine etwas stressfreiere Bearbeitung der Fragen. Die Lernenden sch\u00e4tzen diese wohlwollende Pr\u00fcfungsform.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Sehr sch\u00f6n ist hier den Einbezug von zwei verschiedenen Zielsituationen: 1) Der reale Einsatz im betrieblichen Alltag, 2) die Bearbeitung entsprechender Aufgaben an einer Pr\u00fcfung. Konsequenterweise werden f\u00fcr diese beiden Zielsituationen zwei unterschiedliche Spickzettel geschrieben, da das Bearbeiten von Pr\u00fcfungsaufgaben andere Anforderungen stellt als die Kalkulation im beruflichen Alltag.<\/em><\/p>\n<h1>8 Gemeinsam die Anwendung im Betrieb diskutieren<\/h1>\n<p>Damit die Lernenden die M\u00f6glichkeit haben, die erworbenen F\u00e4higkeiten im Betrieb umzusetzen, sollen sie die selbsterfundene Aufgabe ihres Holzschlages mit ihren Berufsbildnern anschauen und besprechen. Roger verlangt, auf Wunsch der Berufsbildner im Betrieb, f\u00fcr solche Arbeiten eine Unterschrift als Best\u00e4tigung.<\/p>\n<h3>Reflexion Roger<\/h3>\n<ul>\n<li>Der Spickzettel oder auch Checkliste wird im Betrieb erg\u00e4nzt und mit dem Berufsbildner angeschaut. So gewonnene Erkenntnisse werden im Unterricht unter den Lernenden ausgetauscht.<\/li>\n<li>F\u00fcr ein n\u00e4chstes Mal: Ist dieser Schritt n\u00f6tig? Der Zettel k\u00f6nnte auch mit der Lehrperson angeschaut werden. Der Praxisbezug sowie die Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsbetrieb sind mit Schritt 6 gen\u00fcgend gedeckt.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtungen Daniel<\/h3>\n<ul>\n<li>F\u00fcr diese Aufgabe haben die Lernenden die Checkliste mit in den Lehrbetrieb genommen und diese mit dem zust\u00e4ndigen Berufsbildner besprochen. Hier k\u00f6nnen wir feststellen, dass die meisten Berufsbildner die Themen mit den Lernenden besprechen und auch ernst nehmen. Laut Aussage der meisten Lernenden wird die Umsetzung in die Praxis meist nur besprochen aber nicht ausprobiert, weil f\u00fcr diese Arbeit von den Lehrbetrieben keine Zeit zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die Checklisten werden mit dem Fachlehrer im Verlauf des 8-Schritte Modells ja sowieso besprochen und zeigen auf jeden Fall in den \u00abKalkulationen\u00bb der Lerndokumentationen ihre Wirkung.<\/li>\n<li>Fazit: Hier entsteht eine grosse Wirkung auf die Arbeiten der Lernenden f\u00fcr die Lerndokumentation. Die Pflichtarbeit \u201eKalkulation\u201c in der Lerndokumentation ist f\u00fcr viele Lernende immer eine Schl\u00fcsselarbeit, bei der sie nicht so recht wissen, wie sie vorzugehen haben. Mit der erlebten Arbeit anhand des 8-Schritte Modells haben die Lernenden eine sehr gute Grundlage, die Aufgabe in der Lerndokumentation besser zu \u00fcberblicken und abzuschliessen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Roger fragt: \u201eIst dieser Schritt n\u00f6tig?\u201c Nun von der Konzeption her ist der <strong>Schritt 8<\/strong> <strong>der zentrale<\/strong> Schritt, der oft auch am meisten Zeit beansprucht. Alles andere ist Vorbereitung. Wie kommt Roger dann zu dieser Frage?<\/em><\/p>\n<p><em>Eine Interpretation ist, dass dahinter eine Vermischung der Funktion der Schritte 6 und 8 steht (\u201eDer Praxisbezug sowie die Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsbetrieb sind mit Schritt 6 gen\u00fcgend gedeckt\u201c). Wie oben schon angesprochen, ist es die Funktion von Schritt 6, den Lernenden zu erm\u00f6glichen, das Vorgehen im Prinzip und ungetr\u00fcbt durch alle Komplikationen des beruflichen Alltags in den Griff zu bekommen. D.h. von der Konzeption her ist <strong>Schritt 6 der Schritt mit dem wenigsten Praxisbezug<\/strong>! Der Kontakt zur Praxis wird dann in Schritt 8 wieder aufgenommen. Dabei werden die Lernenden u.a. erfahren, dass man im Alltag oft vom Prinzip abweichen muss, um mit verschiedensten Details fertig zu werden, welche das Prinzip nicht abdecken kann. Das