{"id":3828,"date":"2017-10-06T09:16:02","date_gmt":"2017-10-06T08:16:02","guid":{"rendered":"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=3828"},"modified":"2017-10-06T10:19:15","modified_gmt":"2017-10-06T09:19:15","slug":"forschungsagenda","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/","title":{"rendered":"Forschungsagenda &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8230; f\u00fcr eine Didaktik des Mathematikunterrichts in der Berufsbildung <\/strong><a href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/div\/Forschungsagenda_fuer_eine_Didaktik_des_Mathematikunterrichts_in_der_Berufsbildung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>pdf<\/em><\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/anlass\/\"><em>Fachrechnen vom Kopf auf die F\u00fcsse gestellt<\/em><\/a> ist ein Modell, wie sich Rechnen und Mathematik im schulischen Unterricht der dualen Berufsbildung handlungsorientiert integrieren l\u00e4sst. Das Konzept und die damit verbundenen didaktischen Modelle sind in den letzten gut 10 Jahren in intensiver Interaktion mit Lehrpersonen in Berufsfachschulen in der Schweiz entstanden. Es hat sich insofern bew\u00e4hrt, als dass Lehrpersonen, die heute neu damit konfrontiert werden, sich davon angesprochen f\u00fchlen und als Folge davon Ver\u00e4nderungen im Unterricht vornehmen, die sie und ihre Lernenden als positiv wahrnehmen.<\/p>\n<p>Damit ist der Grundstein gelegt, um \u00fcber die vorhandene anekdotische Evidenz hinausgehend vertieft zu erforschen, ob das Konzept h\u00e4lt, was es verspricht. Das Folgende ist der Versuch, ein entsprechendes Forschungsprogramm anhand verschiedener, aufeinander aufbauender Fragen zu skizzieren. Darin eingestreut sind vorl\u00e4ufige Antworten auf die jeweiligen Fragen aus Sicht von <em>Fachrechen vom Kopf auf die F\u00fcsse gestellt <\/em>(im Folgenden <em>FKF<\/em>).<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/2\/\">Ziele in der beruflichen Erstausbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/3\/\">Terminologie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/4\/\">In welchem Verh\u00e4ltnis steht ZMV zu SM und HM?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/5\/\">ZMV erlernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/8\/\">Zwischenbilanz: Der theoretische Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/8\/\">ZMV in den verschiedenen Berufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/10\/\">Die Schnittstelle zwischen obligatorischer Schulzeit und Berufsbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/15\/\">Woher kommt das aktuelle Unbehagen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/16\/\">Die Fragen im \u00dcberblick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/17\/\">Literatur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1><a id=\"titel_ziele\"><\/a>1 Welche Ziele sollen im Zusammenhang mit der Behandlung mathematischer Inhalte im Rahmen der beruflichen Erstausbildung erreicht werden?<\/h1>\n<p>Beim Durchsehen von beh\u00f6rdlichen Dokumenten und Lehrpl\u00e4nen sowie im Gespr\u00e4ch mit unterschiedlichen Akteuren der Berufsbildung trifft man auf mindestens folgende drei Ziele:<\/p>\n<p><strong>Die Lernenden handlungsf\u00e4hig machen:<\/strong> Da die Lernenden am Ende ihrer Ausbildung f\u00e4hig sein sollten, gewisse berufliche Aufgaben\/Situationen kompetent zu bew\u00e4ltigen, ist es das erste und naheliegendste Ziel der Berufsbildung, ihnen das dazu notwendige mathematisch\/rechnerische R\u00fcstzeug zu vermitteln. Typische solche Aufgaben\/Situationen sind: Als Schreinerin auf der Baustelle einen rechten Winkel \u00fcberpr\u00fcfen; als Milchtechnologe Vollmilch und Magermilch mischen, um einen bestimmten Fettgehalt zu erreichen; als Pflegende eine Infusion richten, so dass der Patient die verordnete Dosis in der verordneten Zeitspanne erh\u00e4lt; etc.<\/p>\n<p><strong>Die Lernenden auf sp\u00e4tere Weiterbildungen vorbereiten:<\/strong> Oft besteht dar\u00fcber hinaus der Anspruch, die Lernenden nicht nur auf das vorzubereiten, was sie in der beruflichen Praxis gleich nach Abschluss der Ausbildung erwartet, sondern auch eine Grundlage f\u00fcr weiteres Lernen entweder direkt am Arbeitsplatz oder dann in Weiterbildungen oder weiterf\u00fchrenden, h\u00f6heren Ausbildungen zu legen \u2013 Lehrpersonen und andere Akteure im Bildungssystem m\u00f6chten den Lernenden \u201eeinen Rucksack mitgeben\u201c. Beim Verfolgen dieses Zieles werden manchmal im Unterricht an den Berufsfachschulen neue Inhalte erarbeitet, welche \u00fcber die Inhalte der obligatorischen Schulzeit hinausgehen. Oft geht es aber einfach auch darum, bereits vorhandenes Wissen und K\u00f6nnen, das in der beruflichen Grundbildung nicht ben\u00f6tigt wird, aktiv zu erhalten. Ein typisches Beispiel f\u00fcr die erste Variante w\u00e4re: Trigonometrische Funktionen als Grundlagen f\u00fcr Weiterbildungen im Elektrobereich. Typische Beispiele f\u00fcr die zweite Variante: Preisberechnungen bei K\u00f6chinnen oder das Errechnen von Kennzahlen bestimmter Lagerkonfigurationen bei Logistikern \u2013 beides Aufgaben, welche erst in Weiterbildungen wirklich zum Thema werden.<\/p>\n<p><strong>Den Lernenden ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedeutung der Mathematik in der modernen Welt vermitteln:<\/strong> F\u00fcr die Bedienung von Ger\u00e4ten wie Smartphones oder f\u00fcr die Teilnahme an Wahlen ist es nicht zwingend notwendig, die Mathematik zu kennen und zu verstehen, welche bei der Entwicklung der Ger\u00e4te oder des Wahlverfahrens eine Rolle gespielt haben. Ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr kann aber helfen, sich aktiv, bewusst und kritisch in einer Welt zu bewegen, welche vielerorts durch den Einsatz mathematischer Modelle gepr\u00e4gt ist. Wenn die dazu ben\u00f6tigte Mathematik \u00fcber das hinausgeht, was bis zum Eintritt in die Berufsbildung vermittelt werden kann (bspw. die Verschl\u00fcsselung von Nachrichten auf dem Smartphone), oder wenn die Betroffenheit und damit das Interesse f\u00fcr die jeweiligen Themen erst fr\u00fchestens w\u00e4hrend der beruflichen Grundbildung gegeben sind (bspw. Wahlen und Abstimmungen), kann hier die Berufsbildung im Anschluss an die obligatorische Schulzeit Aufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Neben diesen drei Zielen muss der Vollst\u00e4ndigkeit halber noch ein viertes Ziel erw\u00e4hnt werden, welches Lehrpersonen immer wieder einmal verfolgen: Der Einsatz von Rechen- bzw. Mathematikaufgaben im Unterricht als Disziplinierungs- und Selektionsinstrument. Dazu zwei Beispiele aus vielen, denen ich w\u00e4hrend der Entstehungszeit von <em>FKF<\/em> begegnet bin: \u201eFachrechnen wird vor allem zur Disziplinierung der Lernenden eingesetzt.\u201c (Antwort einer Lehrperson f\u00fcr Milchtechnologie auf die Frage zur Bedeutung des Fachrechnens) und \u201eJetzt haben wir kein Selektionsinstrument mehr.\u201c (Stra\u00dfenbauer, nach einer Revision des Lehrplans, die dazu f\u00fchrte, dass nur noch Aufgaben\/Situationen behandelt werden, wie sie auf der Baustelle auch tats\u00e4chlich vorkommen, und welche von den Lernenden typischerweise problemlos gemeistert werden).<\/p>\n<p>Die ersten drei Ziele sind alles Ziele, die aus meiner Sicht ihre Berechtigung haben. Allerdings werden das zweite Ziel (\u201eRucksack\u201c) und das dritte Ziel (\u201eVerst\u00e4ndnis\u201c) auch an allgemeinbildenden Schulen verfolgt. Es d\u00fcrften sich bei diesen Zielen im Rahmen der Berufsbildung dieselben didaktischen Fragen stellen wie auch im allgemeinbildenden Unterricht &#8211; auch wenn die behandelten Inhalte vielleicht verschieden sind.