{"id":209,"date":"2013-02-01T18:31:12","date_gmt":"2013-02-01T17:31:12","guid":{"rendered":"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=209"},"modified":"2017-12-11T12:45:14","modified_gmt":"2017-12-11T11:45:14","slug":"kueche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/vom-kopf-auf-die-fuesse\/beispiele\/beispiele-fuer-die-analyse-ganzer-berufe\/kueche\/","title":{"rendered":"K\u00f6chinnen und K\u00f6che"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Ausf\u00fchrlicher als pdf<\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h1>Das Projekt<\/h1>\n<p>In den Jahren 2007 bis 2009 wurden die <a title=\"Als pdf \u00f6ffnen\" href=\"https:\/\/www.hotelgastro.ch\/pix\/files\/dynasite.cfm?cmd=cdownload_download_download_download&amp;dsmid=511890&amp;id=187&amp;skipfurl=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung<\/a> und der <a title=\"Als pdf \u00f6ffnen\" href=\"https:\/\/www.hotelgastro.ch\/pix\/files\/dynasite.cfm?cmd=cdownload_download_download_download&amp;dsmid=511890&amp;id=188&amp;skipfurl=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan<\/a> zur beruflichen Grundbildung \u201eKoch\/K\u00f6chin mit eidgen\u00f6ssischem F\u00e4higkeitszeugnis\u201c \u00fcberarbeitet. Im Zuge dieser Reform wurde\u00a0beschlossen, die bisher f\u00e4cherorientierte Ausbildung f\u00e4cher\u00fcbergreifend zu gestalten. Im Zentrum steht der gesamte Prozess vom Einkauf bis zum fertigen Gericht auf dem Teller des Gastes. Didaktisch bedeutet dies eine Abkehr von der Vermittlung einzelner Wissensbestandteilen, hin zu einer ganzheitlicheren Auseinandersetzung mit typischen beruflichen Handlungssituationen.<\/p>\n<p>Als Konsequenz daraus finden sich im Bildungsplan nur sehr allgemeine Angaben zum \u201eFachrechnen\u201c bzw. zur \u201eKalkulation\u201c. Als Erg\u00e4nzung dazu wurde f\u00fcr den Schulunterricht von einer Arbeitsgruppe ein <a title=\"Als pdf \u00f6ffnen\" href=\"https:\/\/www.hotelgastro.ch\/pix\/files\/dynasite.cfm?cmd=cdownload_download_download_download&amp;dsmid=511890&amp;id=190&amp;skipfurl=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rahmenlehrplan <\/a>geschaffen.\u00a0Dabei wurde beschlossen, das bisher recht umfangreiche Thema \u201eFachrechnen\u201c von 120 oder mehr Lektionen auf 40 Lektionen (verteilt auf drei Jahre) zu reduzieren. Um die Grundlagen daf\u00fcr zu legen wurde eine kleine Projektgruppe bestehend aus drei K\u00f6chen und mir gebildet.<\/p>\n<p>In einer ersten Projektsitzung zeigte sich, dass die drei Fachlehrer sehr an neuen \u2013 auch radikalen \u2013 didaktischen Ideen interessiert waren. Sie hatten alle vor noch nicht allzu langer Zeit aus der beruflichen Praxis an eine Berufsfachschule gewechselt und erf\u00fcllten die <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen sammeln\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1610#quellen\">Anforderungen an Mitglieder<\/a> einer solchen Projektgruppe ideal.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Die Situationen<\/h1>\n<p>Als erstes machte sich die Projektgruppe daran, zusammenzustellen, in <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen sammeln\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1610\">welchen Situationen<\/a> im beruflichen Alltag eines Kochs\/einer K\u00f6chin \u00fcberhaupt \u201egerechnet\u201c wird. Dies geschah in Form eines kleinen Brainstormings am runden Tisch. In einem ersten Anlauf ergaben sich folgende f\u00fcnf Situationen:<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Rezeptangaben_umrechnen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rezeptangaben umrechnen<\/a> \u2013 Wie viele Eier muss ich aufschlagen?<\/li>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Verluste_aller_Art_einberechnen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verluste aller Art einberechnen <\/a>\u2013 Wie viel muss ich einkaufen\/bestellen?