ist ein relativ aufwendiger Prozess und daher die Aussage oben, dass Schritt 8 oft von allen Schritten am meisten Zeit beansprucht. Die acht Schritte trennen diese beiden Lernaufgaben \u2013 das Vorgehen im Prinzip in den Griff zu bekommen und das Vorgehen flexibel realen Gegebenheiten anzupassen \u2013 bewusst. In vielen F\u00e4llen d\u00fcrfte es die Lernenden \u00fcberfordern, diese beiden Lernaufgaben zu vermischen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ob die saubere Trennung notwendig ist, h\u00e4ngt allerdings von der Art der Zielsituation ab. Ist die Zielsituation die Bearbeitung von Pr\u00fcfungsaufgaben, dann gibt es in Schritt 8 tats\u00e4chlich nicht mehr so viel zu tun, denn Pr\u00fcfungsaufgaben werden typischerweise so konstruiert, dass das Vorgehen genau nach Prinzip eingesetzt werden kann und keine Anpassungen notwendig sind. Was dazukommt ist einzig die Anforderung, das Vorgehen unter den Stressbedingungen einzusetzen. Daran kann man mit den Lernenden arbeiten, indem man als Schritt 8 eine Pr\u00fcfung durchf\u00fchrt und anschliessend mit den Lernenden bespricht, wie sie damit zurechtgekommen sind. Werden entsprechende Aufgaben an der Schlusspr\u00fcfung (im QV) ebenfalls vorkommen, ist das eine hilfreiche Vorbereitung darauf.<\/em><\/p>\n<p><em>Ist die Zielsituation hingegen der tats\u00e4chliche Einsatz des Vorgehens im beruflichen Alltag, dann kommen auf die Lernenden in Schritt 8 nochmals nicht zu untersch\u00e4tzende Lernaufgaben zu. Im Hinblick auf diesen Punkt weist die Frage von Roger \u2013 \u201eIst dieser Schritt n\u00f6tig?\u201c \u2013 auf den einzigen Schwachpunkt dieser sonst sehr sch\u00f6nen Umsetzung der acht Schritte hin: Die Reflexion \u00fcber die Gebrauchssituation im beruflichen Alltag wird nicht konsequent zu Ende gef\u00fchrt. Es bleibt unklar, ob von den Lernenden erwartet wird, dass sie tats\u00e4chlich im beruflichen Alltag selbstst\u00e4ndig solche Kalkulationen durchf\u00fchren k\u00f6nnen, oder ob es vielmehr darum geht, dass sie bei Kalkulationen mitarbeiten k\u00f6nnen, indem sie bspw. bewusst korrekte Rapporte ausf\u00fcllen etc.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn sie selbstst\u00e4ndig Kalkulationen durchf\u00fchren sollten, dann m\u00fcssen sie unbedingt im beruflichen Alltag Gelegenheit erhalten, dies zu tun. Wenn daf\u00fcr \u201evon den Lehrbetrieben keine Zeit zur Verf\u00fcgung gestellt wird\u201c, versagt die Ausbildung als Ganzes. Etwas, dass man an der Schule im Prinzip im Griff hat, kann man noch lange nicht im realen beruflichen Alltag nutzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn es aber nur darum geht, bei Kalkulationen mitzuarbeiten, indem man bspw. Rapporte gewissenhaft und sinnvoll ausf\u00fcllt, dann m\u00fcsste der ganze Aufbau dieser Lerneinheit \u00fcberdacht werden; dann m\u00fcsste als Aufgabe in Schritt 3 nicht eine selbstst\u00e4ndig erstellte Kalkulation sondern bspw. ein sinnvoll ausgef\u00fcllter Rapport stehen; dann m\u00fcsste in Schritt nicht das Vorgehen beim Erstellen einer Kalkulation sondern beim Ausf\u00fcllen eines Rapportes stehen; etc.<\/em><\/p>\n<h1>Zusammenfassung<\/h1>\n<p>Schon bei der Planung haben wir gemerkt, dass sich das 8-Schritte Modell sehr einfach in den Unterricht integrieren l\u00e4sst. Die 8 Schritte sind in einer logischen und verst\u00e4ndlichen Reihenfolge aufgebaut und gut aufeinander abgestimmt. Roger arbeitet mit dem AVIVA Modell. Die 8 Schritte lassen sich problemlos in die schon bestehende Unterrichtsplanung integrieren. Es werden automatisch verschiedene Lernmethoden angewendet, die den Unterricht sehr abwechslungsreich werden lassen. Wir denken, dass sich bei unseren beiden Berufen das Modell sehr gut eignet, da wir viele Themen praxisbezogen unterrichten.