{"id":215,"date":"2013-02-01T18:36:12","date_gmt":"2013-02-01T17:36:12","guid":{"rendered":"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=215"},"modified":"2016-06-09T12:57:32","modified_gmt":"2016-06-09T11:57:32","slug":"tiefbau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/beispiele\/beispiele-fuer-die-analyse-ganzer-berufe\/tiefbau\/","title":{"rendered":"Mitarbeitende im Tiefbau"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"als pdf in einem neuen Fenster \u00f6ffnen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Tiefbau.pdf\" target=\"_blank\"><em>ausf\u00fchrlicher als pdf<\/em><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Im Zentrum dieses Beispiels stehen Bauarbeiter im Tiefbau, also Personen, welche Strassen bauen und Gr\u00e4ben ausheben. Dieses Beispiel ist chronologisch das erste und umfasst noch nicht alle Aspekte, die im Leitfaden angesprochen werden.<\/p>\n<h1>Anlass<\/h1>\n<p>Der <em>Schweizerische Verband f\u00fcr Weiterbildung<\/em> SVEB engagiert sich seit einigen Jahren im Bereich der F\u00f6rderung von Grundkompetenzen gering qualifizierter Personen. In diesem Zusammenhang wurde beschlossen, ein Betrag, den die Binding Stiftung f\u00fcr ein Projekt zur F\u00f6rderung von Bauarbeitern bereitgestellt hatte, f\u00fcr ein Pilotprojekt im Bereich F\u00f6rderung von alltagsmathematischen Kompetenzen einzusetzen. Der Schweizerische Baumeisterverband konnte von der Idee \u00fcberzeugt werden und ging auf die Suche nach einem Betrieb, der daran interessiert war, einen entsprechenden Kurs betriebsintern durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zu Beginn des n\u00e4chstens Winters \u2013 Baufirmen haben im Sommer keine Zeit f\u00fcr Weiterbildungen \u2013 meldet sich dann auch eine im Tiefbau t\u00e4tige Firma mittlerer Gr\u00f6sse. Bei einem ersten Gespr\u00e4ch sch\u00e4lte sich ein klar umrissenes Ziel f\u00fcr einen derartigen Kurs heraus: Auf gr\u00f6sseren Baustellen ist meist ein Ingenieur oder doch ein gut ausgebildeter Vorarbeiter vor Ort, der allf\u00e4llige Berechnungen \u00fcbernimmt. Es gibt aber immer wieder Kleinbaustellen \u2013 beispielweise soll vor der Garage eines Einfamilienhauses der Belag des Vorplatzes erneuert werden \u2013 wo es viel zu teuer w\u00e4re, einen Vorarbeiter einzusetzen. Auf solchen Baustellen arbeiten dann zwei oder drei angelernte Baumitarbeiter und sind f\u00fcr ein paar Tage auf sich allein gestellt. Dabei m\u00fcssen sie Entscheidungen f\u00e4llen, wie etwa, welche Menge Belagsmaterial bestellt werden muss.<\/p>\n<p>Ausgehend von dieser Problemlage wurde beschlossen, betriebsintern einen Kurs f\u00fcr angelernte Mitarbeiter durchzuf\u00fchren. Als Ziel des Kurses wurde festgelegt: \u201eDrei Tage ohne Vorarbeiter (mathematisch) \u00fcberleben\u201c. Der Kurs wurde dann im folgenden Winter durchgef\u00fchrt und umfasste insgesamt sieben Halbtage.<\/p>\n<h1>Situationen sammeln<\/h1>\n<p>Als erstes wurde versucht, eine <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen sammeln\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1610\">Sammlung von Situationen<\/a> aus dem beruflichen Alltag von Tiefbaumitarbeitern zusammenzustellen, in denen Mathematik eine Rolle spielt. <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen sammeln\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1610#quellen\">Quelle <\/a>daf\u00fcr war ein erfahrener Bauf\u00fchrer, der auch entscheidend hinter dem Engagement der Firma f\u00fcr diesen Kurs stand.