<\/li>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Preise_kalkulieren.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Preiskalkulation <\/a>\u2013 Verdienen wir \u00fcberhaupt etwas?<\/li>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Volumen_berechnen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gef\u00e4sse w\u00e4hlen<\/a> \u2013 Wie viele F\u00f6rmchen brauche ich?<\/li>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Die_Zeit_im_Griff_haben.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Zeit im Griff haben <\/a>\u2013 Wann muss der Braten in den Ofen?<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Rezeptangaben umrechnen<\/em> ist wohl die Situation, die auch einem Laien als erstes einf\u00e4llt. (Interessanterweise wurde sie aber im damals aktuellen Lehrmittel nicht explizit behandelt.) Die beiden n\u00e4chsten Situationen entsprechen zwei traditionellen Themen, wie sie schon bisher im Fach <em>Kalkulation<\/em> genau unter diesen Titeln zu finden waren. Entsprechend dauerte es nicht lange, bis diese drei Situationen genannt waren.<\/p>\n<p><em>Gef\u00e4sse w\u00e4hlen<\/em> wurde dann von einem der drei beteiligten Kochfachlehrern eingebracht, offenbar eine Situation, die er mit seinen Lernenden regelm\u00e4ssig behandelt, obwohl diese auch im aktuellen Lehrmittel nicht abgedeckt war. Und Z<em>eitmanagement<\/em> wurde von mir als Laie eingebracht, basierend auf meiner Erfahrung, dass mich als Familienkoch die damit verbundenen \u00dcberlegungen am meisten beanspruchen.<\/p>\n<p>Was bei diesem ersten Brainstorming geschah, ist typisch.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die bisherige Unterrichtspraxis bzw. die die bisher verwendeten Lehrmittel beeinflussen zu Beginn das Sammeln von Situationen deutlich<\/strong> (<em>Verlustrechnung<\/em> und <em>Preiskalkulation<\/em>). Das kann hilfreich sein, um einen Anfang zu machen oder um eine spontane Sammlung von Situationen darauf hin zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie vollst\u00e4ndig ist. Wichtig ist dabei einfach, dass diese alten Inhalte nicht unkritisch \u00fcbernommen werden. Interessant war in diesem Fall, dass die Bezeichnung <em>Kalkulation<\/em> offenbar Programm war: <em>Kalkulation<\/em> scheint mehr als einfaches Rechnen zu sein. Entsprechend wurden dort so simple Vorg\u00e4nge wie <em>Rezeptangaben umrechnen<\/em> nicht abgehandelt.<\/li>\n<li><strong>Wenn sich die Teilnehmenden aber von diesen traditionellen Themen l\u00f6sen und beginnen, sich typische Szenen aus dem Berufsalltag vorzustellen, kommen schnell weitere Situationen dazu.<\/strong> Da verschiedene T\u00e4tigkeiten in der professionellen K\u00fcche auch im \u00e4hnlich normalen Haushalt vorkommen, k\u00f6nnen hier sogar aussenstehende Laien Ideen einbringen (<em>Rezeptangaben umrechnen)<\/em>, die dann aber selbstverst\u00e4ndlich von professioneller Seite kritisch betrachtet werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li><strong>Oftmals ist es so, dass einzelne Teilnehmende aus ihrer pers\u00f6nlichen Erfahrung Situationen einbringen, <\/strong>die ihnen aus irgendwelchen Gr\u00fcnden wichtig erscheinen<strong>.<\/strong> In diesem Fall war es das <em>Gef\u00e4sse w\u00e4hlen, <\/em> eingebracht durch einen Kochfachlehrer, und das <em>Zeitmanagement, <\/em>eingebracht durch mich. Hier muss nat\u00fcrlich \u00fcberpr\u00fcft werden, ob diese Situationen f\u00fcr die Arbeit bedeutungsvoll genug sind und somit tats\u00e4chlich in die Liste aufgenommen werden sollten.