<\/p>\n<p>Hingegen ist das erste Ziel (\u201eHandlungsf\u00e4higkeit\u201c) ein genuin berufsbildendes Ziel. Um die vorhandenen Ressourcen gezielt einzusetzen, hat <em>FKF<\/em> deshalb nur dieses Ziel vertieft verfolgt. Und entsprechend sind die folgenden Fragen relativ zum Ziel \u201eHandlungsf\u00e4higkeit\u201c zu verstehen.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>2 Terminologie<\/h1>\n<p>Es ist nicht einfach, \u00fcber das Handeln in \u201emathematikhaltigen\u201c Situationen des beruflichen Alltags zu schreiben, ohne dass durch die Art der Beschreibung un\u00fcberpr\u00fcfte theoretische Annahmen eingeschleust werden. \u201eMathematik anwenden\u201c bspw. d\u00fcrfte bei vielen Lesenden und Schreibenden das Bild heraufbeschw\u00f6ren, dass die anwendende Person \u00fcber mathematische Konzepte verf\u00fcgt, mit deren Hilfe sie einen Ausschnitt der Welt erfasst und so die sich stellende Aufgabe l\u00f6st (beschrieben bspw. als <em>Modellieren<\/em>, Maa\u00df 2005). Das ist eine starke Annahme \u00fcber die Beziehung zwischen Konzepten und dem Handeln in realen Alltagssituationen, die kognitionspsychologisch keineswegs als gesichert gelten kann (f\u00fcr alternative Modelle bspw. B\u00f6hle &amp; Porschen 2012; Gustafsson &amp; Mouwitz 2010; Kaiser 2005b; Lakoff u. N\u00fa\u00f1ez 2000; Sfard 2008).<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, hier die Gr\u00fcnde f\u00fcr alternative Modelle zu diskutieren. Sie werfen aber die Frage auf, wie sich das Geschehen sinnvoll beschreiben l\u00e4sst, wenn jemand im beruflichen Alltag ein Aufgabe bearbeitet, welche aus der Beobachterperspektive als \u201emathematikhaltig\u201c beschrieben werden kann (\u201ePh\u00e4nomen X\u201c). Diese Frage muss eine begr\u00fcndete Didaktik des Mathematikunterrichts in der Berufsbildung explizit kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Diskussion dieser Frage wird dadurch erschwert, dass in Bezeichnungen wie \u201eAlltagsmathematik\u201c oder \u201eGebrauch von Mathematik\u201c gedanklich immer schon \u201eMathematik\u201c enthalten ist. Weniger vorbelastet w\u00e4re ein Begriff, welcher das Wort \u201eMathematik\u201c ganz vermeidet. Versuche, entsprechende Begriffe zu pr\u00e4gen, wurden im Rahmen der Ethnomathematik schon verschiedene unternommen \u2013 geht es doch dort u.a. auch darum, Ph\u00e4nomene zu beschreiben, welche die Beteiligten keineswegs als \u201eMathematik\u201c bezeichnen w\u00fcrden. Einer der bekannteren und am besten ausgearbeiteten Vorschl\u00e4ge stammt von Bishop (1988). Er beschreibt \u201esix universal activities\u201d:<\/p>\n<ul>\n<li>Z\u00e4hlen (counting)<\/li>\n<li>Messen (measuring)<\/li>\n<li>Verorten (locating)<\/li>\n<li>Entwerfen (designing)<\/li>\n<li>Spielen (playing)<\/li>\n<li>Erkl\u00e4ren (explaining).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die ersten drei dieser Aktivit\u00e4ten scheinen mir grundlegend. Ich werde daher im Folgenden f\u00fcr das \u201ePh\u00e4nomen X\u201c (\u201eJemand bearbeitet im Alltag eine Aufgabe, welche aus der Beobachterperspektive als \u201amathematikhaltig\u2018 beschreiben werden kann\u201c) das K\u00fcrzel <em>ZMV<\/em> (<em>Z\u00e4hlen-Messen-Verorten<\/em>) verwenden.<\/p>\n<p>Damit soll nichts anderes erreicht werden, als gewisse Zusammenh\u00e4nge besser diskutierbar zu machen. Zur Illustration eine Analogie aus dem sprachlichen Bereich: Dort kennt man die Unterscheidung zwischen Sprache und Linguistik. Diese Unterscheidung macht Aussagen wie \u201eSprachgebrauch ist Anwendung von Linguistik\u201c zu einer \u2013 diskutierbaren \u2013 empirischen Behauptung.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/p>\n<p>Setzt man in dieser Analogie ZMV der Sprache oder dem Sprachgebrauch gleich, dann ist das Anlog zur Linguistik auf der mathematischen Seite die (akademische) Mathematik als Disziplin, so wie sie vor allem an Hochschulen gelehrt und betrieben wird. Das Betreiben akademischer Mathematik als \u201ePh\u00e4nomen Y\u201c soll im Folgenden kurz als <em>HM<\/em> (<em>Hochschulmathematik<\/em>) bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Davon abzugrenzen ist als ein drittes \u201ePh\u00e4nomen Z\u201c jene Spielart von Mathematik, wie sie an allgemeinbildenden Schulen von der Primarschule bis zum Gymnasium betrieben wird (Fischer et al. 2009, Watson 2008) \u2013 im Folgenden kurz <em>SM<\/em> (<em>Schulmathematik<\/em>) genannt.<\/p>\n<p>Es besteht nicht der Anspruch, dass <em>ZMV<\/em>, <em>SM<\/em> und <em>HM <\/em>so gefasst klar abgegrenzte und gut definierte Begriffe sind. Die Unterscheidung soll nur helfen, im Folgenden ein paar Fragen einfacher zu formulieren. Bei der Beantwortung der Fragen k\u00f6nnte sich dann durchaus zeigen, dass die getroffene Unterscheidung nicht zweckm\u00e4\u00dfig ist.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>3 In welchem Verh\u00e4ltnis steht <em>ZMV<\/em> zu <em>SM<\/em> und <em>HM<\/em>?<\/h1>\n<p>Prinzipiell w\u00e4re denkbar, dass <em>ZMV<\/em> eine ganz andere Didaktik ben\u00f6tigt als bspw. eine <em>SM-Didaktik<\/em> oder gar eine <em>HM-Didaktik<\/em>. Ob oder wie weit dies der Fall ist, h\u00e4ngt davon ab, welche Beziehungen zwischen <em>ZMV, SM<\/em> und auch <em>HM<\/em> bestehen.<\/p>\n<p>Eine Beziehung scheint mir unproblematisch zu sein. Fragt man jemanden: \u201e\u00c4ndert sich die Anzahl Kinder in einer Klasse, wenn es anstatt 8 M\u00e4dchen und 13 Jungs umgekehrt 13 M\u00e4dchen und 8 Jungs sind?\u201c, dann kann man sicher das <em>HM-Konzept<\/em> \u201eKommutativit\u00e4t\u201c f\u00fcr die Prognose nutzen, dass die Person mit hoher Wahrscheinlichkeit Nein sagen wird.<\/p>\n<p>Unproblematisch ist diese Verwendung von <em>HM-Konzepten<\/em> zur Prognose von Verhalten allerdings nur, wenn man dies als eine analytische Beschreibung aus der Beobachterperspektive stehen l\u00e4sst und nicht sofort darauf schlie\u00dft, dass die Person zu dieser Antwort kommt, weil sie das Konzept der Kommutativit\u00e4t \u201eanwendet\u201c. Andernfalls k\u00f6nnte es sein, dass man derselben Verwechslung von Landkarte und Territorium unterliegt, wie wenn man folgert, dass Planeten Differentialgleichungen l\u00f6sen, weil man ihre Bahn mit Hilfe von Differentialgleichungen voraussagen kann.<\/p>\n<p>D.h. ob und in welcher Form jemand \u00fcber <em>HM-Konzepte<\/em> und v.a. <em>SM-Konzepte<\/em> verf\u00fcgen muss, um <em>ZMV<\/em> betreiben zu k\u00f6nnen, ist eine empirisch zu kl\u00e4rende Frage.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Klassen von Modellen des Zusammenspiels von <em>ZMV<\/em> und <em>SM-Konzepten<\/em> lassen sich unter anderem durch die von Dreyfus &amp; Dreyfus (1987) getroffene Unterscheidung zwischen handlungsleitendem und reflexionsleitendem Einsatz von Konzepten gewinnen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Handlungsleitend<\/em>:<\/strong> Ein <em>handlungsleitendes Modell<\/em> des Zusammenspiels von <em>ZMV<\/em> und <em>HM\/SM-Konzepten<\/em> nimmt an, dass beim <em>ZMV<\/em> die Resultate aus den entsprechenden mathematischen Konzepten abgeleitet, kalkuliert werden (Dreyfus &amp; Dreyfus: <em>calculative rationality<\/em>). Die Reaktion \u201eEs spielt keine Rolle\u201c im obigen Beispiel w\u00fcrde somit durch die Anwendung des Konzepts der Kommutativit\u00e4t zustande kommen.