<\/p>\n<p>Intuitiv w\u00e4re dieser Bauf\u00fchrer eher von einer Sammlung von Ressourcen wie \u201eDreisatz\u201c, \u201eProzentrechnen\u201c etc. ausgegangen. Vom Zugang \u00fcber die Situationen musste er zuerst \u00fcberzeugt werden. Es fiel ihm dann aber nicht schwer, sich umzustellen und dank seiner langj\u00e4hrigen Erfahrung hatte er keine M\u00fche, die folgenden sechs Situationen zu beschreiben.<\/p>\n<ol style=\"list-style-type: upper-alpha;\" start=\"2\">\n<li><strong>Aushub organisieren:<\/strong> Eine Baugrube, ein Schacht f\u00fcr eine Leitung oder \u00c4hnliches muss ausgehoben werden. Wie viele Lastwagenladungen Aushub fallen an und wie lange wird f\u00fcr den Abtransport ben\u00f6tigt?<\/li>\n<li><strong>Beton bestellen:<\/strong> Eine Schalung, der Boden eines Schachtes oder \u00c4hnliches soll mit Beton ausgegossen werden. Wie viele Kubikmeter Beton werden ben\u00f6tigt?<\/li>\n<li><strong>Beton mischen:<\/strong> Eine Kleinmenge Beton soll vor Ort gemischt werden. Wie viel Kies und wie viel Zement wird ben\u00f6tigt?<\/li>\n<li><strong>Belag bestellen:<\/strong> Ein St\u00fcck Belag in mehr oder weniger regelm\u00e4ssiger Form muss frisch erstellt werden. Wie viele Tonnen Belag werden ben\u00f6tigt?<\/li>\n<li><strong>Werkleitungsbau:<\/strong> Leitungen bzw. Rohre m\u00fcssen verlegt werden. Wie viel Aushub f\u00e4llt an? Wie viel Kies und\/oder Beton wird ben\u00f6tigt? Wie viel Belag wird ben\u00f6tigt?<\/li>\n<li><strong>Pfl\u00e4sterungsarbeiten:<\/strong> Als Randabschluss m\u00fcssen Pflastersteine gesetzt werden. Wie viel Beton wird ben\u00f6tigt? Welches Gef\u00e4lle muss abgesteckt werden?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Liste von Situationen spiegelt die Erwartung des Bauf\u00fchrers wider, in welchen Momenten seine Leute selbstst\u00e4ndiger agieren m\u00fcssten, als sie es bisher getan hatten. Entsprechend kamen im Lauf der folgenden Entwicklung auch keine g\u00e4nzlich neuen Situationen hinzu. Dies obwohl es f\u00fcr die Teilnehmenden am Kurs durchaus m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, solche einzubringen.<\/p>\n<p>Hingegen war in der urspr\u00fcnglichen Vorstellung des Bauf\u00fchrers das Abstecken von Linien etc. im Gel\u00e4nde eine Ressource, die bei den verschiedensten anderen Situationen eine Rolle spielen kann. Im Verlaufe der Durchf\u00fchrung des Kurses zeigte sich aber, dass Abstecken als eigene, bedeutsame Situation wahrgenommen wird, in deren Zusammenhang sehr spezifische Ressourcen wie <i>L\u00e4ngen aus einem Plan herausmessen<\/i> und <i>Nivellieren<\/i> von Bedeutung sind:<\/p>\n<ol style=\"list-style-type: upper-alpha;\">\n<li><strong>Abstecken:<\/strong>\u00a0 Auf Grund von Angaben in einem mehr oder weniger detaillierten Plan m\u00fcssen Strukturen im Gel\u00e4nde abgesteckt werden (Punkte, Kreissegmente, Steigungen).