<\/li>\n<li>Typischerweise ist bei den Teilnehmenden der Arbeitsgruppe <strong>die Vorstellung, was alles noch unter das Thema <em>Rechnen <\/em> <em>Alltagsmathematik <\/em>fallen k\u00f6nnte, etwas eingeschr\u00e4nkt<\/strong>, sei es durch die bisherige Ausrichtung des Unterrichts (hier <em>Kalkulation<\/em>), sei es dadurch, dass damit <em>Zahlen verrechnen <\/em>im engeren Sinn verstanden wird. Wichtig ist deshalb, dass der Blickwinkel ge\u00f6ffnet wird, sei es dadurch, dass man ein geeignetes Suchraster einsetzt, oder sei es, dass ein Experte an der Runde teilnimmt und entsprechende Fragen stellt. In diesem Fall konnte ich die Rolle des Experten \u00fcbernehmen und helfen, die Situation <em>Zeitmanagement<\/em> der Liste hinzuzuf\u00fcgen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In meiner Rolle als Experte\/Moderator liess ich mir alle Situationen genau schildern, stellte immer wieder die Frage, wie denn in der Praxis tats\u00e4chlich in den entsprechenden Situationen genau vorgegangen wird, und fragte bei jeder Situation nach, ob denn tats\u00e4chlich von ausgebildeten K\u00f6chinnen und K\u00f6chen erwartet wird, dass sie diese Berechnungen ausf\u00fchren.<\/p>\n<p>Dabei machten die drei beteiligten Fachlehrer glaubw\u00fcrdig, dass ausser in der Situation <em>Preiskalkulation<\/em> in allen anderen vier Situationen tats\u00e4chlich im beruflichen Alltag gerechnet wird. Die Situation <em>Zeitmanagement<\/em> wurde von ihnen sogar als eine besonders kritische Situation hervorgehoben, denn wenn Lernenden an der praktischen Abschlusspr\u00fcfung scheitern, dann offenbar fast ausschliesslich wegen diesem Punkt.<\/p>\n<p>Die Diskussion ergab, dass das Thema <em>Preiskalkulation<\/em> hingegen ein Thema f\u00fcr die h\u00f6here Fachbildung ist und von K\u00f6chinnen\/K\u00f6chen EFZ nicht erwartet wird, dass sie hier selbstst\u00e4ndig Berechnungen durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Die Gruppe einigte sich aber darauf, dass es trotzdem n\u00fctzlich ist, die Situation zu behandeln, allerdings nur mit dem Ziel, dass die Lernenden nachvollziehen k\u00f6nnen, welche Gr\u00f6ssen dabei ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf der Arbeit kamen dann noch zwei weitere Situationen hinzu:<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Kosten_optimieren.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Optimierungsm\u00f6glichkeiten <\/a>\u2013 Soll ich ganze Fische bestellen oder Filets?<\/li>\n<li><a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Warenkosten_berechnen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Warenkosten <\/a>&#8211; was kosten mich alle ben\u00f6tigten Zutaten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese letzte Situation wurde ganz an Schluss, nachdem die Arbeit praktisch abgeschlossen war, noch aufgenommen. Sie entspricht einem Thema aus dem bisherigen Fachrechnen und wurde traditionell als Pr\u00fcfungsaufgabe in den schriftlichen Abschlusspr\u00fcfungen eingesetzt. Interessanterweise war sie w\u00e4hrend den mehr als ein Jahr dauernden Arbeiten an den anderen Situationen nie zum Thema geworden. Als dann aber eine andere Arbeitsgruppe daran ging, auf Grund der neuen Unterlagen eine Abschlusspr\u00fcfung zu erarbeiten, zeigte sich, dass es schwierig sein d\u00fcrfte, dort auf diese traditionelle Aufgaben zu verzichten . Die Arbeitsgruppe entschied sich daher, die Situation auch noch aufzunehmen und sie als eine Art Scharniersituation zu behandeln, in der Informationen aus vielen anderen Situationen zusammenfliessen. Auch diese Entwicklung ist nicht untypisch: Manchmal sind Traditionen einfach zu stark, als dass sie einfach so \u00fcberwunden werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Situationen beschreiben und Lernumgebungen gestalten<\/h1>\n<p>Die <a title=\"Berufliche Berechnungssituationen beschreiben\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1640\">Beschreibung der Situationen <\/a>spielte sich etwas anders ab, als im Leitfaden vorgeschlagen. Im Wesentlichen geschah sie direkt \u00fcber die Erstellung der Lernumgebungen, d.h. es wurden keine Beschreibungen im der Form <i>Konkreter Kompetenzen <\/i>erstellt.