<\/li>\n<li><strong><em>Reflexionsleitend<\/em>:<\/strong> Umgekehrt geht man bei der Annahme eines <em>reflexionsleitenden Modells <\/em>des Zusammenspiels davon aus, dass man beim ZMV auf Grund von Prozessen, bei denen <em>HM\/SM-Konzepte<\/em> nicht direkt involviert sind, zum Resultat gelangt (bspw. <em>mentale Simulation<\/em>, Greeno 1991, Johnson-Laird 1981). Die Konzepte nutzt man dann allenfalls anschliessend, um zur Sicherheit dieses Resultat zu \u00fcberpr\u00fcfen (Dreyfus &amp; Dreyfus: <em>deliberative rationality<\/em>; Sch\u00f6n (1983): <em>reflection in action<\/em>).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Modelle des Zusammenspiels sind denkbar (<a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/iml2\/wissen-gebrauchen\/\"><em>Wissen gebrauchen<\/em><\/a> bzw. Kaiser 2005b) und sollten nicht von vorneherein aus der Diskussion ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p><em>FKF<\/em> geht davon aus, dass das Zusammenspiel in der Regel nicht im engen Sinn <em>handlungsleitend<\/em> ist.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>4 <em>ZMV<\/em> erlernen<\/h1>\n<h2>4.1 Welche Lernprozesse laufen im Bereich <em>ZMV<\/em> ab und welche Rolle spielen dabei <em>SM-Konzepte<\/em>?<\/h2>\n<p>Welches Modell zur Beschreibung der Beziehung zwischen <em>ZMV <\/em>und <em>SM-Konzepten<\/em> sich als empirisch begr\u00fcndbar erweist, hat Folgen f\u00fcr m\u00f6gliche Modelle des Erlernens von <em>ZMV<\/em>, die dann wieder Folgen f\u00fcr eine <em>ZMV-Didaktik<\/em> haben \u2013 ob spezifisch f\u00fcr die Berufsbildung oder auch allgemeiner gedacht. Passende Modelle von Lernprozessen w\u00e4ren bspw.:<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Lernmodell f\u00fcr eine Handlungsleitende Beziehung<\/em>:<\/strong> Zuerst werden die ben\u00f6tigten <em>SM-Konzepte<\/em> erlernt (auf unterschiedlichen Wegen). Dann lernt man, wie man diese Konzepte im jeweils ben\u00f6tigten Zusammenhang anwendet. Dieses Modell nutzen viele Laien und \u2013 zumindest in der Schweiz \u2013 auch viele Berufsschullehrpersonen als Grundmodell. Sie erwarten etwa, dass man lernt, was <em>Prozente <\/em>sind, und dass man anschliessend dieses Wissen in verschiedensten Zusammenh\u00e4ngen anwenden kann (Rabatte beim Einkaufen, R\u00fcckzahlung der Mehrwertsteuer, Steigungen im Gel\u00e4nde etc.). Hat man das ben\u00f6tigte <em>SM-Konzept<\/em> wirklich verstanden, sollten beim Anwenden eigentlich keine Schwierigkeiten auftreten. Und wenn doch, dann sind diese mit etwas Anstrengung und Konzentration zu \u00fcberwinden.<\/li>\n<li><strong><em>Lernmodell f\u00fcr eine Reflexionsleitende Beziehung<\/em>:<\/strong> Man macht mit einer bestimmten Aufgabe\/Situation unterschiedliche Erfahrungen dazu, auf welchen Wegen sie sich l\u00f6sen lassen und auf welchen Wegen man scheitert. Mit der Zeit kann man auf gen\u00fcgend Erfahrungen zur\u00fcckgreifen, so dass man bei dieser Art Aufgabe\/Situation kaum noch in Schwierigkeiten kommt. Unter Umst\u00e4nden spielen dabei <em>SM\/HM-Konzepte<\/em> explizit gar keine Rolle (wie vielleicht im Beispiel oben die Kommutativit\u00e4t). Die SM\/HM-Konzepte k\u00f6nnen aber auch helfen, Erfahrungen n\u00fctzlich zu ordnen (\u201eJa, da spielt <em>Kommutativit\u00e4t<\/em> wieder eine Rolle\u201c), da Lernen aus Erfahrung nur m\u00f6glich ist, wenn die Erfahrungen geeignet gruppiert werden. Und sie k\u00f6nnen helfen, Schl\u00fcsse, die aus der Erfahrung kommen, kritisch zu \u00fcberpr\u00fcfen (wie bspw. die Frage: \u201eSpielt es f\u00fcr das Gesamtgewicht der Klasse eine Rolle, ob es 13 M\u00e4dchen und 8 Jungs sind oder 8 M\u00e4dchen und 13 Jungs?\u201c. Reaktion aus Erfahrung: \u201eNat\u00fcrlich!\u201c. M\u00f6gliche Reflexion: \u201eMoment, aber da war doch das mit der <em>Kommutativit\u00e4t<\/em> \u2013 ach nein, das ist hier etwas anderes.\u201c)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Modelle des Lernens im <em>ZMV<\/em> w\u00fcrden sich aus weiteren Modellen der Beziehung zwischen <em>ZMV<\/em> und <em>SM\/HM-Konzepten<\/em> ergeben. Und auch f\u00fcr die hier skizzierten zwei Modelle der Beziehung sind weitere Modelle des Lernens denkbar.<\/p>\n<p>Da <em>FKF <\/em>von einen Zusammenspiel zwischen <em>ZMV<\/em> und <em>SM\/HM<\/em> in Form einer <em>Handlungsleitenden Beziehung <\/em>ausgeht, postuliert es beim Lernen ein komplexes Zusammenspiel von Konzepten und Erfahrungen \u2013 wie oben kurz skizziert (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/iml2\/\"><em>IML2<\/em><\/a> bzw. Kaiser 2005b).<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>4.2 Welche <em>SM\/HM-Konzepte<\/em> m\u00fcssen in welcher Form zur Verf\u00fcgung stehen, um effizientes Lernen im Bereich <em>ZMV<\/em> zu erm\u00f6glichen?<\/h2>\n<p>F\u00fcr jedes Lernmodell lassen sich Folgerungen dazu ableiten, welche <em>SM\/HM-Konzepte<\/em> in welcher Form ben\u00f6tigt werden. M\u00f6gliche \u00dcberlegungen k\u00f6nnten sein:<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Handlungsleitende Beziehung<\/em>:<\/strong> Folgt man dem oben skizzierten Lernmodell, dann k\u00f6nnte man argumentieren, dass die im ersten Schritt zu erwerbenden Konzepte m\u00f6glichst allgemein sein sollten, da sie dann breit eingesetzt werden k\u00f6nnen. <em>Proportionalit\u00e4t<\/em> ist so gesehen n\u00fctzlicher als <em>Prozente<\/em>. Wie allgemein die Konzepte sein k\u00f6nnen, so dass die Anwendung im zweiten Schritt noch gelingt, ist eine empirische Frage. Egal auf welchem Abstraktionsniveau m\u00fcssen <em>handlungsleitende <\/em>Konzepte zudem mit Handlungsanleitungen verbunden sein, bspw. in der Form: \u201eWenn du ein Prozentzeichen siehst, dann machst du am besten folgendes: \u2026\u201c (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/iml2\/wissen-gebrauchen\/handlungsleitendes-und-reflexionsleitendes-wissen\/\"><em>Handlungsleitendes Wissen<\/em><\/a>).<\/li>\n<li><strong><em>Reflexionsleitende Beziehung<\/em>:<\/strong> Hier k\u00f6nnte man vermuten (und das Vermutete dann auch empirisch absichern), dass gewisse Konzepte wie bspw. <em>Kommutativit\u00e4t<\/em> nicht ben\u00f6tigt werden, da sich die Erfahrungen in diesem Bereich auch ohne Hilfe durch das Konzept sinnvoll ordnen. Konzepte, die ben\u00f6tigt werden, um aus Erfahrung geborene Schl\u00fcsse kritisch zu \u00fcberpr\u00fcfen, m\u00fcssen hier nicht im selben Sinn wie oben mit einer Handlungsanleitung verbunden sein. Kommt jemand auf die Idee, anstatt 5 + 20 umgekehrt 20 + 5 zu rechnen (weil das einfacher geht), dann gen\u00fcgt es, wenn das Konzept der <em>Kommutativit\u00e4t<\/em> als Erlaubnis \u201eJa, hier darfst du tauschen\u201c zur Verf\u00fcgung steht \u2013 ohne Anleitung, wie man tauscht (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/iml2\/wissen-gebrauchen\/handlungsleitendes-und-reflexionsleitendes-wissen\/\"><em>Reflexionsleitendes Wissen<\/em><\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>FKF<\/em> geht davon aus, dass viele Konzepte, wenn \u00fcberhaupt, in der Form von reflexionsleitendem Wissen und nicht in der Form von handlungsleitendem Wissen zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>4.3 Wie kann man Lernen im Bereich <em>ZMV<\/em> unterst\u00fctzen?<\/h2>\n<p>Schliesslich ergeben sich aus dem Lernmodell Fragen bez\u00fcglich einer wirksamen <em>ZMV-Didaktik<\/em>. Auch hier ein paar Skizzen zu m\u00f6glichen \u00dcberlegungen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Handlungsleitende Beziehung<\/em>:<\/strong> H\u00e4lt man sich an das unter 4.1 skizzierte Lernmodell, gibt es im Extremfall gar nichts mehr zu tun. Die Lernenden haben die ben\u00f6tigten <em>SM\/HM-Konzepte<\/em> Und wenn das geklappt hat, dann k\u00f6nnen sie diese jetzt auch im <em>ZMV<\/em> anwenden. Sollte sich zeigen, dass das mit dem Anwenden nicht klappt, bedeutet das, dass die notwenigen <em>SM\/HM-Konzepte<\/em> zu wenig gut gelernt wurden oder vergessen gegangen sind. Entsprechend m\u00fcssen sie dann repetiert werden (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/einbettung\/unterricht_diagnose_foerderung\/\"><em>Unterricht, Diagnose und F\u00f6rderung<\/em><\/a>). Dies ist, wie schon erw\u00e4hnt, das Modell vieler Laien und auch Berufsschullehrpersonen und spiegelt sich bspw. darin, dass \u2013 zumindest in der Schweiz \u2013 viele Berufsschulen gleich zu Beginn der Ausbildungen Repetitionskurse in Bruchrechnen, Prozentrechnen etc. anbieten.