<\/li>\n<\/ol>\n<h1>Die Beschreibung der Situationen<\/h1>\n<p>Zu jeder dieser Situationen wurde eine <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen beschreiben\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1640\">Beschreibung <\/a>mit <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen beschreiben\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1640#kk\">typischer Situation, Ressourcen<\/a> etc. angelegt. Als der Kurs begann, waren diese Beschreibungen kaum \u00fcber grobe Skizzen hinaus gediehen. Dies erwies sich aber als unproblematisch, da der Bauf\u00fchrer als prim\u00e4re Informationsquelle den Kurs selber gab. Die Beschreibungen konnten dann im Verlaufe des Kurses erg\u00e4nzt werden \u2013 anhand von Beobachtungen w\u00e4hrend der Interaktion des Bauf\u00fchrers mit den Kursteilnehmern und anhand von erg\u00e4nzenden Fragen an den Bauf\u00fchrer und die Kursteilnehmer.<\/p>\n<p>&gt;&gt; <a title=\"als pdf in einem neuen Fenster \u00f6ffnen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Tiefbau.pdf\" target=\"_blank\">Die Situationsbeschreibungen im Detail als pdf<\/a><\/p>\n<h1>Kritisches Nachfragen<\/h1>\n<p>Meine Rolle bestand im ganzen Prozess darin, einerseits kritische Fragen zu stellen und andererseits den Blick auf Situationen zu lenken, in denen Mathematik weniger offensichtlich zu Tage tritt.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich brachte der Bauf\u00fchrer seine Sicht der Situationen ein, schilderte aus seiner Sicht, was sich in den jeweiligen Situationen abspielt. Auch brachte er seine Vorstellungen der relevanten Ressourcen ein. Diese waren oft bereits ganz klar auf die Praxis auf der Baustelle bezogen. Beispielsweise schilderte er, dass es \u00fcblich ist, Beton pro Kubikmeter zu bestellen, dass also in der Situation <i>Beton bestellen<\/i> in Volumen gedacht und gerechnet wird. Hingegen wir Strassenbelag pro Tonne bestellt. Bei <i>Belag bestellen<\/i> wird also mit Gewicht gerechnet, und zwar mit Gewicht pro Fl\u00e4che: 1m<sup>2<\/sup> Belag wiegt pro Zentimeter Dicke 24 kg. Die 24ger-Reihe bis 10 x 24 ist deshalb eine im Strassenbau relevante Ressource.<\/p>\n<p>Viele der Ressourcen wie <i>Prozentrechnen<\/i> und <i>Dreisatz<\/i> waren aber recht <a title=\"Relevante mathematische Instrumente zusammenstellen\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1765\">schulmathematisch <\/a>gedacht. Durch die Anlage des Kurses wurde es m\u00f6glich, diese Sicht von \u201eoben\u201c durch die Sicht der Personen zu erg\u00e4nzen, welche die entsprechenden Situationen von \u201einnen\u201c erleben.<\/p>\n<h1>Ein Kurs<\/h1>\n<p>Grundlage des Kurses waren die sieben oben beschreiben Situationen.<\/p>\n<p>Mit Ausnahme der ersten Situation <i>Abstecken<\/i> wurden im Kurs die Situationen etwa in dieser Reihenfolge angegangen. Das Vorgehen war dabei in zweifacher Hinsicht bedarfsorientiert. Einerseits wurde jede Situation so oft wieder aufgenommen, bis sich die Teilnehmenden den jeweiligen Anforderungen gewachsen f\u00fchlten. Zum zweiten war der Ausgangspunkt immer das Vorwissen der Teilnehmenden. Sie schilderten f\u00fcr jede Situation zuerst, wie sie mit ihrem aktuellen Wissen mit der jeweiligen Situation umgehen. Daf\u00fcr standen reale Pl\u00e4ne etc. zur Verf\u00fcgungen, wie sie in der entsprechenden Firma \u00fcblich sind. Der Kurs widmete sich dann den Schwierigkeiten, welche dabei sichtbar wurden, und entsprach damit weitgehend dem Modell eines <a title=\"Schienen\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=38\">Schienenkurses<\/a>.<\/p>\n<p>Auf diese Art wurde \u2013 wie oben erw\u00e4hnt \u2013 die Sicht des Bauf\u00fchrers durch die Innensicht der der Bauarbeiter erg\u00e4nzt. Es ergaben sich dadurch Ver\u00e4nderungen an verschieden Stellen.