<\/p>\n<p>Die <a title=\"Lernumgebungen gestalten\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1706\">Lernumgebungen<\/a>, die im Laufe dieses Prozesses entstanden sind, halten sich im Wesentlichen an den im Leitfaden vorgeschlagenen <a title=\"Lernumgebungen gestalten\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1706\">Aufbau<\/a>. Sie k\u00f6nnen alle von der Website von <a title=\"Website in neuem Fenster \u00f6ffnen\" href=\"http:\/\/www.hotelgastro.ch\/download.cfm?ID_n=250\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hotel &amp; Gastro <em>formation<\/em><\/a> heruntergeladen werden. Dort findet man auch zu jeder Lernumgebung eine didaktische Kurzanleitung.<\/p>\n<p>Der Ablauf war so, dass ich mir jede Situation genau schildern liess und kritisch immer wieder nachfragte, ob denn nun wirklich in der allt\u00e4glichen Praxis so vorgegangen wird. Aufgrund dieser Schilderungen, die ich mir stichwortartig notierte, erstelle ich Entw\u00fcrfe f\u00fcr Lernumgebungen zu den einzelnen Situationen. Diese Entw\u00fcrfe dienten dann als Grundlage, um die einzelnen Situationen, die notwendigen Ressourcen, die angestrebte Kompetenz etc. im Detail zu diskutieren und zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Parallel zu dieser Arbeit erstellte ich zu jeder Situation eine didaktische Kurzanleitung, die jeweils auch eine Beschreibung der Situation und der damit verbundenen zentralen mathematischen Herausforderungen und Werkzeuge enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dieses Vorgehen ergab sich, da von Anfang an geplant war, zu jeder Situation eine Lernumgebung zu entwickeln. Dies erwies sich als \u00e4usserst fruchtbar, d.h. die Situationen konnten anhand der Entw\u00fcrfe zu den Lernumgebungen sehr anschauliche und zielgerichtet diskutiert werden. Jeder Entwurf durchlief drei bis vier Revisionszyklen, in deren Verlauf sich immer klarer herausbildete, was in der jeweiligen Situation im beruflichen Alltag tats\u00e4chlich geschieht und wie dieses Geschehen mathematisch\/rechnerisch unterst\u00fctzt werden kann.<\/p>\n<p>Meine Rolle im ganzen Prozess war die eines informierten Laien, welcher nie etwas als gegeben hinnimmt, sondern immer wieder kritisch nachfragt, ob solche Situationen im beruflichen Alltag \u00fcberhaupt vorkommen, ob im beruflichen Alltag wirklich so gerechnet wird und ob sich gewisse traditionellen Berechnungsvorg\u00e4nge nicht vereinfachen lassen.<\/p>\n<p>Dies hatte an verschiedenen Stellen zur Folge, dass die traditionell in den Lehrb\u00fcchern verwendeten Verfahren durch<a title=\"Relevante mathematische Instrumente zusammenstellen\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1765\"> praxisn\u00e4here Vorgehensweisen ersetzt<\/a> wurden. Beispielsweise wurde das Umrechnen der Angaben eines Rezeptes von 10 Personen auf 25 Personen bisher traditionell mit Hilfe eines der vielen Rechenverfahren angegangen, die f\u00fcr solche Umrechnungen erfunden wurden (\u201eBruchstrich-Verfahren\u201c, \u201eT-Balken\u201c, \u201eRechenkreuz\u201c etc.) Rechenverfahren dieser Art sind aber sehr fehleranf\u00e4llig. Im praktischen Alltag sind oft <a title=\"Relevante mathematische Instrumente zusammenstellen\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1765#tabellen\">Proportionalit\u00e4tstabellen <\/a>handlicher. Als Werkzeug wird den Lernenden in dieser <a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hotelgastro.ch\/pix\/files\/Rezeptangaben-umrechnen_d_low.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Situation <\/a>deshalb vorgeschlagen, mit solchen Tabellen zu arbeiten und wenn m\u00f6glich und sinnvoll die Resultate durch einfaches Verdoppeln und Halbieren abzuleiten.