<\/li>\n<li><strong><em>Reflexionsleitende Beziehung<\/em>: <\/strong>Beim unter 4.1 skizzierten Lernmodell stehen im Zentrum die Erfahrungen, welche die Lernenden mit ganz konkreten beruflichen Aufgaben\/Situationen machen. Zentral ist deshalb, dass man ihnen zu diesen Erfahrungen verhilft, sie dabei unterst\u00fctzt, auch positive Erfahrungen zu machen und dabei bei Bedarf Verbindungen zu <em>SM-Konzepten<\/em> herstellt, um diese Erfahrungen gewinnbringend zu reflektieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es sind viele Mischformen denkbar. Werden <em>SM-Konzepte<\/em> als reflexionsleitende Konzepte ben\u00f6tigt, dann m\u00fcssen sie genauso wie die handlungsleitenden Konzepte erlernt werden. Allerdings ist denkbar, dass die etwas andere Form und der etwas andere Einsatz reflexionsleitender Konzepte auch eine etwas andere Didaktik sinnvoll macht.<\/p>\n<p><em>FKF<\/em> geht davon aus, dass es die Hauptaufgabe der Lehrperson ist, den Lernenden zu n\u00fctzlichen Erfahrungen mit ganz konkreten beruflichen Aufgaben\/Situationen zu verhelfen. Hilfestellungen erfolgen dabei situationsbezogen. Wenn n\u00f6tig werden Konzepte im Sinne situierter Abstraktionen (Hoyles &amp; Noss 2004) eingef\u00fchrt (<em>vgl. <\/em><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=2414\"><em>Didaktisches Grundmodell<\/em><\/a>).<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>5 Zwischenbilanz: Der theoretische Hintergrund<\/h1>\n<p>Die bisher aufgeworfenen Fragen skizzieren die Umrisse einer Theorie des <em>ZMV<\/em> und lassen sich in zwei Bl\u00f6cke einteilen:<\/p>\n<ol>\n<li>Was spielt sich ab, wenn jemand erfolgreich <em>ZMV<\/em> Aufgaben\/Situationen bew\u00e4ltigt? (Analog zu: Wie bleibt ein Planet auf seiner Bahn?)<\/li>\n<li>Welche Rolle spielen dabei <em>SM<\/em> und <em>HM?<\/em> (Analog zu: Spielt f\u00fcr den Planeten das L\u00f6sen von Differentialgleichungen eine Rolle?)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die folgenden Fragen betreffen nun das Vorhandensein und die Verbreitung von bestimmten Arten von <em>ZMV<\/em>. Sie k\u00f6nnen nur auf dem Hintergrund einer zumindest vorl\u00e4ufigen Antwort auf die theoretischen Fragen angegangen werden, denn ohne Vorstellung davon, was <em>ZMV<\/em> ist, ist es auch nicht m\u00f6glich, danach zu suchen.<\/p>\n<h1>6 <em>ZMV<\/em> in den verschiedenen Berufen<\/h1>\n<p>Die bisherigen Fragen und \u00dcberlegungen bezogen sich ganz allgemein auf <em>ZMV<\/em>, egal ob dies im beruflichen oder allenfalls auch im privaten Alltag stattfindet. Will man allf\u00e4llige Antworten auf diese Fragen f\u00fcr die Berufsbildung nutzbar machen, stellen sich weitere Fragen:<\/p>\n<h2>6.1 Was an <em>ZMV<\/em> findet im Alltag eines bestimmten (Ausbildungs-)Berufes statt?<\/h2>\n<p>Gezielt ausbilden kann man nur, wenn man weiss, was im beruflichen Alltag ben\u00f6tigt wird. Entsprechend braucht es f\u00fcr jeden Beruf ein Inventar des beruflichen <em>ZMV<\/em>. Bestehende Lehrmittel, Lehrpl\u00e4ne oder Pr\u00fcfungen beruhen immer auf einem impliziten Modell des Bezugs zwischen <em>ZMV<\/em> und <em>SM-Konzepten<\/em>. Teilt man dieses Modell, kann man selbstverst\u00e4ndlich diese Unterlagen als Ausgangspunkt nehmen (bspw. Stiftung Rechnen 2015). Bedingung ist nur, dass die Lehrmittel aktuell sind und nicht eine l\u00e4ngst vergangene berufliche Praxis abbilden.<\/p>\n<p>Die impliziten Modelle der meisten Lehrmittel d\u00fcrften von einer <em>handlungsleitenden Beziehung<\/em> ausgehen, sind also nur dann direkt auswertbar, wenn man dieses Modell teilt. Geht man von einem anderen Modell aus, bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als sich durch Beobachtungen und Befragungen direkt vor Ort im jeweiligen beruflichen Alltag ein Bild zu machen (bspw. Basendowski 2013; Kaiser 2013b; Musch et al. 2009). Bei mehreren hundert Ausbildungsberufen sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz ist dies ein gewaltiges Unterfangen, so dass es sich auf jeden Fall lohnen d\u00fcrfte, die theoretische Vorarbeit gr\u00fcndlich zu machen, um zu kl\u00e4ren, wonach man suchen will.<\/p>\n<p><em>FKF<\/em> versucht in diesem Zusammenhang die Tatsache zu nutzen, dass in der dualen Berufsbildung die Lernenden zwischen den Schultagen oder Schulbl\u00f6cken im Betrieb sind und dort Erfahrungen machen. Diese Erfahrungen lassen sich der Schule bearbeiten, was unter anderem auch der Lehrperson hilft, st\u00e4ndig mit den neusten Entwicklungen im betrieblichen Alltag in Verbindung zu bleiben (<em>vgl. <\/em><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=2393\"><em>Die Lernenden als Quelle von Aufgaben<\/em><\/a>).<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>6.2 Wie l\u00e4sst sich das beobachtete <em>ZMV<\/em> didaktisch nutzbar gruppieren?<\/h2>\n<p>Das Geschehen im beruflichen Alltag ist vielf\u00e4ltig und im Grunde genommen ist jede <em>ZMV-Aufgabe\/Situation<\/em> einzigartig, da sich die genau gleichen Umst\u00e4nde nie wiederholen. Ein effizienter Unterricht in der Berufsbildung ist aber nur m\u00f6glich, wenn sich die beobachteten <em>ZMV-Aufgaben\/Situationen<\/em> zu einer \u00fcberschaubaren Menge von Gruppen zusammenfassen lassen, so dass alle Aufgaben\/Situationen einer Gruppe gleichzeitig bearbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Geht man von einem handlungsleitenden Modell der Beziehung zwischen <em>ZMV<\/em> und <em>SM-Konzepten<\/em> aus, dann ist es naheliegend, diejenigen Aufgaben\/Situationen zusammenzunehmen, bei der es um die Anwendung derselben <em>SM-Konzepte<\/em> geht. Viele Lehrmittel, welche in der Berufsbildung Verwendung finden, sind mit Kapitel wie \u201eFl\u00e4chenberechnungen\u201c, \u201eVolumenberechnungen\u201c etc. nach diesem Prinzip aufgebaut.<\/p>\n<p>Aber auch in diesem Fall stellt sich die empirische Frage, welche Aufgaben\/Situationen in einer Gruppe zusammengefasst werden k\u00f6nnen, so dass die Lernenden wirklich die Aufgaben\/Situationen innerhalb der Gruppe als gleiche wahrnehmen und\u00a0 darum auch gleich behandeln k\u00f6nnen. Ist f\u00fcr sie bspw. das Anwenden des <em>SM-Konzepts<\/em> \u201eProzente\u201c auf die Aufgabe\/Situation \u201eRabatte beim Einkaufen\u201c dasselbe wie auf die Aufgabe\/Situation \u201eSteigung einer Stra\u00dfe\u201c?<\/p>\n<p>Geht man hingen nicht von einer <em>handlungsleitenden Beziehung<\/em> zwischen <em>ZMV<\/em> und <em>SM-Konzepten<\/em> aus, dann sind die m\u00f6glichen Antworten auf die Frage nach didaktisch nutzbaren Gruppierungen vielf\u00e4ltiger und m\u00fcssen sorgf\u00e4ltig empirisch gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><em>FKF<\/em> arbeitet mit dem Konzept der <em>Situation<\/em> und geht davon aus, dass das, was Berufspersonen in ihrem jeweiligen Berufsalltag als dieselbe Situation erleben, f\u00fcr sie auch rechnerisch\/mathematisch dieselbe Situation\/Aufgabe mit vergleichbaren Anforderungen darstellt (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/berechnungssituationen\/\"><em>Berechnungssituationen<\/em><\/a> und <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/beispiele\/beispiele-fuer-die-analyse-ganzer-berufe\/\"><em>Beispiele\/Berufe<\/em><\/a>, auch Kaiser 2005a).