<\/p>\n<p><em>Etwas \u00fcberspitz formuliert sind die acht Schritte eine Konkretisierung von AVIVA f\u00fcr den Unterricht an Berufsfachschulen in der dualen beruflichen Bildung mit dem Ziel, den Lernenden ein neues Vorgehen beizubringen. Das AVIVA-Modell ist im Prinzip in jeder Art von schulischem Umfeld einsetzbar. Die acht Schritte konkretisieren f\u00fcr die Zwecke der dualen Berufsbildung \u201eInformieren\u201c aus AVIVA durch \u201eModellieren eines professionellen Vorgehens\u201c (Schritt 5), oder \u201eVorwissen abholen\u201c durch \u201eEine mittelschwere Aufgabe stellen\u201c (Schritt 3).<\/em><\/p>\n<p>Die Lernenden sind sehr aktiv und nur im Schritt 5 wird ihnen anhand einer kurzen Demo Wissen pr\u00e4sentiert. Ein grosses Plus dieses Modelles ist, dass der Lehrbetrieb involviert wird. Dieser Austausch k\u00f6nnte man sicherlich auch bei anderen Aufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das 8-Schrittemodell ist ein Modell, das die Praxis mit der Theorie auf einfachste und effizienteste Art und Weise verbindet. Die Lernenden und auch die Lehrperson finden den Zugang zu beruflichen Handlungssituationen dadurch einfacher. Durch das Modell wird die Zusammenarbeit Betrieb, \u00dcK und Berufsschule ungezwungen gef\u00f6rdert. Einblicke durch die Berufsbildner in die Unterrichtseinheiten der Lernenden und eine andere Sichtweise der Lehrperson in die Lehrbetriebe, f\u00f6rdert die Ausbildung der Lernenden auf einer ganz anderen Ebene ungemein.<\/p>\n<p>Die Lernenden die Situation erleben zu lassen, ist unserer Meinung nach von grosser Wichtigkeit. Das kann sowohl im Lehrbetrieb, im \u00fcK, aber durchaus auch an der Berufsschule geschehen. Die Lernenden m\u00fcssen \u00fcber eine gewisse Grundkompetenz verf\u00fcgen, damit die Ankn\u00fcpfungspunkte gesehen und verstanden werden. Mittelschwere Aufgaben stellen und bearbeiten zu lassen, scheint uns sehr zentral. Hier m\u00fcssen Aufgaben geschildert werden, die mit einfachen und kurzen Lesetexten aufgebaut werden und mit der Praxis verkn\u00fcpft sind. Mit zu grossen und komplexen Arbeiten, die viel Lesetext beinhalten, stillen wir den Wissenshunger der Lernenden schon zu Beginn der Arbeit und der Lernerfolg ist fast bei \u201eNull\u201c.<\/p>\n<p>Bei unserem Kompetenznachweis haben wir praxisnah erlebt, dass den Autoren des 8-Schritte Modells, der Praxisbezug sehr am Herzen liegt, damit die Lernenden Verkn\u00fcpfungen aus der Praxis herleiten k\u00f6nnen und so ein m\u00f6glichst grosser Lernerfolg garantiert wird. Neben AVIVA und PADUA kann das 8-Schritte Modell sehr gut f\u00fcr die Unterrichtsvorbereitung verwendet werden. Das haben wir beide auf jeden Fall so empfunden und erlebt. Als zuk\u00fcnftige Entwicklungsschritte haben wir uns zum Ziel gesetzt, das 8-Schritte-Modell fest in unsere Planung einzubeziehen. Wir haben festgestellt, dass die Lernenden durch die praxisorientierte Vermittlung des Stoffes, mehr Motivation und einen gr\u00f6sseren Wissenszuwachs erleben. Wir sind \u00fcberzeugt, dass bei einer konsequenten Durchf\u00fchrung des 8-Schritte Modells im Unterricht, die Lernenden und die Fachlehrer eine Menge profitieren werden.<\/p>\n<p>Einschr\u00e4nkungen erkennen wir vor allem im Bereich des Vorwissens der Lernenden. So denken wir, dass dieses Modell erst ab dem zweiten Lehrjahr sinnvoll eingesetzt werden kann. Es ben\u00f6tigt doch einige Grundkenntnisse. Auch der Aspekt Zeit spielt eine Rolle. Um den Praxisbezug zu gew\u00e4hrleisten, ist das Modell nicht an einem Schultag umsetzbar.<\/p>\n<p>Mit kleineren Lernaufgaben k\u00f6nnte man den grossen Zeitrahmen sicherlich k\u00fcrzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausf\u00fchrlicher als PDF Roger Maurer und Daniel Sennrich haben ihre Ausbildung zur Berufsschullehrperson am EHB absolviert. Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend, so dass die Studierenden gleich versuchen k\u00f6nnen und sollen, das Behandelte in ihrem Unterricht umzusetzen. 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