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Abschlusspr\u00fcfungen<\/h1>\n<p>Innovationen dieser Art haben nur eine Chance, wenn die <a title=\"Qualifikationsverfahren anpassen\" href=\"http:\/\/hrkll.ch\/WordPress\/?page_id=1680\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abschlusspr\u00fcfungen <\/a>darauf abgestimmt werden. Wie der ebenfalls auf der Website von <a title=\"Website in neuem Fenster \u00f6ffnen\" href=\"http:\/\/www.hotelgastro.ch\/download.cfm?ID_n=250\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hotel &amp; Gastro <i>formation<\/i> <\/a>abrufbaren Nullserie von Pr\u00fcfungsaufgaben zu entnehmen ist, ist dies weitgehend geschehen.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung wird in \u201eSituationen\u201c eingeteilt:<\/p>\n<ol>\n<li>Als Mitarbeitender auf dem Entremetier-Posten m\u00fcssen Sie \u00fcber besondere Kenntnisse im Bereich der pflanzlichen Produkte, von deren Warenannahme bis zum fertigen Gericht, verf\u00fcgen.<\/li>\n<li>F\u00fcr ein Bankett muss das Gericht \u201eSeezungenfilet und Meeresfr\u00fcchte in Fisch-Safranrahmsauce auf Kr\u00e4uternudeln\u201c zubereitet werden. Die Hauptzutaten daf\u00fcr sind ganze Seezungen, Riesenkrevetten ohne Kopf und Miesmuscheln in der Schale.<\/li>\n<li>An einem Lunch-Buffet soll im Fleischbereich &#8222;Kalbs-Piccata&#8220;, &#8222;Lammkoteletts&#8220;, &#8222;Ungarisches Rindsgulasch&#8220;, &#8222;Gebratene Masth\u00e4hnchen&#8220; und eine Auswahl von Salaten angeboten werden.<\/li>\n<li>Das Tagesdessert f\u00fcr den morgigen Tag lautet &#8222;Hausgemachtes Vanilleeis mit saisonalen Fr\u00fcchten&#8220;. Als Alternative zur S\u00fcssspeise k\u00f6nnen die G\u00e4ste auch einen K\u00e4seteller bestellen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu jeder dieser Situationen wird eine Abfolge von Fragen gestellt, darunter zwei Berechnungsaufgaben. F\u00fcr die zweite Situation (Seezungenfilet auf Kr\u00e4uternudeln) ist darunter beispielsweise folgende Frage:<\/p>\n<p><em><strong>Berechnen \/ Rezeptmengen und Warenkosten<\/strong><b>: <\/b>Rechnen Sie das Nudeln-Rezept von 10 auf 55 Personen um und bestimmen Sie die Warenkosten.<\/em><\/p>\n<p>Bis es allerdings so weit war, wurden mehrere Varianten von Pr\u00fcfungen produziert und es waren intensive Diskussionen n\u00f6tig. Eine Hauptschwierigkeit war, dass im Rahmen der Umsetzung des neuen Bildungsplanes zwei verschiedene\u00a0 Gruppen f\u00fcr das Fachrechnen und f\u00fcr die Pr\u00fcfungen zust\u00e4ndig waren. Nachdem sich die Gruppe \u201eFachrechen\u201c gefunden hatte, musste also als n\u00e4chstes auch die Gruppe \u201ePr\u00fcfungen\u201c \u00fcberzeugt werden.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Bisherige Erfahrungen<\/h1>\n<h3>Erste Reaktionen<\/h3>\n<p>Die Reaktionen waren an der Kickoff-Veranstaltung ausserordentlich positiv. Viele der Teilnehmenden begr\u00fcssten die Neuerungen ausdr\u00fccklich, da sie das bisherige Fachrechnen als unbefriedigend erlebt hatten. Offene Kritik wurde kaum ge\u00e4ussert.<\/p>\n<p>Interessanterweise stiess die Situation \u201eZeitmanagement\u201c auf ein gewisses Unverst\u00e4ndnis. Zwar bestritt niemand, dass es sich dabei um eine relevante Situation handelt. Nur entspricht sie offensichtlich nicht der prototypischen Vorstellung von \u201eRechnen\u201c. Zudem war sie bisher nicht Thema des Fachrechnens.<\/p>\n<h3>Early Adopter<\/h3>\n<p>Verschiedene Lehrende, darunter die drei Mittglieder der Projektgruppe, machten sich sofort an die Umsetzung und sind nach wie vor mit Begeisterung dabei. Es existiert noch keine systematische Auswertung der Erfahrungen, aber einige interessante Punkte haben diese ersten Unterrichteins\u00e4tze bereits zu Tage gebracht.