<\/p>\n<p><strong>Anpassung der Liste der Situationen:<\/strong> Wie erw\u00e4hnt tauchten im Verlauf der Kurses keine g\u00e4nzlich neue Situationen auf. Nachtr\u00e4glich wurde aber das <i>Abstecken<\/i> von einer Ressource zu einer Situation<i> <\/i>bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Anpassen der Situationsbeschreibungen:<\/strong> Zum Beispiel waren in der urspr\u00fcnglichen Beschreibung der Situation <i>Beton mischen<\/i> keine Mengenangaben enthalten. Im Gespr\u00e4ch mit den Teilnehmenden zeigte sich dann aber, dass Beton selbst mischen nur f\u00fcr Kleinmengen bis \u00bd m<sup>3<\/sup> bzw. 500 Liter sinnvoll ist. Nat\u00fcrlich war das dem Bauf\u00fchrer auch klar. Aber von sich aus erw\u00e4hnte er es in der Vorbesprechung nicht und ich habe mangels Kenntnisse der realen Arbeitssituation auch nicht nachgefragt.<\/p>\n<p><strong>Anpassen der Ressourcen:<\/strong> Der Bauf\u00fchrer als Ingenieur war urspr\u00fcnglich davon ausgegangen, dass die Teilnehmenden lernen sollten, die jeweils gesuchten Werte mit Hilfe des Taschenrechners exakt zu berechnen. Entsprechend ging er davon aus, dass beispielsweise f\u00fcr die Herstellung von 300 Liter (verdichtet) von PC 150 (Beton mit 150 kg Zement auf 1000 Liter Volumen) wie folgt gerechnet wird: Locker hat das Kies 20% mehr Volumen, es braucht also 360 Liter Kies. Bei 150 kg Zement auf 1000 Liter braucht es 45 kg Zement auf 300 Liter.<\/p>\n<p>Im Laufe des Kurses zeigte sich aber immer mehr, dass Sch\u00e4tzungen sowie das <a title=\"Relevante mathematische Instrumente zusammenstellen\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1765\">Rechnen in \u201enat\u00fcrlichen\u201c Einheiten <\/a>(Lastwagenladungen, volle Schubkarren, Zements\u00e4cke etc.) wichtiger und sinnvoller sind. Die \u00dcberlegungen zum <i>Beton mischen<\/i> sehen dann so aus: F\u00fcr 1 m<sup>3<\/sup> verdichteten Beton ben\u00f6tigt man 20 Schubkarren Kies, f\u00fcr 300 Liter also etwa 6 Schubkarren. Bei PC 150 muss man pro Schubkarre Kies etwa 1\/3 Sack Zement zugeben, also hier etwa zwei Sack Zement.<\/p>\n<p>Auf diese Art wurden die vom Bauf\u00fchrer eher etwas schulmathematisch gedachten Ressourcen an verschiedenen Stellen den realen Situationen angepasst. Daneben erfolgte eine zweite Anpassung, n\u00e4mlich an die tats\u00e4chlichen F\u00e4higkeiten der Teilnehmenden. Beispielsweise zeigte sich recht schnell, dass viele Teilnehmenden selbst einfache Aufgabestellungen nur bew\u00e4ltigen konnten, wenn sie zuerst eine saubere Handskizze der Gegebenheiten anfertigten. Entsprechend wurde die Liste der Ressourcen um <em>Handskizzen machen<\/em> erg\u00e4nzt.<\/p>\n<h1>6 Gemachte Erfahrungen<\/h1>\n<p>Im grossen Ganzen hat sich das Vorgehen bew\u00e4hrt.<\/p>\n<h2>6.1 Evaluation des Kurses<\/h2>\n<p>Der Kurs erstreckte sich w\u00e4hrend eines Winters \u00fcber insgesamt sieben Halbtage zu ca. 3 Stunden. Die Teilnahme war freiwillig und fand in der Freizeit statt. Insgesamt haben zw\u00f6lf Mitarbeitende der beteiligten Baufirma teilgenommen, darunter drei Lernende in Ausbildung. Die Deutschkenntnisse der Teilnehmenden waren sehr unterschiedlich. Sie reichten aber mit Ausnahme einer Person aus, um dem Kurs zu folgen.