<\/p>\n<h2>6.3 Welche <em>SM-Konzepte<\/em> sind dabei von Bedeutung?<\/h2>\n<p>F\u00fcr den Unterricht im Rahmen der Berufsbildung muss weiter bekannt sein, welche <em>SM-Konzepte<\/em> ben\u00f6tigt werden, um das entsprechende <em>ZMV-Lernen<\/em> zu unterst\u00fctzen. Die Antwort h\u00e4ngt von allen bisherigen Antworten ab. Ist das erarbeitet theoretische Modell nicht vom Typ <em>handlungsleitende Beziehung<\/em>, dann k\u00f6nnte im Extremfall die Liste der ben\u00f6tigten <em>SM-Konzepte<\/em> auch leer sein.<\/p>\n<p>Im Rahmen von <em>FKF<\/em> war es nicht m\u00f6glich, dazu systematische Untersuchungen \u00fcber mehrere Berufe hinweg durchzuf\u00fchren. Praktisch in allen Berufen d\u00fcrfte aber Folgendes von Bedeutung sein: Das Lesen von Wertetabellen und Graphiken; die Nutzung von proportionalen Zusammenh\u00e4ngen; sowie das Arbeiten mit Angaben relativ zu einer Bezugsgr\u00f6sse (ausgedr\u00fcckt in %) (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/einbettung\/wuensche-an-die-sekundarstufe-i\/\"><em>W\u00fcnsche an die Sekundarstufe I<\/em><\/a>).<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>7 Die Schnittstelle zwischen obligatorischer Schulzeit und Berufsbildung<\/h1>\n<p>Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz w\u00e4hlen die Mehrheit der Lernenden nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit den berufsbildenden Weg (Kaiser et al. 2014). Von Seiten der Berufsbildung wird erwartet, dass die ersten neun Schuljahre auch diese Lernenden auf ihren weiteren Bildungsweg entsprechend vorbereitet. Damit das sinnvoll m\u00f6glich ist, m\u00fcssten folgende Fragen gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<h2>7.1 Was sollten die Lernenden aus der obligatorischen Schulzeit an <em>SM<\/em> mitbringen?<\/h2>\n<p>Will man im Rahmen einer Arbeitsteilung den Aufbau der notwendigen <em>SM-Konzepte<\/em> als Aufgabe so weit wie m\u00f6glich der allgemeinbildenden Schule vor Eintritt in die Berufsbildung zuweisen, dann ist die Antwort auf die Frage 6.3 auch f\u00fcr diese Schnittstelle relevant. Als ein Versuch in diese Richtung k\u00f6nnte man die Liste der Basiskompetenzen von Dr\u00fcke-Noe et al. (2011) sehen.<\/p>\n<p>Mit der (meist impliziten) Zugrundlegung einer <em>handlungsleitenden Beziehung<\/em> zwischen <em>ZMV<\/em> und <em>SM-Konzepten<\/em> und unter der Annahme, dass das, was man \u00fcber die Analyse der Lehrb\u00fccher und die Befragung von Ausbildungspersonen \u00fcber <em>ZMV<\/em> im Beruf erf\u00e4hrt, verl\u00e4sslich ist, liegen dazu bereits f\u00fcr verschiedene Berufe Resultate vor (bspw. Stiftung Rechnen 2015), aber auch kritische Reflexionen des Beobachteten (bspw. Geissel et al. 2013).<\/p>\n<p>Mit einem anderen Modell bzw. Kompetenzverst\u00e4ndnis im Hintergrund \u2013 welches er als \u201eMathematik gebrauchen\u201c (<em>ZMV<\/em>) von \u201eMathematik anwenden\u201c (<em>SM<\/em>) abgrenzt \u2013 hat Basendowski (2013) f\u00fcr einige Berufe eine Zusammenstellung gemacht.<\/p>\n<p>Wie oben schon festgehalten (vgl. 6.3), war es im Rahmen von <em>FKF<\/em> nicht m\u00f6glich, eine systematische, begr\u00fcndete Liste zusammenzustellen. <em>FKF<\/em> geht aber davon aus, dass die Analyse von Lehrmitteln auf Stufe Berufsbildung wenig aussagekr\u00e4ftig ist, da diese Lehrmittel oft nur schulische Traditionen widerspiegeln und mit den echten Anforderungen des beruflichen Alltags wenig zu tun haben. Die bereits oben erw\u00e4hnte kurze Liste von Konzepten\/Kompetenzen w\u00e4re aus Sicht der bisherigen Erfahrungen aber ein guter Ausgangspunkt (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/einbettung\/wuensche-an-die-sekundarstufe-i\/\"><em>W\u00fcnsche an die Sekundarstufe I<\/em><\/a>):<\/p>\n<ul>\n<li>Das Lesen von Wertetabellen und Graphiken<\/li>\n<li>Nutzung von proportionalen Zusammenh\u00e4ngen<\/li>\n<li>Mit Angaben relativ zu einer Bezugsgr\u00f6sse ausgedr\u00fcckt in % arbeiten<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>7.2 Was sollten die Lernenden aus der obligatorischen Schulzeit an <em>ZMV<\/em> mitbringen?<\/h2>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob man von einem Modell im Sinne einer <em>handlungsleitenden <\/em>oder einer <em>reflexionsleitenden Beziehung<\/em> ausgeht, w\u00e4re es sicher von Vorteil, wenn die Lernenden bereits in der obligatorischen Schulzeit mit dem Aufbau von <em>ZMV<\/em> f\u00fcr einzelne Situationen\/Aufgaben Erfahrungen gesammelt und den dabei ablaufenden Lernprozess reflektiert h\u00e4tten. Dann k\u00f6nnten sie im Rahmen der Berufsbildung beim Erwerb von <em>ZMV<\/em> f\u00fcr beliebige andere Situationen zumindest auf diese Lernerfahrung zur\u00fcckgreifen. Dies w\u00fcrde ihnen erleichtert, wenn in der obligatorischen Schulzeit und in der Berufsbildung f\u00fcr den Aufbau von <em>ZMV<\/em> dieselbe <em>ZMV-Didaktik<\/em> zur Anwendung k\u00e4me.<\/p>\n<p><em>FKF<\/em> geht davon aus, dass sich solche Erfahrungen im Sinne eines \u201e<a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=542\">horizontalen Transfers<\/a>\u201c nutzen lassen. Damit dies m\u00f6glich ist, ist einerseits wichtig, dass die Lernenden bereits <em>ZMV<\/em> mitbringen. Bspw. k\u00f6nnte es n\u00fctzlich sein, wenn sie bereits mit Rabatten beim Einkaufen umgehen k\u00f6nnen, denn diese Situation tritt in verschiedensten Berufen \u00e4hnlich wie im privaten Alltag auf und k\u00f6nnte im Rahmen der Berufsbildung relativ einfach weiterentwickelt werden. Andererseits w\u00e4re es vorteilhaft, die Lernenden h\u00e4tten auch schon erlebt, wie sich solches <em>ZMV <\/em>im Sinne eines horizontalen Transfers auf andere Situationen \u00fcbertragen l\u00e4sst und h\u00e4tten dabei erfahren, dass sie dazu zwar in der Lage sind, dass aber jeweils einiges an Neulernen notwendig ist.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>7.3 Was davon l\u00e4sst sich alles im Rahmen der obligatorischen Schulzeit tats\u00e4chlich erreichen?<\/h2>\n<p>Die Listen als Antworten auf die beiden vorangegangenen Fragen sind Wunschlisten. Aber w\u00fcnschen kann man Vieles und es ist keineswegs sicher, ob sich das, was in solchen Listen (wie sie auch etwa die KMK Kompetenzen in Deutschland oder der Lehrplan 21 in der Schweiz darstellen) gefordert wird, im Rahmen der obligatorischen Schulzeit mit realen Lernenden und realen Lehrpersonen \u00fcberhaupt erreichen l\u00e4sst. Es gab in der Menschheitsgeschichte bisher noch keinen Zeitpunkt, in dem auch nur ann\u00e4hernd die gesamte erwachsene Bev\u00f6lkerung <em>Prozentrechnen<\/em> oder <em>Bruchrechnen<\/em> oder <em>Modellieren<\/em> konnte. Das heisst: Empirische Belege daf\u00fcr, dass solche Ziele fl\u00e4chendeckend erreichbar sind, fehlen.<\/p>\n<p>Es ist zu erwarten, dass sich aus Untersuchungen in diesem Bereich zweierlei Einschr\u00e4nkungen dahingehend ergeben, wie weit die obligatorische Schule allf\u00e4lligen W\u00fcnschen der Berufsbildung entgegenkommen kann:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Relativ:<\/strong> Mit der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit und Ressourcen und in Konkurrenz zu anderen Zielen \u2013 Ziele des allgemeinbildenden Mathematikunterrichts, aber auch andere Ziele der obligatorischen Schule \u2013 l\u00e4sst sich nicht alles erreichen, was w\u00fcnschbar w\u00e4re. Es m\u00fcssen Priorit\u00e4ten gesetzt werden.