<\/p>\n<h4><strong>Lernende selbst Beispiele kreieren lassen<\/strong><\/h4>\n<p>In verschiedenen Lernumgebungen werden die Lernenden aufgefordert, f\u00fcr erste \u00dcbungen eigene Beispiele auszudenken, oft mit der Aufforderung \u201eStellen Sie eine n\u00fctzliche Tabelle zusammen!\u201c Offenbar ist das f\u00fcr die Lernenden zumindest zu Beginn so ungewohnt, dass sie M\u00fche haben, Beispiele zu finden oder zu erfinden. Besser scheint es zu gehen, wenn man ihnen zuerst ein paar Aufgaben vorgibt und sie erst dann bittet, weitere Beispiele selbst zu entwerfen. Vielleicht w\u00e4re es sinnvoll, jede Lernumgebung noch mit einem kleinen Aufgabenblatt zu erg\u00e4nzen. Allerdings besteht die Gefahr, dass nur noch diese Aufgabenbl\u00e4tter bearbeitet werden.<\/p>\n<h4><strong>Erfolge \u201eschwacher\u201c Lernender<\/strong><\/h4>\n<p>Zumindest bei den Lehrpersonen, welche den Neuerungen positiv gegen\u00fcber stehen, scheint sich die Stimmung in der Klasse beim \u201eFachrechnen\u201c entspannt zu haben. Die Lehrpersonen erz\u00e4hlen von guten Erfahrungen vor allem mit Lernenden, welche mit einer eher negativen Mathematikbiographie in die Berufsbildung kommen. Eine Lernende schreibt: \u201eDank dem Vielfachen habe sogar ich das Berechnen gelernt. In der Oberstufe konnte ich mit dem Dreisatz \u2026 nicht viel anfangen \u2026 Ich kann es allen empfehlen, die M\u00fche mit Berechnen haben.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Methodenfreiheit<\/strong><\/h4>\n<p>F\u00fcr die Lehrenden sind die Vielfachen bei der <a title=\"Lernumgebung herunterladen\" href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche\/Situation_Verluste_aller_Art_einberechnen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verlustrechnung<\/a> ein neues \u201eVerfahren\u201c gegen\u00fcber dem alten \u201eDreisatz\u201c. Verschiedene Lehrende haben nun konsequent entschieden, dass sich nicht den bisher oft \u00fcblichen Methodenzwang (\u201ealle rechnen mit dem T-Balken\u201c) durch einen neuen Zwang ersetzen m\u00f6chten. Sie lassen den Lernenden die Freiheit, die Aufgaben so anzugehen, wie es ihnen am besten entspricht.<\/p>\n<p>Lernende, die bisher \u201eden Dreisatz nie begriffen haben\u201c versuchen es in dieser Situation verst\u00e4ndlicherweise auf die \u201eneue Art\u201c, d.h. mit dem Vielfachen und haben, wie das Beispiel oben zeigt, dabei auch Erfolgserlebnisse. Lernende, die eine positivere Mathematikbiographie mitbringen, bleiben eher beim \u201eDreisatz\u201c oder wenden dann flexibel, je nach Aufgabenstellung, unterschiedliche Verfahren an. Beispielsweise bevorzugen die meisten bei verketteten Verlusten das Vielfache. Dies kann dann mit der Zeit zu einer Konversion f\u00fchren, wie bei der folgenden Lernenden: \u201eIch wollte eigentlich von Anfang an Dreisatz rechnen. Da wir aber in der Schule zuerst Vielfaches lernen mussten, fiel mir dies pl\u00f6tzlich viel leichter. \u2026 Und ich rechne seither nur noch mit dem Vielfachen, weil es \u00fcbersichtlicher und einfacher ist. Darum empfehle auch ich als ehemals \u00fcberzeugte Dreisatzrechnerin das Vielfache.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hrkll.ch\/vom_Kopf_auf_die_Fuesse\/Beispiele\/Koeche.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Ausf\u00fchrlicher als pdf<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausf\u00fchrlicher als pdf Das Projekt In den Jahren 2007 bis 2009 wurden die Verordnung und der Bildungsplan zur beruflichen Grundbildung \u201eKoch\/K\u00f6chin mit eidgen\u00f6ssischem F\u00e4higkeitszeugnis\u201c \u00fcberarbeitet. Im Zuge dieser Reform wurde\u00a0beschlossen, die bisher f\u00e4cherorientierte Ausbildung f\u00e4cher\u00fcbergreifend zu gestalten. 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