<\/p>\n<p>Der Kurs fand in einem sehr lernf\u00f6rderlichen Rahmen statt. Die Teilnehmenden waren interessiert und engagiert. Wie sich beobachten liess, konnten sie ihre Routine im Umgang mit den behandelten Berechnungssituationen eindeutig verbessern. Selbst sch\u00e4tzten sie den Lerneffekt auf etwa einen Viertel des Weges vom Anf\u00e4nger zum Experten ein. Nur bei dem Teilnehmenden mit sehr wenig Deutschkenntnissen ist unsicher, ob er \u00fcberhaupt vom Kurs profitiert hat.<\/p>\n<p>Der Bauf\u00fchrer erz\u00e4hlte bei einer sp\u00e4teren Gelegenheit, dass die Umsetzung des Gelernten in den beruflichen Alltag leider nur teilweise gl\u00fcckte. Die Vorarbeiter, die unter seiner Leitung standen, wies er an, den Kursteilnehmern regelm\u00e4ssig die Gelegenheit zu geben, das Gelernte auch zu nutzen. Und so konnten diese auch die entsprechenden Kompetenzen aufbauen. Unter anderen Vorarbeitern im Betrieb fand hingegen keine solche F\u00f6rderung am Arbeitsplatz statt und entsprechend war die Wirkung des Kurses gering.<\/p>\n<h2>6.2 Qualit\u00e4t der Informationsquelle<\/h2>\n<p>Wie erwartet, war der Bauf\u00fchrer keine optimale <a href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1610#quellen\">Informationsquelle<\/a>, um mit ihm zusammen am Schreibtisch die Berechnungssituationen zu erarbeiten. Er kannte zwar die relevanten Situationen aus seinem Arbeitsalltag sehr gut und wusste auch, wie auf der Baustelle tats\u00e4chlich gerechnet wird. Und auch seine Erwartungen an das, was die Kursteilnehmenden am Schluss k\u00f6nnen sollten, waren realistisch. Aber da er, im Gegensatz zu Lehrpersonen, vermutlich noch nie gezwungen gewesen war, dieses Wissen explizit zu machen, kamen viele relevante Details in den Vorbesprechungen nicht zur Sprache.<\/p>\n<p>Zudem \u00fcberlagerten sich seine Kenntnisse dar\u00fcber, wie auf der Baustelle tats\u00e4chlich gerechnet wird, mit schulmathematischen Vorstellungen dazu, wie gerechnet werden sollte. In diesem Punkt unterschied er sich allerdings nicht von den meisten Lehrpersonen, so dass hier wie meistens das eigentliche Fachwissen erst \u201eausgegraben\u201c werden muss.<\/p>\n<p>Dadurch, dass die Konkretisierung der Situationen aber w\u00e4hrend des ganzen Kurses weitergehen konnte und dass der Kurs bedarfsorientiert von den realen Schwierigkeiten der Teilnehmenden mit den Situationen ausging, erwies sich das nicht als grosses Hindernis. Im Prinzip gen\u00fcgte f\u00fcr die Vorbereitung des Kurses die Liste der Situationen (bzw. ihre Titel). F\u00fcr den Bauf\u00fchrer als Kursleiter waren diese aussagekr\u00e4ftig genug. Am Ende des Kurses standen dann voll ausgearbeitete Situationsbeschreibungen zur Verf\u00fcgung, die mit den Teilnehmenden validiert waren. Damit erwies sich die Kombination Bauf\u00fchrer, Kursteilnehmer und Interaktion der beiden Seiten w\u00e4hrend des Kurses als \u00e4usserst interessante Informationsquelle.<\/p>\n<p><a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.alice.ch\/de\/sveb\/projekte\/abgeschlossene-projekte\/foerderung-von-wenig-qualifizierten\/mathematik-fuer-bauarbeiter\" target=\"_blank\">Weitere Unterlagen zum Kurs<\/a> finden sich auch auf der Webseite des SVEB.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ausf\u00fchrlicher als pdf\u00a0\u00a0\u00a0 Im Zentrum dieses Beispiels stehen Bauarbeiter im Tiefbau, also Personen, welche Strassen bauen und Gr\u00e4ben ausheben. 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