<\/li>\n<li><strong>Absolut:<\/strong> Gewisse Ziele sind auch mit gr\u00f6sstem Aufwand mit real existierenden Lernenden nicht erreichbar, da das menschliche kognitive System seine Grenzen hat. Stellt sich bspw. heraus, dass <em>ZMV<\/em> nicht nach einem Modell vom Typ <em>handlungsleitende Beziehung<\/em> abl\u00e4uft, dann ist es grunds\u00e4tzlich nicht m\u00f6glich, 90% der Lernenden so weit zu bringen, dass sie, wie von vielen Lehrpersonen gew\u00fcnscht, \u201eProzente beherrschen\u201c und in der Berufsbildung unproblematisch auf neue Situationen anwenden k\u00f6nnen. Dies w\u00fcrde bedeuten, dass die Berufsbildung lernen m\u00fcsste, konstruktiv mit solch absoluten Beschr\u00e4nkungen umzugehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>FKF<\/em> geht davon aus, dass die nun schon seit mehr als hundert Jahren anhaltende Klage dar\u00fcber, dass die Lernenden beim Eintritt in die Berufsbildung \u201enicht mehr rechnen k\u00f6nnen\u201c (f\u00fcr einen historischen R\u00fcckblick siehe L\u00f6rcher 1985; neuere Untersuchungen bspw. Ivanov &amp; Lehmann 2005, Eckstein 2016 und viele andere mehr), ein Indikator daf\u00fcr ist, dass die <em>handlungsleitende Beziehung<\/em> als Modell versagt und dass die mit diesem Modell verbundenen Ziele nicht erreichbar sind (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=2064\"><em>Wissensaufbau von den F\u00fcssen her<\/em><\/a>). <em>FKF<\/em> arbeitet daher, wie bereits skizziert, auf der Basis situierter <em>ZMV-Kompetenzen<\/em> (vgl.<a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/situierte-kompetenzen\/\"><em> Situierte Kompetenzen<\/em><\/a><em> , <\/em><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=2414\"><em>Didaktisches Grundmodell<\/em><\/a><em> und <\/em><a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=542\"><em>Horizontaler Transfer<\/em><\/a><em>)<\/em>. Die Erfahrungen sind dabei bisher sehr positiv, d.h. die Lernenden scheinen weitgehend die dazu notwendigen Voraussetzungen mitzubringen (vgl.<a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/einbettung\/eintrittstest-und-situiertes-lernen\/\"><em>\u00a0Eintrittstest und situiertes Lernen<\/em><\/a> und <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/didaktisches-grundmodell\/acht-schritte\/beispiele\/\"><em>Beispiele zu den Acht Schritten<\/em><\/a>), d.h. es scheint m\u00f6glich zu sein, im Rahmen der obligatorischen Schulzeit die Bed\u00fcrfnisse der Berufsbildung weitgehend zu befriedigen.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>7.4 Ist eine Gewichtung der W\u00fcnsche der Berufsbildung m\u00f6glich?<\/h2>\n<p>Handelt es bei den Grenzen des in der obligatorischen Schulzeit Erreichbaren um relative Beschr\u00e4nkungen, w\u00e4re es n\u00fctzlich, man k\u00f6nnte die W\u00fcnsche der Berufsbildung danach gewichten, wie viele Lernende davon profitieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Geht man von einem Modell vom Typ <em>handlungsleitende Beziehung<\/em> aus, sollte dies m\u00f6glich sein: <em>Prozentangaben<\/em> bspw. spielen im Arbeitsalltag sehr vieler, wenn nicht sogar aller Berufe eine Rolle; <em>Winkelhalbierende<\/em> treten im Gegensatz dazu deutlich weniger h\u00e4ufig auf. Muss eine Entscheidung gef\u00e4llt werden, w\u00e4re aus der Sicht der Berufsbildung also zweckm\u00e4\u00dfiger, die Lernenden w\u00fcrden nach der obligatorischen Schulzeit \u00fcber das Konzept <em>Prozente<\/em> verf\u00fcgen. <em>Winkelhalbierende<\/em> w\u00fcrden dann in den Berufen, f\u00fcr welche sie tats\u00e4chlich gebraucht werden, erst im Rahmen der Berufsbildung eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Mit anderen Modellen im Hintergrund d\u00fcrften solche \u00dcberlegungen ebenfalls m\u00f6glich sein, auch wenn sie vermutlich etwas weniger gradlinig ausfallen.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, war es im Rahmen von <em>FKF<\/em> bisher nicht m\u00f6glich, hier systematisch Untersuchungen \u00fcber alle mehr als 200 Ausbildungsberufe der beruflichen Grundbildung in der Schweiz zu machen. Die kurze Liste in Abschnitt 7.1 ist ein erster, aber noch nicht besonders gut fundierter Versuch einer solchen Gewichtung (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/einbettung\/wuensche-an-die-sekundarstufe-i\/\"><em>W\u00fcnsche an die Sekundarstufe I<\/em><\/a>).<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>7.5 Was bringen die Lernenden zurzeit vom Gew\u00fcnschten aus der obligatorischen Schulzeit mit?<\/h2>\n<p>Ist gekl\u00e4rt, was die obligatorische Schulzeit realistischerweise den Lernenden f\u00fcr den Eintritt in die Berufsbildung mitgeben kann, l\u00e4sst sich als n\u00e4chster Schritt abkl\u00e4ren, inwiefern diese Ziele erreicht werden und wo allenfalls Handlungsbedarf auf Ebene der obligatorischen Schulzeit besteht.<\/p>\n<p>Hinterlegt man ein Modell vom Typ <em>handlungsleitende Beziehung<\/em> und geht man davon aus, dass die den jeweiligen Untersuchungen zugrunde liegenden Wunschlisten tats\u00e4chlich dem entsprechen, was realistischerweise erreicht werden kann, finden sich dazu verschiedene Untersuchungen (bspw. Ivanov &amp; Lehmann 2005, Eckstein 2016). All diesen Untersuchungen ist gemeinsam, dass sie zum Schluss gelangen, dass die Lernenden bei weitem nicht das mitbringen, was sie mitbringen sollten, dass also die obligatorische Schulzeit in dieser Hinsicht versagt.<\/p>\n<p>Geht man von anderen Modellen aus, gibt es zumindest anekdotische Evidenz, bei der sich zeigt, dass die Lernenden sehr wohl ausreichendes Vorwissen mitbringen (vgl. all die positiv \u00fcberraschten Lehrpersonen unter <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/didaktisches-grundmodell\/acht-schritte\/beispiele\/\"><em>Beispiele zu den Acht Schritten<\/em><\/a>). Eine <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/einbettung\/eintrittstest-und-situiertes-lernen\/\">Pilotstudie<\/a> kommt zu demselben Resultat (auch Kaiser 2016; W\u00fcthrich 2015).<\/p>\n<p><em>FKF<\/em> ermuntert deshalb Lehrpersonen an Berufsfachschulen, grunds\u00e4tzlich einmal optimistisch zu sein und anzunehmen, dass ihre Lernenden mitbringen, was ben\u00f6tigt wird. Auftretende Probleme werden als ganz normale Schwierigkeiten interpretiert, die sich ergeben, wenn man <em>ZMV-Kompetenzen,<\/em> erworben in einem bestimmten Kontext, in einen anderen Kontext \u00fcbertragen m\u00f6chte (vgl. <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=2414\"><em>Didaktisches Grundmodell<\/em><\/a> bzw. Kaiser 2013a, 2015a und <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=542\"><em>horizontaler Transfer<\/em><\/a> bzw. Kaiser 2011).<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>8 Woher kommt das aktuelle Unbehagen?<\/h1>\n<p>Wie schon mehrfach erw\u00e4hnt, beklagen sich viele Lehrpersonen, dass Lernende, welche in die Berufsbildung eintreten, nicht (oder zumindest weniger als fr\u00fcher) rechnen k\u00f6nnen (dazu bereits Bardy et al. 1985). Und wie die Diskussionen in Weiterbildungskursen zeigen, empfinden viele Lehrpersonen in der Schweiz die Behandlung rechnerisch\/mathematischer Inhalte im Berufsschulunterricht als schwierig und belastend. Das Thema ist in den Medien pr\u00e4sent und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden kommen Untersuchungen zum Schluss, dass Lernende beim Eintritt in die Berufsbildung zu wenig \u201eMathematik\u201c k\u00f6nnen (bspw. Eckstein 2016; Ivanov &amp; Lehmann 2005). Oft wird dies nicht weiter kritisch reflektiert, wenn sich auch andere Stimmen finden (bspw. Nickolaus et al. 2015; Retelsdorf et al. 2013; Basendowski 2013).<\/p>\n<p>Sind die vorangegangenen Fragen beantwortet, sollte es auch m\u00f6glich sein, die Ursache des Unbehagens zu lokalisieren und dem Unbehagen entgegenzuwirken. M\u00f6gliche Antworten, welche sich aus dem bislang Dargestellten ergeben, k\u00f6nnten sein:<\/p>\n<ol style=\"list-style-type: upper-alpha;\">\n<li>Die Lernziele der obligatorischen Schulzeit sind die richtigen; aus irgendwelchen Gr\u00fcnden erreichen aber viele Lernende diese Ziele nicht, obwohl sie erreichbar w\u00e4ren.<\/li>\n<li>Die Lernziele der obligatorischen Schulzeit sind aus Sicht der Berufsbildung falsch gew\u00e4hlt; die Lernenden lernen das Falsche.<\/li>\n<li>Die Erwartungen der Berufsbildung an die obligatorische Schulbildung sind \u00fcberrissen. Die obligatorische Schule kann die erw\u00fcnschten Ziele gar nicht erreichen.<\/li>\n<li>Die Didaktik, welche die Lehrpersonen in der Berufsbildung einsetzen, ist nicht in der Lage, auf dem vorhandenen Vorwissen der Lernenden aufzubauen und das vorhandene Wissen wird dadurch systematisch untersch\u00e4tzt.<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>FKF <\/em>ging nur schon aus pragmatischen Gr\u00fcnden von Anfang an von C oder D aus, denn unter dieser Annahme ergeben sich f\u00fcr Lehrpersonen der Berufsbildung die interessantesten Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Auf Grund der Erfolge mit <em>FKF<\/em> ist aus dieser versuchsweisen Annahme unterdessen die feste \u00dcberzeugung geworden, <strong>dass D <\/strong>zutrifft.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>9 Die Fragen im \u00dcberblick<\/h1>\n<p>Hier nochmals die Fragen bzw. die Forschungsagenda im \u00dcberblick \u2013 jeweils mit den Antworten, welche <em>FKF<\/em> dazu vorschl\u00e4gt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td width=\"295\"><strong>Frage<\/strong><\/td>\n<td width=\"300\"><strong>Die (vorl\u00e4ufige) Antwort aus <em>FKF<\/em> Sicht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"295\">Welche Ziele sollen im Zusammenhang mit der Behandlung mathematischer Inhalte im Rahmen der beruflichen Erstausbildung erreicht werden?<\/td>\n<td width=\"300\"><em>FKF<\/em> legt den Fokus auf \u201eHandlungsf\u00e4higkeit\u201c, bestreitet aber nicht die Berechtigung anderer Ziele wie \u201eRucksack\u201c und \u201eVerst\u00e4ndnis\u201c<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">In welchem Verh\u00e4ltnis steht <em>ZMV<\/em> zur <em>HM<\/em> und zu <em>SM<\/em>?<\/td>\n<td width=\"300\"><em>FKF<\/em> nimmt eine relativ komplexe Beziehung an, die sich deutlich von einer im engeren Sinn <em>handlungsleitenden Beziehung<\/em> unterscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Welche Lernprozesse laufen im Bereich <em>ZMV<\/em> ab und welche Rolle spielt dabei <em>SM<\/em>?<\/td>\n<td width=\"300\">Zentral sind Erfahrungen mit konkreten Gebrauchssituationen. <em>SM<\/em>-Konzepte k\u00f6nnen dabei verschiedene Rollen spielen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Wie viel <em>SM<\/em> muss in welcher Form zur Verf\u00fcgung stehen, um effizientes Lernen im Bereich <em>ZMV<\/em> zu erm\u00f6glichen?<\/td>\n<td width=\"300\">Tendenziell ben\u00f6tigen die Lernenden (wenn \u00fcberhaupt) eher <em>reflexionsleitende<\/em> als <em>handlungsleitende SM-Konzepte<\/em>.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Wie kann man Lernen im Bereich <em>ZMV<\/em> unterst\u00fctzen?<\/td>\n<td width=\"300\">Zentral sind f\u00fcr die Lernenden Erfahrungen mit realen beruflichen Situationen\/Aufgaben. Hilfestellungen erfolgen in diesem Zusammenhang situationsbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Was an <em>ZMV<\/em> findet in Alltag eines bestimmten (Ausbildungs-)Berufes statt?<\/td>\n<td width=\"300\">Die Lehrpersonen k\u00f6nnen diese Frage direkt im Unterricht mit Hilfe der Lernenden angehen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Wie l\u00e4sst sich das beobachtete <em>ZMV<\/em> didaktisch nutzbar gruppieren?<\/td>\n<td width=\"300\">FKF arbeitet mit der <em>beruflichen Handlungssituation<\/em> als Einheit.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Welche <em>SM-Konzepte<\/em> sind dabei wirklich von Bedeutung?<\/td>\n<td width=\"300\">Relativ sicher ben\u00f6tigen alle Lernenden folgende Kompetenzen\/Konzepte:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Lesen von Wertetabellen und Graphiken.<\/li>\n<li>Die Nutzung von proportionalen Zusammenh\u00e4ngen.<\/li>\n<li>\u00a0Das Arbeiten mit Angaben relativ zu einer Bezugsgr\u00f6sse (ausgedr\u00fcckt in %).<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">as sollten die Lernenden aus der obligatorischen Schulzeit an <em>SM<\/em> mitbringen?<\/td>\n<td width=\"300\">siehe oben<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Was sollten die Lernenden aus der obligatorischen Schulzeit an <em>ZMV<\/em> mitbringen?<\/td>\n<td width=\"300\">Ein gutes Fundament w\u00e4re die reflektierte Erfahrung, dass die Lernenden Zahlen sicher zur Bew\u00e4ltigung realer Situationen\/Aufgaben nutzen k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Was davon l\u00e4sst sich alles im Rahmen der obligatorischen Schulzeit tats\u00e4chlich erreichen?<\/td>\n<td width=\"300\">Was ben\u00f6tigt wird, scheint erreichbar zu sein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Ist eine Gewichtung der W\u00fcnsche der Berufsbildung m\u00f6glich?<\/td>\n<td width=\"300\">Da keine wirklich verl\u00e4ssliche Erhebung der Bed\u00fcrfnisse aller Ausbildungsberufe vorliegt, l\u00e4sst sich dazu momentan noch nichts sagen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Was bringen die Lernenden zurzeit vom Gew\u00fcnschten aus der obligatorischen Schulzeit mit?<\/td>\n<td width=\"300\">In den meisten F\u00e4llen bringen die Lernenden alles mit, was es braucht \u2013 ausser vielleicht das notwendige Selbstvertrauen, das Vorhandene auch zu nutzen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"295\">Woher kommt das aktuelle Unbehagen?<\/td>\n<td width=\"300\">Hauptursache ist das Modell einer (simplen) <em>handlungsleitenden Beziehung,<\/em> das im Kopf vieler Beteiligter unerf\u00fcllbare Erwartungen weckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1>10 Literatur<\/h1>\n<p>Bardy, P., Blum, W., &amp; Braun, H.-G. (Hrsg.). (1985). Mathematik in der Berufsschule. Analysen und Vorschl\u00e4ge zum Fachrechenunterricht. Essen: Girardet.<\/p>\n<p>Basendowski, S. (2013). Die soziale Frage an (mathematische) Grundbildung: eine empirische Studie zu dem Wesen, der Funktion und der Relevanz mathematischer Kompetenzen in einfachen Erwerbst\u00e4tigkeiten sowie Analysen f\u00fcr didaktische Implikationen. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt Verlag.<\/p>\n<p>Bishop, A. J. (1988). Mathematical Enculturation: a cultural perspective on Mathematics Education. Dordrecht: D. Reidel Publishing Company.<\/p>\n<p>B\u00f6hle, F., &amp; Porschen, S. (2012). Verwissenschaftlichung und Erfahrungswissen. Zur Entgrenzung, neuen Grenzziehungen und Grenz\u00fcberschreitungen gesellschaftlich anerkannten Wissens. In U. Wengenroth (Hrsg.), Grenzen des Wissens &#8211; Wissen um Grenzen (S. 154-192). Weilerswist: Velbr\u00fcck.<\/p>\n<p>Dreyfus, H. L., &amp; Dreyfus, S. E. (1987). From Socrates to Expert Systems: The Limits of Calculative Rationality. In P. Rabinow &amp; W. SM. Sullivan (eds.), Interpretive Social Science: A Second Look (pp. 327-350). Berkeley, CA: University of California Press.<\/p>\n<p>Dr\u00fcke-Noe, C., M\u00f6ller, G., Pallack, A., Schmidt, S., Schmidt, U., Sommer, N., &amp; Wynands, A. (2011). Basiskompetenzen Mathematik f\u00fcr den Alltag und Berufseinstieg am Ende der allgemeinen Schulpflicht. Berlin: Cornelsen.<\/p>\n<p>Eckstein, B. (2016). Rechnen mit Br\u00fcchen und Dezimalzahlen vor dem Beginn einer Berufsausbildung. Lernen und Lernst\u00f6rungen, 5(3), 189-195.<\/p>\n<p>Fischer, A., Heinze, A., &amp; Wagner, D. (2009). Mathematiklernen in der Schule &#8211; Mathematiklernen an der Hochschule: die Schwierigkeiten von Lernenden beim \u00dcbergang ins Studium. In A. Heinze &amp; M. Gr\u00fc\u00dfing (Eds.), <em>Mathematiklernen vom Kindergarten bis zum Studium. Kontinuit\u00e4t und Koh\u00e4renz als Herausforderung f\u00fcr den Mathematikunterricht<\/em> (pp. 245-264). M\u00fcnster \/ New York \/ M\u00fcnchen \/ Berlin: Waxmann<\/p>\n<p>Geissel, B., Nickolaus, R., ?tef?nic?, F., H\u00e4rtig, H., &amp; Neumann, K. (2013). Die Relevanz mathematischer und naturwissenschaftlicher Kompetenzen f\u00fcr die fachliche Kompetenzentwicklung in gewerblich-technischen Berufen. In R. Nickolaus, J. Retelsdorf, E. Winther &amp; O. K\u00f6ller (Hrsg.), Mathematisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen in der beruflichen Erstausbildung (S. 39-66).<\/p>\n<p>Greeno, J. G. (1991). Number sense as situated knowing in a conceptual domain. Journal for Research in Mathematics Education, 22, 170-218.<\/p>\n<p>Gustafsson, L., &amp; Mouwitz, L. (2010). Mathematical modelling and tacit rationality \u2014 two intertwining kinds of professional knowledge. In A. Ara\u00fajo, A. Fernandes, A. Azevedo &amp; J. F. Rodrigues (Eds.), <em>Proceedings of the EIMI 2010 (educational interfaces between mathematics and industry)<\/em> (pp. 253-268). Lisbon, Portugal.<\/p>\n<p>Hoyles, C., &amp; Noss, R. (2004). <em>Situated abstraction: mathematical understandings at the boundary.<\/em> Paper presented at the ICME-10, Copenhagen.<\/p>\n<p>Ivanov, S., &amp; Lehmann, R. H. (2005). Mathematische Grundqualifikationen zu Beginn der beruflichen Ausbildung. bwp@(8).<br \/>\nhttp:\/\/www.bwpat.de\/ausgabe8\/ivanov_lehmann_bwpat8.pdf<br \/>\nGesehen 25.07.2016<\/p>\n<p>Johnson-Laird, P. N. (1981). Mental models in cognitive science. In D. A. Norman (ed.), Perspectives on cognitive science (pp. 147-192). Norwood N. J.: Ablex.<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2005a). Wirksame Ausbildungen entwerfen &#8211; Das Modell der Konkreten Kompetenzen. Bern: h.e.p. verlag.<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2005b). Wirksames Wissen aufbauen &#8211; ein integrierendes Modell des Lernens. Bern: h.e.p. verlag.<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2011). Vorbereiten auf das Prozentrechnen im Beruf. Praxis der Mathematik in der Schule, 53(41), 37-44.<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2013a). Ans\u00e4tze f\u00fcr eine berufsbildungsspezifische Didaktik des Fachrechnens. bwp@ (24)<br \/>\nhttp:\/\/www.bwpat.de\/ausgabe24\/kaiser_bwpat24.pdf<br \/>\nGesehen 25.07.2016<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2013b). How to find out what kind of numeracy is required for a certain workplace? Three case studies. Paper presented at the 3rd Congress on Research in Vocational Education and Training, SFIVET, Bern\/Zollikofen.<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2015a). Coordinating learning inside and outside the classroom in Vocational Education and Training. In A. Hector-Mason &amp; S. Beeli-Zimmermann (eds.), Adults learning mathematics &#8211; inside and outside the classroom. Proceedings of the 21st International Conference of Adult Learning Mathematics: A research forum (ALM) (pp. 19-27). Bern: University of Bern, Bern Open Publishing (BOP).<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2015b). Fachrechnen. Vom Kopf auf die F\u00fcsse gestellt. Bern: h.e.p. verlag.<\/p>\n<p>Kaiser, H. (2016). Mit Lernenden die rechnerisch\/mathematische Bew\u00e4ltigung von beruflichen Alltagssituationen erarbeiten. In J. Roth &amp; J. Ames (Hrsg.), Beitr\u00e4ge zum Mathematikunterricht 2016. M\u00fcnster: WTM-Verlag.<\/p>\n<p>Kaiser, H., Schelldorfer, R., &amp; Winter, K. (2014). Mathematik f\u00fcrs Leben \u2013 Von der Schule zum Beruf. Praxis der Mathematik in der Schule, 57, 2-9.<\/p>\n<p>Lakoff, G., &amp; N\u00fa\u00f1ez, R. (2000). Where Mathematics Comes From: How the Embodied Mind Brings Mathematics into Being. New York: Basic Books.<\/p>\n<p>L\u00f6rcher, G. A. (1985). Mathematische Vorkenntnisse der Berufssch\u00fcler. In P. Bardy, W. Blum &amp; H.-G. Braun (Eds.), <em>Mathematik in der Berufsschule. Analysen und Vorschl\u00e4ge zum Fachrechenunterricht<\/em> (pp. 26-36). Essen: Girardet.<\/p>\n<p>Maa\u00df, K. (2005). Modellieren im Mathematikunterricht der Sekundarstufe I. <em>Journal f\u00fcr Mathematikdidaktik, 26<\/em>(2), 114-142.<\/p>\n<p>Musch, SM., Rach, S., &amp; Heinze, A. (2009). Zum Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen mathematischen Anforderungen im Schulunterricht und im Berufsleben. In A. Heinze &amp; SM. Gr\u00fcssling (Hrsg.), Mathematiklernen vom Kindergarten bis zum Studium (pp. 217-227). M\u00fcnster: Waxmann.<\/p>\n<p>Nickolaus, R., Maier, A., Nitzschke, A., Schnitzle, A., Velten, S., &amp; Dietzen, A. (2015). Zur Relevanz mathematischer Kompetenzen f\u00fcr die Entwicklung berufsfachlicher Kompetenzen bei Auszubildenden der Mechatronik und Fachinformatik. Unterrichtswissenschaft, 43(3), 263-281.<\/p>\n<p>Retelsdorf, J., Lindner, C., Nickolaus, R., Winther, E., &amp; K\u00f6ller, O. (2013). Forschungsdesiderate und Perspektiven &#8211; Ausblick auf ein Projekt zur Untersuchung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kompetenzen in der beruflichen Erstausbildung (MANKOBE). In R. Nickolaus, J. Retelsdorf, E. Winther &amp; O. K\u00f6ller (Hrsg.), Mathematisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen in der beruflichen Erstausbildung (S. 227-234).<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, D. A. (1983). The reflective practitioner: how professionals think in action. New York: Basic Books.<\/p>\n<p>Sfard, A. (2008). Thinking as communicating: human development, the growth of discourses, and mathematizing. Cambridge: Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Stiftung Rechnen (Hrsg.). (2015). Mathe4Job. M\u00fcnster: WTM.<\/p>\n<p>Watson, A. (2008). School mathematics as a special kind of mathematics. Paper presented at the ICMI Symposium Rome.<\/p>\n<p>Wittmann, E. CH. &amp; M\u00fcller, G. N. (1990) Handbuch produktiver Rechen\u00fcbungen, Bd. 1, Vom Einspluseins zum Einmaleins. Klett, Stuttgart, 2. Aufl.<\/p>\n<p>W\u00fcthrich, R. (2015). Lernende mit Schw\u00e4chen in Rechnen\/Mathematik in der zweij\u00e4hrigen Grundbildung \u2013 K\u00f6nnen durch die Arbeit mit realen Alltagssituationen mathematische Defizite behoben werden? Masterarbeit, Technische Universit\u00e4t Kaiserslautern, Kaiserslautern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; f\u00fcr eine Didaktik des Mathematikunterrichts in der Berufsbildung pdf Fachrechnen vom Kopf auf die F\u00fcsse gestellt ist ein Modell, wie sich Rechnen und Mathematik im schulischen Unterricht der dualen Berufsbildung handlungsorientiert integrieren l\u00e4sst. Das Konzept und die damit verbundenen &hellip; <a href=\"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/forschungsagenda\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"parent":1554,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"sidebar-page.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3828","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3828","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3828"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3828\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3828"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}